Die Residenz aus dem frühen 20. Jahrhundert wurde innen wie außen umgestaltet. Der neue Anbau (Bild im Bild) wurde mit gesintertem Kunststein verkleidet. Fotos: Lapitec

Das italienische Architektur-Studio Mama Architettura hat in Treviso eine Privatresidenz umgebaut und erweitert – der Anbau ist mit gesintertem Kunststein von Lapitec verkleidet.

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Die Residenz aus dem frühen 20. Jahrhundert wurde innen wie außen umgestaltet. Der neue Anbau (Bild im Bild) wurde mit gesintertem Kunststein verkleidet. Fotos: Lapitec
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Das Architekturbüro hat für die Privatresidenz in Treviso diesen modernen Anbau entworfen, er ist über eine Treppe mit dem Bestandsgebäude verbunden. Foto: Lapitec
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Der Erweiterungsbau besteht aus einer Holzkonstruktion, verkleidet mit Lapitec-Platten, die mit dem Kerf-System befestigt sind und sich besonders gut für den Außenbereich eignen. Foto: Lapitec
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Farblich orientiert sich der Anbau an den warmen Naturtönen der ursprünglichen Residenz. Die Lapitec-Platten sind 12mm dick, verwendet wurden die Strukturen „Arena“ (rau) und „Urban“ (glatt). Foto: Lapitec

Sanierung, Umbau und Anbau

Drei Aufgaben bekommt das Team um Architekt Andrea Pulito und Bauingenieur Stefano Motta von den Bauherren: Die Fassade des bestehendes Gebäudes, einer Residenz aus dem frühen 20. Jahrhundert, restaurieren. Ein neues Konzept für die Innenräume entwerfen, komplett vom Fußboden bis zur Decke, möglichst modern. Und drittens: Raum gewinnen – die Bauherren wünschen sich mehr Platz im Erdgeschoss und eine kleine, in sich geschlossene Suite im ersten Stock, eine Garage findet in der Umsetzung auch noch Platz.

Die Planer legen los, gemeinsam mit den Handwerkern werden sie anderthalb Jahre an der Villa arbeiten und sie schließlich im Juli 2017 den Bauherren übergeben. Den historischen Gebäudeteil lässt Mama Architettura mit einer Außenverkleidung aus einem Marmorino-Verputz in Beigetönen restaurieren, innen setzen sie auf reduzierte Farben, klare Linien, viel Luft. Und sie entwerfen den modernen Erweiterungsbau, in Form einer Holzkonstruktion, verkleidet mit gesintertem Kunststein. Der neue Baukörper zeichnet sich durch ein Flachdach, gerade Kanten und große, quadratische Fenster aus, die Aussicht auf die Altstadt von Treviso bieten sollen. Eine Treppe verbindet ihn mit dem Bestandsgebäude, wer sie betritt, läuft quasi von der Vergangenheit in die Gegenwart.

 Die Architekten beauftragen die venezianische Firma Lapitec mit der Produktion der Sinterstein-Platten. Das Material wird bei 1200°C erzeugt und mit einem patentierten Verfahren durchfärbt. Die Firma aus Vedelago forscht und entwickelt kontinuierlich an neuen Technologien, Farben und Marktrends und beschäftigt dafür eine eigene Abteilung, die mit Architekten, Designern und Verarbeitern im Austausch steht. Nicht zuletzt die Auszeichnung mit dem German Design Award zeigt, dass der Kunststein allmählich den Markt erobert.

Lapitec als witterungsbeständige Outdoor-Lösung

Für die Verkleidung des Erweiterungsbaus im norditalienischen Treviso spielen die technischen Vorzüge des Materials die entscheidende Rolle: Die Platten sind eben und von homogener Dicke, sie lassen sich leicht montieren und sind wetterbeständig, sowohl gegen UV-Strahlen als auch gegen Frost. Lapitec-Platten kommen auf Wunsch außerdem im XXL-Format und eignen sich für hinterlüftete Fassaden. Dank der Bio-Care-Technologie, so der Hersteller, besitzen sie außerdem selbstreinigende und antibakterielle Eigenschaften – Schimmel kann ihnen nichts anhaben, Alterserscheinungen wird die Fassade dem Plan nach nie zeigen. 

Die Architekten kombinieren zwei verschiedene Strukturen: “Arena” ist rau, “Urban” glatt. Die Platten sind 12 mm dick, die Installationsfirma Antonello Finiture hat sie mit dem Kerf-System befestigt. Die Farbwahl lehnt sich an die Gestaltung des ursprünglichen Gebäudes an. Die beiden Farbtöne Bianco Crema und Roma sollen außerdem im Verlauf des Tages durch unterschiedlichen Lichteinfall auf die Fassade verschiedene Farbspiele schaffen.

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Gestaltungswettbewerb Grabzeichen

Stein Magazin

Der Landesinnungsverband Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk Baden-Württemberg führt seit 1965 jährlich den Gestaltungswettbewerb „Grabzeichen“ durch. Seit knapp 20 Jahren wird der Wettbewerb auch bundesweit ausgeschrieben. Die nächste Einreichungsrunde endet im Februar 2017.

Steinmetze aus ganz Deutschland können sich mit ihren Arbeiten bewerben. Die Jury legt dabei besonderen Wert auf die gestalterische Qualität der Grabzeichen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die eingereichten Arbeiten bereits auf einem Friedhof stehen müssen. Am Ende des Wettbewerbs darf sich der Gewinner über ein Preisgeld bis in Höhe von 1.000 Euro freuen. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Arbeiten zu fördern und die zeitgenössische Bestattungskultur zu stärken.

Erfahren Sie mehr über den Gestaltungswettbewerb und reichen Sie Ihre Arbeiten noch bis zum 28. Februar 2017 ein.

Grabpflege muss man sich leisten können. Das Problem betrifft nicht nur viele zeitgenössische Normalsterbliche, auch für die anstehende Ertüchtigung des Florentiner Grabmals von Michelangelo fehlen derzeit die Mittel. Daher lief ursprünglich bis zum 30. Oktober 2017 eine Spendenaktion der zuständigen gemeinnützigen Organisation Opera di Santa Croce. Weil der notwendige Betrag leider noch nicht zusammengekommen ist, wurde die Kampagne aktuell verlängert, die Arbeiten am Grabmonument und dem dazugehörigen Altar sollen baldmöglichst beginnen.

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Er hat schon bessere Zeiten gesehen: Die Grablege Michelangelos und seiner Familie muss dringend gesäubert und restauriert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Doppelter Andachtsort: Links der Familienaltar der Buonarroti, rechts das Grabmal. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vor dem Sarkophag aus Breccia di Seravezza (auch Breccia Medicea genannt) trauern die personifizierten Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei um Michelangelo. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Die Nahaufnahme zeigt: Die Skulpturen aus Bianco di Carrara müssen dringend gesäubert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Erst 2016 entdeckt: Am linken Bildrand etwa auf halber Höhe hat Vasari den verstorbenen Michelangelo als Pharisäer Nikodemus im Altargemälde versteckt. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Seit der Überschwemmung von Florenz 1966 weist das Gemälde des Familienaltars der Buonarroti gravierende Schäden auf, dazu kommen die Ablagerungen der Jahrhunderte. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vormals Weiß trifft Purpur – Carrara-Marmor und Breccia di Seravezza am Grab Michelangelos und der Seinen. Noch bis 30. Oktober kann für die Restaurierung gespendet werden. (Foto: Opera di Santa Croce)

Es steht nicht gut um das Familiengrab der Buonarroti. Zusammen mit 66 Verwandten ruht Michelangelo in der Basilika Santa Croce zu Florenz, das Andenken an den berühmtesten Sohn des Geschlechts steht im Fokus des Grablege-Ensembles bestehend aus steinernem Monument und angrenzendem Altar. Für die dringenden erhaltenden Maßnahmen werden insgesamt 100.000 Euro benötigt, 15.000 stehen bis dato noch aus.

„Die Skulpturen aus Carrara-Marmor wurden zum letzten Mal vor 22 Jahren gesäubert und haben seither wieder viele Ablagerungen angesetzt“, erklärt Paola Vojnovic, zuständig für die Spendenaktion #InTheNameOfMichelangelo bei Opera di Santa Croce. „Aufgrund der porösen Struktur des Steins können diese eindringen und ihn zerbröseln lassen.“ Eine Säuberung des Ensembles, das im Zentrum eine Büste des Meisters aus Bianco di Carrara auf einem Sarkophag aus purpurner Breccia di Seravezza zeigt, vor dem weiße Carrara-Marmor-Allegorien seiner drei Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei trauern, ist unbedingt sinnvoll.

Direkt links neben dem Grabmal, 1570 von Michelangelos Freund Giorgio Vasari entworfen, findet sich der Familienaltar der Buonarroti mit einem Altargemälde, geschaffen vom selben Künstler. Hier reichen die Schäden weiter – und das seit vielen Jahren. Das Bild (Öl auf Pappelholz, 1572) wurde durch die große Überschwemmung in Florenz 1966 stark beschädigt. Weil der gesamte Reparaturbedarf in der Stadt immens war, wurde das Gemälde damals nur notdürftig gesichert. Zudem ist es durch Staub und Schmutzablagerungen der Jahrhunderte stark eingedunkelt. So entdeckte man erst kürzlich eine Darstellung Michelangelos in der Figurenkomposition, der zu seiner eigenen letzten Ruhestätte hinüberblickt. Säuberungs- und Sicherungsarbeiten sind dringend durchzuführen.

Für das Projekt werden noch 15.000 Euro benötigt, spenden kann man online über den Donate-Button auf http://santacroceopera.it/michelangelo/. Auch Kleinbeträge helfen, wie Paola Vojnovic unterstreicht: „Wir freuen uns über jeden, der vielleicht auch nur 25 oder 50 Euro beisteuert.“ Alle Spender werden übrigens ebenfalls in Santa Croce verewigt: In einem Buch der Spender im Archiv dieser Basilica minor. Für größere Zuwendungen von Privatpersonen oder Firmen (5.000, 10.000 oder gar 15.000 Euro) sind noch speziellere Ehrungen vorgesehen, wie z. B. eine Plakette am Eingang des Gotteshauses.

 

Zu Carrara-Marmor, aus dem Michelangelo zu Lebzeiten herausragende Kunstwerke schuf und welchen auch Vasari für das Grabmal des Meisters heranzog, lesen Sie übrigens mehr in STEIN 11/17 in Teil 3 unserer Serie „Italiens Klassiker“.