Einblicke in den globalen Natursteinhandel

Stein Magazin

Dr. Carlo Montani ist Statistik-Spezialist und Herausgeber des zweisprachigen Berichts „XXVI Report marble and stones in the world 2015“, der die Entwicklungen des weltweiten Natursteinhandels beleuchtet. Wir haben mit Dr. Montani über die Erkenntnisse der Studie gesprochen.

 

STEIN: In Ihrer Studie haben Sie herausgefunden, dass der Export von Marmor weltweit um 6,7 Prozent gewachsen ist. Was bedeutet das für Europa?

Dr. Carlo Montani: Der weltweite Steinexport steigt tatsächlich schon über eine längere Periode – mit einer einzigen Ausnahme im Jahr 2009. Im letzten Jahr, von dem uns finale Daten aller Länder vorliegen (2014), stieg der Export um 6,7 Prozent an. In Europa jedoch hatten wir eine beachtliche Stagnation mit einem Rückgang von 1,1 Prozent. Betrachtet man den europäischen Anteil am globalen Steinhandel (19,7 Prozent in der Bilanz von 2014), stellt man fest, dass es weltweit ohne Europa eine Zunahme von 8,9 Prozent gab. Diese Zahlen belegen den großen Unterschied zwischen der Situation des Steinhandels in Europa und dem, was in allen anderen Ländern der Welt passiert. Einen großen Beitrag zu den weltweiten Entwicklungen hat erneut China geleistet, das – ebenfalls im Jahr 2014 – eines der besten Ergebnisse erzielte: Der Steinexport stieg auf 1,3 Millionen Tonnen, was einen Zuwachs von 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Gibt es interessante Entwicklungen für Deutschland?

Deutschland ist mit etwa zwei Millionen Tonnen jährlich immer noch der größte Steinimporteur Europas und weltweit der viertgrößte nach China, den USA und Südkorea. Mit etwa einer halben Million Tonnen im Jahr 2014 ist auch Deutschlands Steinexport beachtenswert. Im privaten Sektor kamen 40 Millionen Quadratmeter bei einer herkömmlichen Dicke von zwei Zentimetern zum Einsatz. Dies ist der siebte Platz weltweit und der zweite Platz in Europa.

Warum ist Ihrer Meinung nach der Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz so hoch?

Es gibt einige wichtige Faktoren, die den hohen Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz erklären. Der erste ist sicher das hohe Niveau des Pro-Kopf-Bruttosozialprodukts. Dazu kommt die traditionelle Vorliebe für Marmor und Granit im privaten und gewerblichen Bausektor – ähnlich wie in Italien. Die konkurrenzfähigen technologischen Eigenschaften von Stein sind eine weitere Erklärung, speziell wenn es um die Verwendung im Außenbereich geht. Denn in Kontinentaleuropa sind die klimatischen Herausforderungen größer als im Süden. Darüberhinaus gibt es in der Schweiz eine relativ geringe Inlandsproduktion und gleichzeitig einen hohen Anspruch an Qualität. Durch die geographische Nähe zu den besten italienischen Materialien (allen voran aus Verona) kommt der Großteil der Importware aus Italien.

Den Bericht „XXVI Report marble and stones in the world 2015“ von Dr. Carlo Montani können Sie hier erwerben.

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11. Bildhauersymposium am Skulpturenweg

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Der Kunstverein Skulpturen Rheinland-Pfalz e.V. veranstaltet im Steinbruch der Firma Picard im Schweinstal bei Kaiserslautern bis zum 9. Juli 2017 das elfte Bildhauersymposium. Fünf ausgewählte Künstler aus vier Ländern präsentieren ihre Plastiken und fertigen Kunstwerke für den Skulpturenweg.

Eröffnet wurde das Bildhauersymposium feierlich am 8. Juni 2017 mit einer Vernissage mit Kleinplastiken. In den nächsten Wochen finden in dem Steinbruch eine Werkschau sowie Workshops mit Sandsteinplastiken statt. Während der Werkschau „Work in process“ im Steinbruch, die am 25. Juni 2017 stattfand, stellten die Künstler ihre entstehenden Plastiken vor und beantworteten Fragen zu ihren Arbeiten. Unter den Arbeiten finden sich drei aus Sandstein, eine Kombination aus Sandstein/Stahl sowie ein Kunstwerk aus Stahl wieder:

– „Share Happiness“ von Hiroyuki Asakawa (Mino-City, Japan) aus Sandstein

– „Animated Stone“ von Agnessa Petrova (Sofia, Bulgarien) aus Sandstein

– „Suspended“ von Elena Saracino (Carrara, Italien) aus Sandstein

– „Virus“ von Michaela Biet (Nürnberg) aus Sandstein/Stahl

– „Echo“ von Ekkehard Neumann (Münster) aus Stahl

Bei der Finissage am 9. Juli 2017 werden sie feierlich am Skulpturenweg an die Gemeinden übergeben. Im Laufe der vergangenen zehn Bildhauersymposien sind entlang des Skulpturenwegs bereits 70 Arbeiten entstanden.

Eine weitere Besonderheit des Bildhauersymposiums stellte die Schatzsuche am 10. Juni 2017 dar. Das Natursteinwerk Picard präsentierte im Sandsteinwerk einen Felsen mit verborgenem Schatz, der jedoch erneut nicht gefunden wurde. Die nächste Möglichkeit besteht am 12. August 2017.