Krippenwettbewerb im Handwerk

Die Tradition der Weihnachtskrippe reicht mittlerweile circa 500 Jahre zurück. In einem Wettbewerb des Diözesanmuseums Freising zusammen mit den Münchner Meisterschulen wurde das Thema jetzt von 89 Schülern neu interpretiert. Mit dabei waren auch die Steinmetzschüler Hannah Lehleiter und Florian Kühner.

Hannah Lehleiter und Florian Kühner sind Schüler der Fachschule für Steintechnik/Meisterschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in München. Foto: Elisabeth Heider

Hannah Lehleiter ist erst seit September 2017 in München an der Fachschule für Steintechnik/Meisterschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk. Der Krippenwettbewerb war ihr erster, trotzdem konnte sie die Jury auf Anhieb überzeugen und wurde mit einem Preis ausgezeichnet. Bereits beim schulinternen Wettbewerb war Hanna Lehleiter einer der Sieger. Für ihr Werk „Stadtgeschehen“ orientierte sie sich an neapolitanischen Krippen und legte den Fokus auf eine Stadtansicht mit den Türmen der Münchner Frauenkirche im Hintergrund. „In den letzten Jahren war ich hauptsächlich in der Restaurierung tätig und habe gar nicht in der Werkstatt am Stein gestanden. Daher waren der Wettbewerb und aber auch das Thema Krippen für mich etwas Besonderes“, sagt Lehleiter.

Hannah Lehleiter konzentrierte sich in ihrem Werk „Stadtgeschehen“ auf die Darstellung eines belebten Stadtreliefs nach dem Vorbild neapolitanischer Krippen. Foto: Elisabeth Heider

Auch für ihren Studienkollegen Florian Kühner war der Wettbewerb eine Abwechslung. „Ich habe bisher nur bei Wettbewerben an der Steinschule mitgemacht. Sonst bin ich bei meiner Arbeit eher auf Baustellen oder Friedhöfen unterwegs“, erklärt Kühner. „Je kleiner das Werk ist, desto schwieriger wird es natürlich für uns Steinmetze und man muss sehr aufpassen, damit kein Stück beim Bearbeiten des Steins abbricht. Das Thema war die Chance etwas Neues zu machen und hat mir großen Spaß gemacht.“

Florian Kühner arbeitet meist an großen Werkstücken. Eine kleine Weihnachtskrippe aus dem Stein zu hauen, war für ihn eine schöne Abwechslung. Foto: Elisabeth Heider

Unter dem Namen „Schöne Bescherung! 89 Krippen – 89 Kreative“ sind die Werke von Hannah Lehleiter, Florian Kühner und den anderen jungen Kunsthandwerkern in der ehemaligen Karmelitenkirche in München zu sehen. Das Diözesanmuseum Freising hatte zusammen mit der Berufsfachschule für das Holzbildhauerhandwerk, der Fachschule für Steintechnik/Meisterschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk, der Meisterschule für das Gold- und Silberschmiedehandwerk und der Meisterschule für das Vergolderhandwerk/Kirchenmalerei die Schüler dazu aufgerufen das Thema Weihnachtskrippe neu zu interpretieren.

In der ehemaligen Karmeliterkirche in München sind alle Weihnachtskrippen aus dem Wettbewerb noch bis 14. Januar zu sehen. Foto: Elisabeth Heider

Die besten Arbeiten zeichnete Kardinal Reinhard Marx am Sonntag, den 17. Dezember aus und eröffnete damit die Ausstellung. Der Erzbischof von München und Freising hatte das Preisgeld von insgesamt 6.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die 1.500 Euro pro Gewerk wurden unter den jeweiligen Gewinnern aufgeteilt. Die zwölfköpfige Jury zur Auswahl der besten Werke bestand aus Fachlehrern der Meisterschulen, Mitarbeitern des Münchner Kulturreferats, Mitarbeitern des Diözesanmuseums Freising sowie Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg, der Kardinal Reinhard Marx vertrat.

Die insgesamt 89 Kunstwerke sind noch bis zum 14. Januar täglich von 11 bis 19 Uhr in der ehemaligen Karmelitenkirche in München zu sehen.

Über den schulinternen Krippenwettbewerb berichtet STEIN in der Februarausgabe. 

Sehen Sie hier ein Video der Preisverleihung vom schulinternen Wettbewerb im Dezember 2017: