Die Kuppel des Petersdoms wird restauriert

Der Vatikan öffnet den Petersdom wieder. Nun kann auch die Reinigung der Hauptkuppel weitergehen. Sie wird vier Jahre dauern.

Corona erforderte eine Zwangspause bei der Restaurierung der doppelschaligen, 16-eckigen Hauptkuppel von San Pietro. Denn die Pandemie brachte sowohl Engpässe beim Material als auch beim Personal mit sich. Der Vatikan plant für die Reinigung von insgesamt 8.900 Quadratmetern Travertin des Kuppeltambours und 440 Quadratmetern Sichtmauerwerk vier Jahre ein.

Das Projekt beschäftigt zehn Gerüstbauer und 30 Restauratoren. Sie reinigen seit Herbst die Frontseite. Zum Einsatz kommen dabei Produkte von Finalit. In der zweiten Bauphase folgt das rückwärtige, den Vatikanischen Gärten zugewandte Halbrund. Die Kuppel soll ihre Patina aber behalten.



Päpstliches Prestige-Kräftemessen

Vorausgegangen war eine Laserscanner-Untersuchung: Die Restauratoren analysierten die komplexe architektonische Struktur der Kuppel, die Michelangelo und Giacomo della Porta entworfen haben. Sie gilt als größtes freitragendes Ziegelbauwerk der Welt. Ihr Durchmesser beträgt 42,34 Meter bei einer Höhe von 43,20 Metern. Die Baugeschichte der einst größten Kirche der Christenheit ist komplex (der SPIEGEL seziert sie hier). Sie beginnt 1506: Verschiedene Päpste übertrumpften sich nacheinander in gewagten und immens großen Kirchen-Visionen, ließen um-, an- und neubauen, machten den Petersplatz auf Jahrzehnte zur ewigen Baustelle.

Heute ist nicht in allen Details überliefert, welcher Papst was mit Hilfe welches Architekten entworfen hat. Sicher ist, dass ab 1546 Michelangelo das architektonische Ruder übernahm. Den Bau der von ihm geplanten Kuppel erlebte er selbst nicht mehr. Architekt Carlo Maderno bewirkte nach Michelangelos Tod, dass der Petersdom endlich fertig wurde – die Weihe fand 1626 statt. Der Petersdom bietet Platz für 20.000 Menschen und ganze 44 Altäre. Als Materialien kamen hauptsächlich römischer Travertin und Carrara-Marmor zum Einsatz.