Keramische Megaformate – Faszination und Herausforderung

Sein erstes Online-Expertenseminar hat der Fachverband Fliesen und Naturstein (FFN) im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes am 18. März 2021 durchgeführt – unter dem Thema „Megaformate“.

In der Expertenschulung ging es den Mitgliedern des technischen Ausschusses darum, die mehr als 70.000 im Verband vertretenen Fliesenleger über die Chancen und Risiken im Umgang mit den großen dünnen Keramikplatten zu informieren. In einem Hamburger Theater traten hierzu die Fliesenlegermeister Marco Sass, Titus Wolkober und Markus Ramrath (der auch Steinmetzmeister ist) zusammen mit der auf Baurecht spezialisierten Rechtsanwältin Dunja Salmen auf und klärten ebenso über die hervorragenden Zukunftsaussichten als auch über die noch vorhandenen Tücken des faszinierenden Materials auf.

Kein Baustoff habe ich sich in den vergangenen Jahren derart stark verändert wie die Fliese, sagt Marco Sass. „Dies ist wegen der Marktvorteile ein Segen für unsere Branche“, urteilt Titus Wolkober. Und dennoch würden sich die Megaformate wie die „Diva“ unter den Fliesen verhalten, nämlich manchmal ziemlich zickig, warnt Markus Ramrath. Und Dunja Salmen ergänzt: „Nur eine optimale Vertragsgestaltung bei Megaformat-Aufträgen kann den Fliesenleger absichern“. Einen für Mitglieder kostenfreien „Musterhinweis“ hat der FFN daher zunächst erstellt. Und jetzt wird der Fachverband sich mit einigen willigen und fähigen Fliesenherstellern an einen Tisch setzen um für alle Beteiligten sichere Bedingungen zu erarbeiten.

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Denn zwar können Schäden auch trotz bestmöglicher Vorsichtsmaßnahmen immer geschehen; darüber waren sich alle Referenten einig. Sollten dafür aber nicht Fehler des Verarbeiters ursächlich sein, sondern eine zu hohe Spannung im Material: Dann müsste der Fliesenleger eine Chance haben, die entsprechende Fliesenlieferung zu reklamieren. Und nach einer vom Verband in Auftrag gegebenen MPA-Studie würden die zu unkontrolliertem Verhalten des Materials führenden Spannungen etwa 0,5 Prozent aller Großplatten betreffen. Dann sei Bearbeitung kaum mehr möglich. Bei den übrigen 99,5 Prozent zählten aber die Argumente großflächig, fugenarm, pflegeleicht, strapazierfähig und vieles mehr. Um den Verarbeitern hier dauerhaft zu helfen, warben die Veranstalter für den neuen Beruf des Fliesenkonfektionierers, der die großen Platten maschinell mit Wasserstrahl-Technik vorfertigt und damit den Großteil des Bearbeitungsrisikos von der Baustelle auf seine Maschinenhalle überträgt.