Karl Marx auf neuem Fundament

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Ein bröckelnder Betonsockel, aus­gebrochene Stellen und lose Gra­nitplatten: Nach rund 40 Jahren Frost- und Tauwechsel und immer wie­der Staunässe hatte das Fundament des 13 Meter hohen Karl-Marx-Denk­mals in der früheren Karl-Marx-Stadt Chemnitz an Tragfestigkeit eingebüßt. Die denkmalgerechte Sanierung des Sockels einer der größten Porträtbüsten der Welt stellte hohe Anforderungen sowohl an die Belagsarbeiten als auch an die dringend erforderliche Ent­wässerung des Belagaufbaus.

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Der etwa 18,5 x 10,5 Meter breite, zwischen 40 und 80 Zentimeter hohe Sockel des 1971 errichteten Denkmals besteht in seinem Kern aus Beton und Ziegeln. Die ursprüngliche, als verlorene Schalung gemauerte Einfassung dieses Fundaments ersetzte man nun durch eine ringsum gezogene, etwa 25 Zentimeter breite Betonschürze. Vom Rückbau der früheren Einfassung wurden die aus einem Stück bestehenden Eckelemente aus Granit ausgenommen und in ihrer ursprünglichen Lage belassen. So stellten die Verarbeiter sicher, dass sowohl die Höhen als auch die Fluchten zueinander unverändert blieben.

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Die rund 250 Platten des Bestands nahmen die Mitarbeiter des beauftragten Fachbetriebs Natur- und Kunststeinbau Martin Herberholz in Chemnitz sorgfältig auf. Dem Gedanken der Denkmalpflege entsprechend sollten so viele Granitplatten wie möglich wiederverwendet werden. Schließlich waren es gut drei Viertel der Platten, die die Steinverarbeiter auf Schäden überprüften, reinigten und wieder verlegten. Die erforderlichen neuen Platten lieferte derselbe Steinbruch aus der Ukraine, von dem der seinerzeit mit der Erbauung des Karl-Marx-Denkmals beauftragte sowjetische Bildhauer Lew Kerbel die ursprünglichen Granitplatten bezogen hatte.

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