Lagerverwaltung heute

Stein Magazin

Programme zur Erfassung der Wareneingänge und Verwaltung des Lager- und Auftragsbestands sparen bares Geld. Neben einer zeitnahen und realistischen Bewertung des Materialbestands hilft eine akkurate Lagerverwaltung bei der Arbeitsvorbereitung, Materialbeschaffung und Inventur. Die Lösungen reichen von Barcodes bis zum GPS-System. In STEIN im März 2014 stellen wir zwei Betriebe mit ihrer Lösung zur elektronischen Lagerverwaltung vor.

1. Im Baukonzern Bachl in Röhrnbach verwaltet die Naturstein-abteilung den Materialbestand mit Barcodes und iPad.

2. Der Natursteingroßhändler Stein & Co. in Ennsdorf nutzt Barcodes und GPS zur Planung und Kontrolle aller Materialbewegungen.

Warenströme effizient verwalten

Arbeitszeit und Warenlager sind wichtige Faktoren in jeder Kostenrechnung. Wer seinen Materialbestand dank cleverer Software stets im Blick hat, spart bei der Arbeitsvorbereitung kostbare Zeit. Ein Blick in die Lagerliste und das passende Stück ist rasch gefunden. Neben der Zeitersparnis hilft eine präzise Lagerverwaltung, für jeden Auftrag nur so viel Stein wie nötig zu verschneiden. Bei Anfragen zeigt die Lagerliste, ob die benötigte Menge vorrätig ist oder erst geordert werden muss. Ebenso vereinfacht die elektronische Lagerverwaltung die Inventur und hilft, den Wert des Lagers realistisch zu bewerten.

Als Teil eines übergeordneten Warenwirtschaftssystems liefert die Lagerverwaltung wichtige Daten zum Zustand des Unternehmens. Über Schnittstellen zu kaufmännischen Programmen werden die Materialeingänge und -ausgänge erfasst und bei Bedarf wird das verwendete Material sogar einzelnen Aufträgen zugeordnet. Auf diese Weise lässt sich im Nachhinein bei einer Nachbestellung oder Ergänzung das passende Material aus der gleichen Charge finden. Für den Betrieb einer elektronischen Lagerverwaltung genügen in der Regel neben der Software ein Handscanner und ein Barcode-Drucker. Bei einer Verknüpfung von Lagerverwaltung und Produktionskontrolle über mehrere Barcode-Stationen lässt sich der Weg einer Rohplatte vom ­La­gereingang bis zur Auslieferung als Fertigware lückenlos überwachen.

Lesen Sie mehr zur elektronischen Lagerverwaltung in STEIN im März 2014.

Könnte dich auch interessieren

„Verde Guatemala” veredelt Münchner Hotel

Stein Magazin
Gold- und Sandtöne. Foto: concrete and steve herud

Für Designliebhaber

Der Straßenverkehr scheint kaum Notiz davon zu nehmen. Kein Wunder, äußerlich hat sich auch nur marginal etwas verändert. Wie eh und je steht das ehemalige Schulungsgebäude an der befahrenen Landsberger Straße, unweit der Münchner Oktoberfestwiese. Maximal wundert sich der ein oder andere Passant beim Vorbeilaufen über diesen geheimnisvollen Eingang, der von seinem Inneren so wenig preis gibt: Hauchdünne Vorhänge verschleiern die bodenlangen Fenster, als wollen sie verführen. Nur der Schriftzug „Roomers“ leuchtet hindurch und macht neugierig auf den „Untermieter“.

Passiert man den Türsteher und tritt ein, wird einem schnell klar: Mit Schulungsgebäude hat das hier nichts mehr zu tun. Vielmehr mit Luxus, der nicht aufgeladen wirkt, sondern eher wie ein Zuhause eines hippen Designliebhabers.

Roomers_Munich_2
In der Lobby vom Roomers in München mischen sich Grün-, Gold- und Sandtöne. Foto: concrete and steve herud
Roomers_Munich_3
Die Bar im Eingangsbereich ist aus dünnem Verde Guatemala gefertigt. Foto: concrete and steve herud
Roomers_Munich_4
Am Ende der Lobby lädt eine Sitzecke zum Verweilen ein. Foto: concrete and steve herud
Roomers_Munich_5
Neben Naturstein wurde im Roomers München auch Holz verarbeitet. Foto: concrete and steve herud
Roomers_Munich_6
Die Zimmer wirken weniger wie Hotel … Foto: concrete and steve herud
Roomers_Munich_7
… vielmehr wie ein Wohnzimmer. Foto: concrete and steve herud
Roomers_Munich_8
In den Bädern wurde Nero Marquina verarbeitet. Foto: concrete and steve herud
Roomers_Munich_1
Den sogenannten Hidden Room in rotem Satin kennen nur vertraute Gäste. Er verbirgt sich hinter der Bar des Restaurants Izakaya. Foto: concrete and steve herud

Naturstein veredelt Räume

Seit September 2017 ist das neue Roomers offen für Leute, die sich ein Zimmer ab 220 Euro leisten wollen bzw. können. Damit ist das Hotel eines von drei Roomers-Häusern in Deutschland, neben Frankfurt am Main und Baden-Baden. Die Inhaber sind zwei Männer. Das merkt der aufmerksame Gast bereits am Duft der Seife im Bad – alles andere als Rosen und Liebelei.

Die Farbpalette des Hotels bedient Grün-, Gold- und Sandtöne mit schwarzen Akzenten. Sie werden getragen von Materialien wie Stein, Samt, Metall, Leder oder Holz. Auffällig ist der Empfangstresen mit dünnen Platten in edlem „Vert de Rajasthan“ aus Indien, besser bekannt als „Verde Guatemala“. Das Amsterdamer Designbüro Concrete bediente sich auch bei der Ausstattung der Bäder (Nero Marquina), den Böden (Belgisch Granit) und einiger Tische (Bianco Carrara) bei Naturstein.

Das Herzstück vom Hotel ist das Restaurant in den versteckten Hinterräumen. Es trägt den japanischen Namen „Izakaya“, was so viel wie „Sake-Laden zum Sitzen“ bedeutet und eher eine Kneipe meint. Mit letzterem hat das edle Izakaya im Münchner Roomers recht wenig am Hut, dafür aber umso mehr mit dem Sake-Schnaps. Denn dieser schmückt in großen Einweggläsern die Regale gegenüber der Bar. Auf der anderen Seite schwebt ein überdimensioniertes Fisch-Mobile aus natürlichem Buchenholz. Zwischen Sake und Fisch wird diniert: kunstvoll angerichtete japanische Küche mit südamerikanischer Gewürznote.

Ein Geheimnis hinter der Tür

Hinter den Sake-Gläsern geht es noch weiter: Nur Insider wissen, was sich hier versteckt. Es ist der Hidden Room, ein Raum-im-Raum in scharlachrotem Satin. Ohne den Ausblick nach draußen vergisst man schnell Ort und Zeit. Spätestens hier bei einem Bloody Mary in der Hand wird klar, dass sich hinter der fast bedeutungslosen Fassade an der Landsberger Straße weit mehr versteckt als ein leuchtender Schriftzug hinter hauchdünnen Vorhängen.

Adresse

Roomers Hotel, Landsberger Straße 68, München

www.roomers-munich.com

Handy-Prothese

Stein Magazin
Substitute-Phones
Die Substitute Phones gibt es in verschiedenen Ausführungen. Foto: Leonhard Hilzensauer
Substitute-Phones-Schillinger
Das Gehäuse besteht aus Kunststoff. Foto: Leonhard Hilzensauer
Klemens-Schillinger
Für die typischen Handybewegungen sind Marmorperlen integriert. Foto: Leonhard Hilzensauer
Smartphone-Schillinger
Einen klassischen Bildschirm gibt es nicht. Stattdessen steht hier #Offline. Foto: Leonhard Hilzensauer

Kunststoff und Howlith-Perlen

Das „Substitute Phone“ soll Handysüchtigen bei der Entwöhnung von ihrem Gerät helfen. Der Wiener Designer Klemens Schillinger hatte die Idee, mit dem nachgeahmten Smartphone physische Reize zu simulieren – und dabei auf die digitalen Funktionen zu verzichten.

Das Konzept basiert auf der Theorie, dass zur Handysucht zwei Dinge gehören: das Erhalten von Informationen – aber auch die Berührungen auf dem Display. Wischen, Scrollen und Tippen sind laut Klemens Schillinger in unserer Smartphone-Nutzung so verankert, dass allein schon die Bewegungen fehlen würden. Insofern ahmt das Substitute Phone diese physische Erfahrung nach, ohne jedoch die kognitive Stimulation auf dem Bildschirm.

Daher bezeichnet Schillinger sein Design auch als „Prothese“. Er erklärt: „Das Objekt ist auf nichts als Bewegungen reduziert. Diese Einschränkung bietet Smartphone-Süchtigen Hilfe bei Entzugssymptomen.“

Das Gehäuse besteht aus schwerem Kunststoff. In der Mitte ist eine Reihe von Howlith-Steinperlen eingelassen, an denen man mit den Fingern entlangfahren kann. Die Perlen simulieren die Display-typischen Gesten: Sie lassen sich rollen und geben so ein ähnliches Gefühl wie ein Handybildschirm.