Integration braucht Geduld, vor allem mit der Bürokratie

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Peter Linner (2.v.r.) und Klaus Graser (r.). Foto: Münchner Bauforum

Flüchtlinge könnten den Druck aus dem Fachkräftemangel der Handwerksbetriebe nehmen. Wenn da nicht das politische Paragraphenchaos wäre.

Vergangene Woche trafen sich im Rahmen der Reihe „Der Landtag im Gespräch“ Politiker und mehr als 300 Asylhelfer im Bayerischen Landtag, um über die Flüchtlingssituation zu diskutieren. Aktuelle Arbeitsverbote kritisierten die Helfer ebenso wie der immense Bürokratieaufwand, bei dem sowohl Flüchtlinge als auch Arbeitgeber schnell den Mut verlieren. Und dabei wäre alles so einfach: Das Handwerk braucht dringend Fachkräfte, die Flüchtlinge suchen Beschäftigung – aber so einfach ist es dann doch nicht.

Die Frustration darüber wurde auch am vergangenen Stammtisch des Münchner Bauforums deutlich, zu dem der Münchner Flüchtlingsrat als Gast über die aktuelle Arbeitssituation von Flüchtlingen referierte. „Ich würde gerne einen Flüchtling in meinen Betrieb integrieren. Gibt es eine Übersicht, die mir zeigt, was ich dafür machen muss?“, fragte ein Mitglied vom Bauforum. „Wir haben so viele Schlupflöcher, Abweichungen und Einzelfälle, sodass ich die Frage nicht einfach so beantworten kann “, antwortete Rebecca Kilian-Mason, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats. Das rechtlich komplexe System sei nur schwer zu durchschauen und der Gestaltungsspielraum der einzelnen Ausländerbehörden sei sehr groß.

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Der Pressesprecher und Moderator des Münchner Bauforums diskutiert mit dem Vorstand über Integration im Handwerk: Rainer Schlögel (l.), Peter Linner (2.v.r.) und Klaus Graser (r.). Foto: Münchner Bauforum, Fotograf Mathis Beutel
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Rebecca Kilian-Mason vom Münchner Flüchtlingsrat beim Stammtisch des Bauforums. Foto: Münchner Bauforum, Fotograf Mathis Beutel
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Handwerksbetriebe berichteten über ihre ausgesprochen gute Erfahrung im persönlichen Umgang mit Flüchtlingen. Foto: Münchner Bauforum, Fotograf Mathis Beutel
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Regelmäßig trifft sich das Münchner Bauforum zum Stammtisch im Wirtshaus am Rosengarten. Foto: Münchner Bauforum, Fotograf Mathis Beutel

Wo die Politik versagt

Welche Herausforderungen die Integration von Flüchtlingen ins Arbeitsleben mitbringen kann, zeigte die Sandstrahlerei Bräuer aus Gilching an einem praktischen Beispiel. Die Firma beschäftigt zwei festangestellte Fachkräfte aus Eritrea und Afghanistan. Sprachbarrieren ließen sich durch die Tätigkeiten im Betrieb schnell lösen. Zu den viel größeren Herausforderungen zählten die langsamen Verfahren der Behörden und die mangelnde sowie unzuverlässige Information in den Ämtern.

Eine weitere Herausforderung war die Suche einer Unterkunft für die zwei Mitarbeiter. Nachdem die beiden Flüchtlinge in einem Angestelltenverhältnis waren, verloren sie das Bleiberecht in ihrer alten Unterkunft. „Beide hatten auf einmal kein Dach mehr über dem Kopf. Zufällig fand ich heraus”, erzählt Andreas Bräuer von der Sandstrahlerei, „dass sie mehrere Tage um die Weihnachtszeit unter einer Brücke schliefen, weil sie keine Wohnung bekamen. Dann haben wir sofort gemeinsam eine Bleibe gesucht. Was aber nicht so einfach war. Wenn ein Vermieter die Wahl hat zwischen beispielsweise einem Referendar im Lehramt und einem Flüchtling, entscheidet er sich immer gegen den Flüchtling. Erst über persönliche Kontakte und der Versicherung, dass beide bei mir angestellt bleiben, konnten wir eine Wohnung finden.“

Hilfe im Paragraphenwust

„Ohne die Unterstützung ehrenamtlicher Institutionen wären wir nicht weitergekommen“, so Bräuer. Hier kann die kostenlose Beratung im Flüchtlingsrat helfen oder die Arbeitsvermittlungsagentur „StayWelcome“. Unterstützung finden Betriebe auch bei Asyl-Helferkreisen und in Berufsschulen, wo es sogenannte Integrationsklassen gibt.

Von den 53 Unternehmen, die im Münchner Bauforum e. V. organisiert sind, beschäftigen derzeit sieben Betriebe insgesamt elf Flüchtlinge. Angestellt sind sie als Praktikanten, Auszubildende und festangestellte Fachkräfte. Ihre ausgesprochene Freundlichkeit, Höflichkeit sowie Pünktlichkeit wurde an dem Stammtischabend des Bauforums ausdrücklich gelobt – Handlungsbedarf sehen die Betriebe vornehmlich in der Politik, um Integration erfolgreich umsetzen zu können.

Über das Münchner Bauforum

Seit fünf Jahren bündelt der Verein Münchner Bauforum Experten aus jeder Branche rund um den Bau. Der Verein dient dabei der Privatperson als Vermittler von qualifizierten Handwerksbetrieben, Planern und Dienstleistern bei Bauleistungen. Das Münchner Bauforum ist jedoch nicht nur ein Netzwerk aus unterschiedlichen Unternehmen. Die Mitglieder befassen sich auch mit aktuellen Themen und Problematiken, wie beispielsweise aktuell mit der Integration von Flüchtlingen.

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Berchtesgaden vergibt beliebte Grabplätze per Los

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äußerst beliebte letzte Ruhestätte. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Losverfahren sichert faire Vergabe

Deutschlandweit leeren sich die Friedhöfe. Deutschlandweit? Nein. Ein kleines bayrisches Städtchen hat so beliebte Grabstätten, dass es ein Losverfahren durchführt.


Berchtesgaden
Berchtesgaden in Bayern hat mit dem Alten Friedhof eine altehrwürdige, äußerst beliebte letzte Ruhestätte. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Der Alte Friedhof in Berchtesgaden ist schön und altehrwürdig, 1685 an einem terrassierten Steilhang angelegt. Er steht unter Denkmalschutz und ist geprägt durch imposante Grabmäler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Und er ist eine begehrte letzte Ruhestätte – die Friedhofsverwaltung der Gemeinde hat deshalb einen ungewöhnlichen Entschluss gefasst: Die Wiederbelegung hat im Juli mittels Losverfahren stattgefunden. 140 Erdbestattungs- und 60 Urnengräber hat die Stadt neu vergeben. Rund 280 Bewerber nahmen am Verfahren teil. Zugelassen wurde, wer einen Wohnsitz im Friedhofsverbandsgebiet und einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

Oliver Wirthmann, der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Bestatter, hält das unkonventionelle Verfahren für ein gutes Zeichen für die Friedhofskultur. In Zeiten, in denen der Trend zu Urnenwänden und Friedwäldern stetig wächst, klagen deutsche Friedhöfe sonst ja eher selten über Platzmangel.

Eine Umfrage des Forschungsinstituts Emnid spiegelt diese Entwicklung wider: Nur jeder vierte Deutsche will demnach noch in einem Sarg und unter der Erde begraben werden. Fast zwei Drittel lassen sich einäschern. 13 Prozent derer, die auf einem Friedhof bestattet werden wollen, setzen dabei auf Urnenwände oder ein Grab unter einem Baum – Motto: möglichst pflegeleicht für die Hinterbliebenen.

Für die Grabplätze in Berchtesgaden haben sich vor allem Bürger beworben, die in ihrer eigenen Gemeinde bestattet werden wollen. Der Alte Friedhof war zuvor jahrzehntelang voll belegt. Nur Alteingesessene, deren Familien noch ein Grabrecht besaßen, konnten ihre Verstorbenen auf dem Friedhof bestatten. Er umfasst ingesamt rund 1.500 Grabstätten. 200 von ihnen sind nun in einem fairen Verfahren neu vergeben.

Homeoffice mit Han Solo

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Seit 40 Jahren schlägt das Imperium zurück: Am 17. Mai 1980 wurde die nach heutiger Zählung fünfte, damals zweite Star-Wars-Episode „The Empire Strikes Back“ im Kennedy Center zu Washington D.C. uraufgeführt. Die globale Fangemeinde der mächtigen Space-Opera-Saga ist groß und das Portfolio an Merchandise-Artikeln scheint unendlich. Eine ganz besondere persönliche Hommage an seine Helden aus einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit hat sich Hausbesitzer Rob Equi aus Sacramento geschaffen – mit hellen und dunklen Belägen von Neolith.

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Der Boden des Star-Wars-Homeoffice soll an das Holo-Schachbrett aus dem Millennium Falken erinnern. Es besteht aus Neolith in den Varianten „Basalt Black Satin“ und „Cement Satin“. Foto: Neolith
THESIZE SURFACES - NEOLITH  Almassora - Castellón - Spain
Kreatives Umfeld für die Heimarbeit: Augenarzt Rob Equi hat sich, unterstützt von der Designerin Miche Victoria, sein privates Star-Wars-Universum ins Büro geholt. Foto: Neolith
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Vorn kann der Hausherr chillen, dahinter ist Han Solo in Karbonit eingefroren. Foto: Neolith
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Das Homeoffice finden Sie ganz leicht: Links an Boba vorbei, und dann treffen Sie auch gleich den Death Trooper, der es bewacht. Foto: Neolith
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California Dreaming: Krieg-der-Sterne-Erfinder George Lucas hat in Marin County seine fulminante Skywalker Ranch, Dr. Rob Equi hier in Sacramento sein persönliches kleines Star-Wars-Universum. Foto: Neolith

Ein neues Homeoffice

An seinem sechsten Geburtstag spürte er zum ersten Mal die Macht: Es war der 25. Mai 1977, der Tag an welchem der erste Star-Wars-Film „A New Hope“ in den Kinos anlief, und wie Rob Equi sich erinnert, fand ein Familienausflug dazu statt. Seither ist der Krieg der Sterne fester Bestandteil seines Lebens. Der kleine Junge von damals ist heute Arzt und Netzhautspezialist, was ihm – ähnlich wie seinen Jedi-Vorbildern – erlaubt, beruflich Laser zu benutzen.

Als er nun mit seiner Familie das Wohnhaus renovierte, entschloss er sich, seinem Homeoffice und dem angrenzenden Loungebereich einen besonderen Touch zu verleihen: „Ich wollte einen Raum haben, der unter dem Star-Wars-Motto stand. Ich hatte eine ganze Reihe von hochwertigen Erinnerungsstücken, die ich auf coole, lustige und eindrucksvolle Weise zur Schau stellen wollte und dafür wollte ich einen Platz haben, zu dem ich nach der Arbeit hingehen und in meine Kindheit eintauchen kann.”

Die Designerin schlägt zurück

Nachdem Equi schon während der ersten drei Bauphasen mit Miche Victoria, Senior Designerin bei Benning Design Construction, zusammengearbeitet hatte, vertraute er ihr vorbehaltlos an, sein ganz besonderes Anliegen zu verwirklichen. „Ich habe ihr in groben Zügen gesagt, was ich wollte. Es musste ein bewohnbarer Büroraum sein, deshalb durfte es nicht aussehen wie an einem Filmset, aber gleichzeitig wollte ich auch einige Designelemente, die mich an dieses Universum erinnerten. Beispielsweise ist die Beleuchtung in diesen Filmen ein sehr wichtiges Motiv.” Auf ihrer Suche nach ikonischen Szenen fand Victoria Inspiration in der ursprünglichen Trilogie.

Die Rückkehr des Holo-Schachbretts

Oft ist der Bodenbelag der erste Schritt in Miche Victorias Designprozess, weil er die Grundlage für alles andere ist – so auch hier. So zeigt sich das Geläuf in Equis Homeoffice unwissenden Augen als ein kreisförmiges, modern anmutendes Schwarz-Weiß-Muster. Für Star-Wars-Fans ist es eine Hommage an das Brett, auf dem Chewbacca und C-3PO in Han Solos Raumschiff, dem Millennium Falken, Holo-Schach spielen.
Designerin Victoria wollte ein Material, das zu den anderen Designelementen passt und auf das sie große Stücke hält: Neolith-Beläge, vom Hersteller gesinterter Stein genannt, hatte sie schon mehrfach in anderen Projekten eingesetzt und ist von diesen Porzellankeramiken überzeugt. Sie geht sogar so weit, zu sagen: „Für mich kommen keine anderen Materialien in Frage. Für ein kundenspezifisches Design wie dieses war Neolith ein Kinderspiel. Man kann so viel damit machen. Die Möglichkeiten der Anpassung sind unglaublich. Es hebt sich wirklich dank seiner vielen Stärken und Finishs von seinen Wettbewerbern ab. Ich liebe diese nahtlosen Übergänge.” Um die Ästhetik des Raumschiffs aus dem Film einzufangen, vermied sie den sauberen Kontrast eines herkömmlichen Schachbretts und entschied sich stattdessen dafür, die beiden Neolith-Varianten „Basalt Black Satin“ und das Industrial-Charme verströmende „Cement Satin“ zu kombinieren.
Bei der Umsetzung des kundenspezifischen Motivs bekam die Designerin Unterstützung von den Vertriebspartnern Evolv Surfaces und Natural Stone Design Fabrication. Bauherr Rob Equi zeigt sich sehr glücklich mit dem Ergebnis: „Die Neolith-Materialien sind einfach fantastisch. Das matte Finish passt perfekt zum bewohnten Universum von Star Wars. Es ist nicht das typische Science-Fiction-Design, bei dem alles auf Hochglanz poliert, neu und utopisch ist.”

Jedi-Design-Tricks

Neben dem Bodenbelag ist auch die Beleuchtung wichtig für das richtige Flair: Hinter Equis Schreibtisch erinnern zwei große hinterleuchtete Wandplatten an das Set der Kampfszene zwischen Obi-Wan und Darth Vader aus dem ersten Teil „A New Hope“, die restlichen illuminierten Wandbekleidungen in der Büro-Rotunde sind von der „Ich bin dein Vater“-Szene inspiriert. Weitere liebevolle Details und Exponate: An der Wand des Loungebereichs nebenan steht eine lebensgroße Nachbildung von Han Solo in Karbonit an der Wand. Hier ist man umgeben von Star-Wars-Devotionalien des Hausherren, wie etwa Kostümen, einem X-Wing-Pilotenhelm und einem Blaster-Nachbau. Auch wenn er selbst der größte Fan der Filmreihe im Hause ist, Rob Equis Frau und Kinder tragen seine Liebe mit zum Heldenepos aus einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit: Sie teilen sich ihr Heim mit Boba Fett, einem imperialen Death Trooper und Han Solo – sowie natürlich Chewie, bei dem es sich in diesem Fall nicht um den Wookie und besten Freund Solos handelt, sondern den Labradoodle der Familie.