Die Marmomacc 2015 schließt mit einem Besucherrekord und wir schließen mit einem positiven Fazit: Die internationale Natursteinfachmesse in Verona ist nicht umsonst eine der führenden Veranstaltungen in der Steinbranche.
In nur vier Tagen – vom 30. September bis zum 3. Oktober 2015 – besuchten stolze 67.000 Menschen die Natursteinfachmesse Marmomacc in Verona. Mit diesem Ergebnis toppte die Messe die Besucheranzahl im letzten Jahr noch einmal um drei Prozent. Aber auch die Zahl der Aussteller kann sich sehen lassen: 1524 Firmen nahmen insgesamt eine Fläche von über 77.000 Quadratmetern ein. Unter ihnen waren Unternehmen aus 55 Ländern – mit Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kamerun, Venezuela und Georgien als Debütanten.
Etwas erschöpft, aber voller Inspiration sind wir von der Marmomacc 2015 zurückgekehrt. Und im Gepäck haben wir außer Visitenkarten und guten Gesprächen auch tolle Eindrücke, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:
Die Marmomacc feierte in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Zum Jubiläum erwartete die Besucher ein Potpourri an technischen Innovationen, spannenden Projekten sowie Steinmaterialien in Architektur und Design.
Foto: Ennevi VeronafiereSTEIN-Redakteurin Julia Wolpert (links) erkundete gemeinsam mit Kerstin Neuhoff von Neuhoff Natursteinwerk und Roxanna Steininger (rechts) von Steininger Steinmetz die Highlights der Messe…Made in Italy: Im „Italian Stone Theater“ erwartete die Besucher eine Symbiose von Technik, Stein und Design aus italienischer Fertigung.Neben dreidimensionale Treppenkonstruktionen und Steinteppichen – wie hier abgebildet – war im „Italien Stone Theater“ auch die Ausstellung „Digital Lithic Design“ zu sehen, die einen Blick in die Zukunft der Natursteinbranche gewährte.
Foto: Ennevi VeronafiereSchweres Gerät: Diese Teleskoplader übertreffen mit ihrer Hubhöhe locker die Höhe der Messehallen.Roboter waren auch dieses Jahr ein großes Thema auf der Marmomacc. Hier ist gerade eine vollautomatische Diamantseilsäge bei der Arbeit.Ein Kunstwerk aus dem edlen, italienischen Naturstein Fior di Pesco Carnico: Am Ende eines zehn Meter langen Steintunnels steht eine Figur, die an Leonardo da Vincis vitruvianischen Mensch erinnert.So setzt man einen porösen Naturstein richtig in Szene. Die feinen Löcher wurden nicht – wie üblich – verspachtelt, sondern bewusst offen gelassen, um Highlights zu setzen.Semitransparente Natursteine und das Spiel mit dem Licht waren auf der Messe allgegenwärtig.Terrazzo – den Bodenbelag mit kleinen, eingeschlossenen Steinchen – gibt es schon seit der Antike. Heute feiern Terrazzo-Böden ein Comeback, wie man auf der Marmomacc 2015 sehen konnte.Im Trend liegen auch besonders dünne Steinplatten und Fliesen, wie dieser acht Millimeter dünne Basaltstein zeigt. Aufgrund seines geringen Gewichts ist er besonders für Aufzüge, Möbel und den Schiffbau geeignet.
Wir freuen uns bereits jetzt auf die nächste Marmomacc und streichen uns im Kalender schon einmal den 28. September bis 1. Oktober 2016 rot an.
etwa Bildhauen für Fortgeschrittene und Gipsmodelle. Foto: Scuola di Scultura
Am Fuße des Marmorbergs im Tessiner Peccia geht’s wieder los. In Sommer-Kursen wie figürliches Modellieren und Bildhauen für Fortgeschrittene sind Plätze frei.
Im Mai startete die Scuola di Scultura ein Crowdfunding. Denn wegen Corona konnte sie monatelang lang weder Kurse anbieten noch Gäste empfangen. Das angestrebte Fundingziel von 50.000 CHF wurde weit übertroffen. Insgesamt kamen 93.724 CHF zusammen. Seit Anfang Juni gibt die Schule nun wieder Kurse.
In verschiedenen Kursen sind Plätze frei:
Figürliches Modellieren und Gipsabguss
vom 28. Juni bis 3. Juni 2020
Unter der Leitung von Thomas Hunziker modellieren die Teilnehmenden einen weiblichen Akt in Ton. Sie arbeiten an drei Tagen an dem Modell gearbeitet. Die Figur wird dann mit Gips abgeformt und kann in Gips oder Zement gegossen werden.
Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Resculpting
vom 19. bis 31. Juli
Alle Teilnehmenden bringen eine Fotografie, Zeichnung oder ein Video eines plastischen Werks mit. Unter Anleitung von Kursleiter Roland Hotz meißeln sie die persönliche, soweit wie möglich von Hand, als „Taille-Direct“ in ein Stück Peccia-Marmor.
Gips direkt
vom 2. bis 7. August 2020
In dieser Kurswoche leitet Hansulrich Beer die Teilnehmenden an, direkt mit Gips Modelle zu gestalten, die später in Stein oder Holz umgesetzt werden können.
Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Drehung
vom 16. bis 28. August 2020
In diesen beiden Kurswochen steht das Thema “Drehung” im Fokus. Kursleiter Hans-Peter Profunser leitet die Teilnehmenden an, ihre individuelle Formensprache zu entwickeln und herauszuarbeiten.
Wer im Münchner Großstadttrubel derzeit Entspannung sucht, ist im ruhigen Innenhof des Künstlerhauses am Lenbachplatz genau richtig: Dort sind unter dem Motto „Holz und Stein im Einklang“ noch bis zum 24. November 2017 zehn Stelenskulpturen und elf Steinobjekte ausgestellt.
Entstanden sind sie im Rahmen der Ausbildung an der Münchner Fachschule für Steintechnik und Meisterschule für Holzbildhauerwerk, die jedes Jahr einen Wettbewerb unter den Schülern ausruft. Neu in diesem Jahr: Holzbildhauer und Steinmetze sollten Hand in Hand arbeiten, und das im wörtlichen Sinne. Ein dreidimensionales Objekt als 230 Zentimeter hohe Stelenskulptur war das Ziel, welches aus mindestens zwei zusammengesetzten Teilen aus den Materialien Holz und Stein bestehen sollte. Beide Materialien sollen sich dabei gegenseitig sowohl formal als auch inhaltlich bedingen, was die Materialwahl, die Oberflächenbearbeitung und das Gesamtbild als schlüssige Einheit angeht.
Die Jury, die aus Mitgliedern der Schule, der Danner-Stiftung, des Diözesanmuseums Freising, der Glyptothek, des Künstlerhauses am Lenbachplatz, Bayerische Nationalmuseums und der Galerie Handwerk HWK für München und Oberbayern bestand, hat insgesamt drei Werke prämiert. Die Wettbewerbe des Kooperationsprojekts der Meisterschule des Holzbildhauerhandwerks und des zweiten Jahrgangs der Fachschule für Steintechnik gewannen zwei Gruppen: Quirin A. Herzinger und Florian Ludwig mit ihrem Werk „Metamorphose Kastanienblatt“ sowie Carolin Hinterseer und Clemens Glaß mit der Skulptur „Lebensfluss“.
„Die Symbiose aus Stein und Holz sieht man hier besonders gut. Der Stein ohne das Holz wäre zu wenig, genauso wie andersrum. Im Gegenteil: Die Weiche des Holzes ergänzt sich wunderbar mit der Härte des Steins“, meint der Gestaltungslehrer an der Fachschule Hartmut Hintner zum Werk „Lebensfluss“.
Der Innenhof des Münchner Künstlerhauses zeigt derzeit Arbeiten von Schülern der Fachschule für Steintechnik und Meisterschule für das Holzbildhauerwerk. Foto: Friederike VoigtDie Arbeiten entstanden im Rahmen eines von der Danner-Stiftung geförderten Wettbewerbs. Foto: Friederike VoigtEiner der Gewinner: „G‘ Foitat“ von Maximilian Taube. Foto: Friederike VoigtDetail: Die horizontalen Linien wurden mit Hand angefertigt. Vorlage für das Objekt war eine Papiertüte. Foto: Friederike Voigt„Lebensfluss“ von Carolin Hinterseer und Clemens Glaß ist ebenfalls prämiert worden. Foto: Friederike VoigtDetail: Tulpenbauholz und Stein San Sebastian sollen die Natur und das Leben darstellen. Foto: Friederike Voigt
Aus Papier werde Stein
An der Fachschule für Steintechnik ging der Preis im ersten Jahrgangs an Maximilian Taube für seine Arbeit „G ‘ Foitat“. „Vorbild für diese Arbeit war eine gefaltete Papiertüte, die Maximilian dann in Naturstein übertragen hat. So wurde aus etwas Vergänglichem etwas Massives“, so Hintner.
Ein Ausstellungswerk ist bereits verkauft. Die Erlöse gehen zu einem kleinen Teil an die Schule, den Rest bekommt der Schüler. Dieser muss das Werk bei Verkauf allerdings noch einmal für die Schule anfertigen. „Schließlich wollen wir die Ausstellungswerke als Ensemble behalten“, begründet Hintner.
Der kommende Wettbewerb läuft bereits. Die Steinmetzen sowie Holzbildhauer der Schule sind angehalten, eine Krippe aus Naturstein zu gestalten. Auftraggeber ist diesmal das Diözesanmuseum Freising, das ein paar Krippen aufkaufen will. Ab 18. Dezember 2017 werden die Werke in der Karmeliterkirche in München für vier Wochen zu sehen sein.
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