Imm cologne setzt Trends

Stein Magazin

Als erste Veranstaltung des Jahres der Interior-Design-Welt präsentierte die Internationale Einrichtungsmesse (imm cologne) auch in 2018 wieder Trends, welche die Möbel- und Einrichtungsbranche künftig bestimmen werden – und mit welchen Produkten sich gute Geschäfte machen lassen. Mit dabei waren vom 15. bis 21. Januar in Köln erneut auch Stein und Keramik.

Auch auf den parallel zur Messe stattfindenden Kölner Passagen ließen sich Naturstein- und Keramik-Neuheiten entdecken: So präsentierte etwa Quirrenbach-Grauwacke im Rheinauhafen eine edle und einzigartige Symbiose von rustikaler Eiche und dem Naturstein Grauwacke. Die nach dem neuesten CNC-Verfahren hergestellten Platten aus Quirrenbach-Grauwacke verschmelzen mit den Gestellen aus massiver, handgearbeiteter Eiche zu hochwertigen Couchtischen. Zudem bringt die patentierte Imprägnierung die Farben der unikaten Platten zum Leuchten. Und in der Galerie Fiebach, Minninger erzählte Porzellankeramik-Hersteller Neolith (der auch mit großem Messestand auf der imm vertreten war) die Geschichte des Restaurants Enigma in Barcelona, eines Designprojektes des letzten Jahres – ausgestattet mit Neolith-Keramikplatten.

Bild_9-imm-alternativ
Naturstein-Abdeckung auf Lowboard bei Interlübke: Neben polierten zeigte der Düsseldorfer Möbelhersteller auch patinierte Steinoberflächen wie hier aus Quarzit Taj Mahal. Foto: Michael Spohr
Bild_10a-imm
Materialkombinationen haben Konjunktur: Nature Design zeigte Tische aus Schwarzstahl, Holz und Lavastein-Platten. Foto: Michael Spohr
Bild-5-imm-alternativ
Bewusster Bruch: Bei den neuen Naturstein-Waschtischen von antionlupi können die Kunden zwischen kompletten und teilzerstörten Varianten wählen. Foto: Antonio Lupi Design S.p.A., Stabbia Cerreto Guidi (Firenze) / Italia
Bild_4-imm-alternativ
Standwaschtische der Extraklasse: Mit den neuen Kollektionen Introverso (Bild) und Pixel zeigt antoniolupi die einzigartigen Vorzüge des Natursteins auf. Foto: Michael Spohr
Bild_7-imm
Ligne Roset setzt auf dünnschichtiges Feinsteinsteinzeug (Marke Fiandre) bei etlichen Möbelstück-Platten: „Post Moderne“-Sekretär nach dem Design von Éric Jourdan mit den für ihn charakteristischen Rundungen. Foto: Michael Spohr

Perfecthome-Trend

Noch während der Messe stellte der Kölner Journalist und Trendforscher Frank A. Reinhardt die wichtigsten Trends 2018 zum Thema Innenarchitektur vor. Das Zuhause als Wohlfühlort zu gestalten, steht für ihn dabei im Mittelpunkt. Die Gemütlichkeit im eigenen zu Hause wird den Deutschen immer wichtiger. Auch in diesem Jahr sei sie, laut Frank A. Reinhardt, ein wichtiges Thema auf der imm cologne. Der Journalist und Trendforscher aus Köln gab am 21. Januar die „Keywords“ der Messe bekannt – also die Trends, die er seinem Empfinden nach für neu und wichtig erachtet. Das Zuhause in einer Welt voller Ereignisse und Katastrophen zum Rückzugsort zu erklären, ist für Reinhardt ein wichtiger Punkt. In diesem Zusammenhang nennt er den Trend „Perfecthome“ als Erstes. Ein Zuhause, das perfekt eingerichtet ist. In dem nicht zu viel und nicht zu wenig gestaltet und dekoriert wird, sondern in dem alles detailliert und professionell gestaltet zu sein scheint. Hier stehen offene Regalsysteme im Vordergrund, die dem Raum eine Ordnung verleihen. Zudem werden Möbelstücke im Jahr 2018 Ton in Ton zusammengestellt. Hingucker sind dabei Möbelstücke in einer auffälligen Farbe, wie gelb, die als Spotlight eingesetzt werden.

Einen ausführlichen Bericht zur imm cologne lesen Sie in der kommenden STEIN-Ausgabe im März.

Könnte dich auch interessieren

Zur Lage der Handwerksnation

Stein Magazin
Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und selbst Malermeister

Nächstes Wochenende, am 24. September 2017, steht die 19. Bundestagswahl an. Ein guter Anlass für STEIN-Autorin Bärbel Daiber, bei Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer einmal nachzufragen, wie es um das Verhältnis zwischen Handwerk und Bundespolitik steht und welche Forderungen und Erwartungen der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) an die künftige Regierung hat.

STEIN: Herr Wollseifer, Handwerk und Mittelstand erfahren von der Politik endlich mehr Wertschätzung. Wie wirkt sich das aus, und wo hapert es noch?

Hans Peter Wollseifer: Der deutsche Mittelstand und als dessen wichtiger Bestandteil die mehr als eine Million Handwerksbetriebe haben sich in Krisenzeiten als sehr robust erwiesen. Sie haben sich zugleich als der Wirtschaftsbereich hervorgetan, auf den die Politik gerade auch mit Blick auf herausragende gesellschaftspolitische Herausforderungen wie etwa die Flüchtlingsintegration zählen kann. Das Handwerk wirkt gesellschaftspolitisch wie wirtschaftlich stabilisierend. Das hat entscheidend auch mit dem dualen Ausbildungssystem zu tun, das für Ausbildungsqualität und für den Nachschub an qualifizierten Fachkräften sorgt. Auch wenn das inzwischen in der Politik überwiegend so gesehen wird, ist bei der finanziellen Unterstützung der beruflichen Bildung und der Ausbildungsförderung, etwa bei der Höheren Berufsbildung, noch viel Luft nach oben. Damit unsere Betriebe weiter erfolgreich sein können, braucht es zudem entsprechende Rahmenbedingungen. Überflüssige Bürokratie muss weiter abgebaut werden. Und was die Belastungen durch Steuern und Sozialabgaben angeht, sind unsere Betriebe an der Schmerzgrenze. Damit sie wettbewerbsfähig bleiben, dürfen auch künftig die Sozialabgaben 40 Prozent keinesfalls überschreiten.

STEIN: Was wurde in der vergangenen Legislaturperiode an dringenden Maßnahmen für das Handwerk versäumt, was jetzt dringend angegangen werden müsste?

Hans Peter Wollseifer: Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es dringlich, die berufliche Bildung wieder attraktiver für junge Menschen zu machen. Dazu braucht es eine bessere Ausstattung unserer Berufsbildungsstätten, ein Update für die Berufsschulen und eine insgesamt stärkere Förderung der beruflichen Bildung. Nach dem erfolgreichen Hochschulpakt muss es nun einen Berufsbildungspakt geben, auch als Ausdruck der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Wir haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass viel mehr energetische Sanierungen von Gebäuden nötig sind, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen – steuerliche Anreize können entscheidend dazu beitragen, dass investiert wird. Hier könnte man bereits viel weiter sein. Es ist in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Strompreise für mittelständische Betriebe und Privathaushalte im Griff zu behalten, die EEG-Umlage steigt und steigt. Aus Sicht des Handwerks kann nicht hingenommen werden, dass kleinere und mittlere Betriebe für die Privilegierung der Großunternehmen, die von der Umlage befreit sind, zur Kasse gebeten werden.

STEIN: Welches sind die drei wichtigsten Themen des Handwerks, um die sich die Politik jetzt dringend kümmern muss? Und welche zentralen Forderungen des Handwerks an die künftige Bundesregierung leiten Sie daraus ab?

Hans Peter Wollseifer: Dass dringend etwas bei der Finanzierung der Energiewende geschehen muss, habe ich schon angesprochen. Die Kosten müssen fair verteilt und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden, und es muss eine sichere und bezahlbare Energie- und Stromversorgung gewährleistet sein. Gerade für die Handwerksbetriebe in ländlichen Regionen ist es sehr wichtig, dass sie Zugang zu schnellem Internet haben. Hier müssen wir bei der Anbindung deutlich schneller werden. Notwendig ist für die Betriebe außerdem ein zeitgemäßes Datenrecht. Bei Steuern und Sozialabgaben darf es keine weiteren Belastungen für unsere Betriebe geben. Beispielhaft verweise ich auf den Bereich der Rente: Hier rächen sich Fehler der Vergangenheit wie die Mütterrente oder die Rente mit 63. Dadurch wird die Rentenkasse jedes Jahr mit mehreren Milliarden Euro belastet. Wir müssen dringend die Kosten bei der Rente im Griff behalten. Es sollte daher auf keinen Fall weitere Leistungsausweitungen geben, die dann aus Beitragsmitteln zu finanzieren sind. Vielmehr muss es darum gehen, die Rente demografiefest zu gestalten, indem beispielsweise das Renteneintrittsalter – wie künftig in Dänemark – an die Lebenserwartung geknüpft wird.

STEIN: Vielen Dank für das Gespräch.

Fassadenkunst in Rot

Stein Magazin

Rautenmuster am Historischen Museum in Frankfurt

In der Dezemberausgabe berichtet die STEIN über das Historische Museum in Frankfurt am Main. Das 1878 gegründete Museum besteht aus einem Konglomerat von Gebäuden verschiedener Epochen. Seit diesem Jahr ergänzen zwei weitere Gebäuderiegel mit dazwischen aufgespanntem Platz das „Museumsviertel“ in der Nähe des Römers. Der städtebaulich gelungene Entwurf stammt aus der Feder der Stuttgarter Architekten LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei. Die außergewöhnlichen Außenhüllen der beiden Neubauten bestehen aus rotem Neckartäler Hartsandstein mit geschliffener Oberfläche, deren Arbeiten das Bamberger Natursteinwerk Herman Graser GmbH ausgeführt hat. Mit dem Ziel, ein „lebendiges“ Fassadenbild zu erhalten, haben die Architekten die roten Außenhüllen aus einzelnen kleinformatigen Steinen entworfen. Auf diese Weise kommt die unverwechselbare Farbintensität des Natursteines mit seiner weißlich bis gelblichen Bändern besonders zur Geltung.

Für die Hauptfassade des Eingangsgebäudes haben sich die Planer etwas ganz Besonderes einfallen lassen: ein großes Rautenmuster mit gespitzter Oberfläche. Aber eine Raute besteht nicht ausschließlich aus einzelnen Steinen, sondern auch aus insgesamt sechs größeren Formteilen. Betrachtet man das Detailfoto, erkennt man oberhalb des Kreises eine schmale vertikale Fuge in Steinfarbe. Der gespitzte Stein rechts von der roten Fuge und der darunterliegende gespitzte Stein, mit der abgerundeten schmal zulaufenden Seitenkante, sind ein großes Steinelement. Der Steinmetz hat die horizontale Fuge nachträglich bis auf etwa zwei Zentimeter in den Stein eingefräst.

Das zweite Detailfoto zeigt die weiteren drei Steinelemente um den geschliffenen Kreis herum. Und auch die Rautenspitzen bestehen jeweils aus einem größeren Stein. Auf der Baustelle hat man die zuvor eingefrästen Fugen ebenfalls als Schattenfuge ausgeführt. Der Grund für diese Vorgehensweise: ein Abbrechen der abgerundeten, spitz zulaufenden Seitenkante zu verhindern.