Vom Meckerer zum Stammkunden

Stein Magazin

Unser Nachbar ließ kürzlich seinen Garten umgestalten. Mit dem ausführenden Betrieb war er nicht zufrieden. Gleich nach dem Abschluss der Arbeiten beschwerte er sich ausführlich – und zwar bei uns. Über unsere positiven Erfahrungen als Kunden tauschen wir uns hingegen eher selten aus. Das ist normal – aber für Betriebe eine Crux. Denn negative Erlebnisse teilen Menschen dreimal so häufig anderen Menschen mit wie positive. Zu teuer, zu schmutzig, zu langsam – es gibt viele Gründe, warum Kunden sich beschweren. Oft sind es Kleinigkeiten, die sie nerven. Manchmal gibt es auch handfeste Gründe für eine Reklamation.
Egal, weshalb eine Beschwerde auf Ihrem Tisch landet, seien Sie froh, dass sie Ihnen zu Ohren kommt und der Kunde seiner Unzufriedenheit bei Ihnen Luft macht. Denn: Nur rund fünf bis zehn Prozent aller unzufriedenen Kunden wenden sich mit ihrem Unmut überhaupt an das betroffene Unternehmen. Die restlichen 90–95 Prozent der Meckerer beschweren sich über die unzulängliche Leistung stattdessen bei Nachbarn, Freunden, Kollegen und Bekannten. Im Schnitt tun sie das bei 10–15 Personen. Zufriedene Kunden reden nur mit drei bis fünf Menschen über ihre Erfahrungen. Deshalb ist für Betriebe jede Beschwerde eine Chance. Eine Chance, Fehler auszubügeln, unsichere Kunden zu beruhigen, eine optimierte Lösung zu entwickeln und Kunden von Engagement und Leistung eines Betriebs nachhaltig zu überzeugen.

Unternehmen, die Beschwerden ernst nehmen, übermitteln die Botschaft: »Lieber Kunde, du bist uns wichtig. Wir kümmern uns um dich!« Unzufriedene Kunden können so zu treuen Stammkunden werden, die den Betrieb sogar bevorzugt weiterempfehlen (dass das passiert, ist durch Studien mehrfach belegt).

Das Wichtigste ist: Sie müssen auf eine Beschwerde schnell reagieren. Mit einem sofortigen Rückruf und/oder persönlichem Besuch. Schieben Sie das nicht auf die lange Bank. Wer unzufrieden ist, wird nicht glücklicher, wenn sich der Ärger auch noch aufstaut.
Betrachten Sie jede Beschwerde (so unsinnig sie aus Ihrer Sicht zunächst erscheinen mag) vom Kunden her. Überlegen Sie, was möglichst schnell passieren muss, damit der Kunde am Ende zufrieden, überrascht und schlussendlich von Ihnen begeistert ist. Fixieren Sie für Ihr Beschwerdemanagement einen festen Ablauf und setzen Sie sich konkrete Serviceziele:

1. 
Legen Sie fest, bis wann Sie Kunden bei Reklamationen spätestens zurückrufen (am gleichen Tag) und bis wann ein Mitarbeiter oder Sie selbst vor Ort sind (innerhalb von ein bis zwei Tagen).
2. 
Schreiben Sie auf, bis wann Sie das Problem gelöst haben wollen (innerhalb einer Woche).
3. 
Erstellen Sie eine Liste möglicher Wiedergutmachungen (Blumenstrauß, Trost-Sekt, Service-Gutschein, Reinigungsbonus, Sonderschicht, Terminbevorzugung …). Seien Sie mit Rabatten oder Nachlässen aber vorsichtig. Im Gegensatz zu einem Gutschein animieren Preisnachlässe Kunden nämlich, sich zu beschweren, allein weil 
es sich finanziell für sie lohnen könnte.
Kunden sollten bei einer Reklamation nur einmal aktiv werden müssen. Das heißt: Ein Anruf, eine E-Mail, eine Bemerkung vor Ort und dann übernehmen Sie – bis der Kunde die optimierte Lösung hat, mit der er auf Dauer glücklich und zufrieden ist. Bei Beschwerden gilt grundsätzlich: Wegducken gilt nicht. Treten Sie die Flucht nach vorne an und stellen Sie sich gelassen der Situation.

Weitere Anleitungen für den Umgang mit Reklamationen, Beschwerden und unzufriedenen Kunden, Hilfestellungen und Tipps lesen Sie im Steinheft 9/14.

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Natursteine schützen mit Imprägnierungen

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Was sind Imprägnierungen?

Stone+tec abgesagt – Unsere Messe-Themen für Sie zum Nachlesen.

Die derzeitige Situation trifft die gesamte Wirtschaft und hat auch vor der Natursteinbranche keinen Halt gemacht. Planungen für die Stone+tec in Nürnberg waren bereits in vollem Gange und wurden mit Absage der Messe obsolet.

Unser Fokus für die Messe lag auf Imprägnierungen. Wir möchten Ihnen die Inhalte nicht vorenthalten und haben die häufigsten Fragen zusammengefasst. Einen Auszug finden Sie hier – die komplette Aufstellung auf unserer Website: www.lithofin.de/impraegnierungen

Imprägnierungen beugen tiefsitzenden Verschmutzungen von Natursteinoberflächen vor, indem sie in das Gesteinsgefüge einziehen. Durch die reduzierte kapillare Saugfähigkeit können Flecken durch Wasser, Fett und Öl kaum noch entstehen.

Wo werden Imprägnierungen eingesetzt?

Sinnvoll ist der Einsatz von Imprägnierung dort, wo Natursteinoberflächen extremen Fleckbildnern (z.B. Fette, Öle) ausgesetzt sind. Dies können Küchenarbeitsplatten, Waschtische, Böden im Innen- oder Außenbereich sein.

Was gibt es bei der Anwendung zu beachten?

Es können nur Ergebnisse erzielt werden, wenn der Belag trocken, sauber und fettfrei ist. Um die Schutzwirkung entfalten zu können, bedarf es der korrekten Verarbeitung.

Warten Sie die richtigen Temperaturen ab: Die optimale Oberflächentemperatur liegt zwischen 10°C und 25°C. Rechnen Sie mit einer Trocknungsdauer von ca. 20 – 30 Minuten, je nach Temperatur und Untergrund. Die volle Schutzwirkung entsteht innerhalb von etwa 2 bis 5 Tagen. Während dieser Zeit sollte die Fläche nicht mit Wasser oder Öl belastet werden.

Nutzen sich Imprägnierungen ab?

Der Schutz von imprägnierten Küchenarbeitsplatten verliert auf Grund der täglichen Belastung durch Öl und Fett auf Dauer seine Wirkung. Diese sollte daher gelegentlich aufgefrischt werden.

Unser Tipp:

Lithofin bietet praktische Pflege-Sets im handlichen Koffer oder als Compact-Set in der Faltschachtel zum Auffrischen an. Die Produkte in den Sets sind einfach zu handhaben, dass sie auch gut von Endverbrauchern verarbeitet werden können. Bleiben Sie Ihren Kunden in Erinnerung, indem Sie ihnen ein Set nach dem Einbau der Arbeitsplatte als Geschenk überreichen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website unter: www.lithofin.de/impraegnierungen

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Koffer mit Lithofin MN Grundreiniger, wässrige Imprägnierung Lithofin Fleckstop >W< und Spray für die tägliche Reinigung Lithofin MN Easy-Clean. Foto: Lithofin
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Set mit wasserbasierender Imprägnierung Lithofin Fleckstop >W< und Spray für die tägliche Reinigung Lithofin MN Easy-Clean. Foto. Lithofin
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In der Übersicht finden Sie alle Imprägnierungen des Lithofin-Sortiments. Foto: Lithofin

42-Tonner im Keller

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der Säbel darauf dient zum Köpfen von Flaschen. Im Torweg Franziska Bauer

Staunen in der Sektkellerei Stocker: Bei den Aushubarbeiten zur Erweiterung der Kelleranlage stießen die Südtiroler auf einen 15-Kubikmeter-Findling, der unbemerkt seit Urzeiten im Erdreich schlummerte – direkt neben der alten Hauswand. Genau dort, wo der Zugang zum neuen Untergeschoss geplant war. Was manche geärgert hätte, empfand Betreiber Sigmar Stocker als glückliche Fügung und band seinen Hausstein gleich mehrfach in die Familie ein.

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Sesam, öffne Dich! Durch ein Portal im 15-Kubikmeter-Findling gelangt man in den unterirdischen Neubaubereich der Sektkellerei Stocker. Foto: Philipp Neuman
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Der Weg der Säge: Im Durchgang erkennt man, wie sich das Diamantseil seinen Weg durch den Ergussstein bahnte. Foto: Philipp Neuman
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Die Bank im neuen Sektkeller stammt aus dem Findling, der Säbel darauf dient zum Köpfen von Flaschen. Im Torweg Franziska Bauer, in deren Haus nun Platten aus dem Koloss liegen, ihr Sohn Maximilian Stocker, der in Onkels Sektkeller aushilft und Steinmetz Hans Trojer von südtirol.stein (v.l.n.r.). Foto: Philipp Neuman
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Stilvolle Sanierung: Franziska Bauers Haus stammt aus dem Hochmittelalter. In ihm wurden Platten aus dem Sektkeller-Findling verlegt. Foto: Philipp Neuman
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Das vulkanische Ergussgestein hat viele Brekzien-Einlagerungen und ist herrlich bunt. Foto: Philipp Neuman
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Einzigartiger Fußboden: Der farbenfrohe Findling aus dem Keller des Familienbetriebs als Bodenbelag im Wohnhaus. Foto: Philipp Neuman
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Schmuck auch in der Vertikalen: Im Waschraum dient der Stocker-Stein auch als Raumtrenner. Foto: Philipp Neuman
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Im Raum für die besonderen Firmenschätze der Terlaner Sektkellerei – ausgewählte alte Flaschen und Erinnerungsstücke – wurde ein massiver Stehtisch aus dem Hausstein installiert. Im Hintergrund Firmengründer Sebastian Stocker sen. Foto: Philipp Neuman

Seit 1968 gibt es die Sektkellerei Stocker in Terlan, 2015 war es an der Zeit für eine Erweiterung der Anlage. Als die Bagger anrückten, förderten sie eine große Überraschung zutage: Hochgerechnet 42 Tonnen wog der 15-Kubikmeter-Brocken aus vulkanischem Ergussgestein, der unterirdisch direkt außerhalb der Kellerwand des Altbestands lag. „Und das ist nur der sichtbar gewordene Teil. Wie weit der Findling noch nach unten reicht, kann man nicht sagen“, erklärt Peter Watschinger von der zu Hilfe gerufenen Firma südtirol.stein. „Der abgerundeten Form nach zu schließen, ist der Fels vor langer Zeit mit einem Wasserlauf oder Gletscher hier gelandet.“

Der Riese versperrte den geplanten Weg in den neuen Sektkeller, doch eine Zerteilung und Bergung wäre mit unabwägbar großem Aufwand verbunden gewesen. Außerdem betrachtet die Familie den Stein als großes Geschenk. „Laut dem Südtiroler Landesgeologen Dr. Volkmar Mair ist unser Findling ungefähr 276 Millionen Jahre alt. Wer hat schon so etwas Tolles im Haus?“, lacht Sigmar Stocker, dessen Freude es auch keinen Abbruch tat, wegen des Steinfunds die Statik seines Bauvorhabens neu berechnen lassen zu müssen.

Zusammen mit den Material-Profis von südtirol.stein fasste er den Entschluss, sich seinen Koloss im Keller gleich auf mehrfache Weise zunutze zu machen: Mittels Diamantseilsäge wurde ein Durchgang in den Monolithen geschnitten, wodurch ein einzigartiges Portal zwischen Alt- und Neubau entstand. Ein Teil der entnommenen sieben Kubikmeter Ergussgestein mit bunten Brekzien-Einlagerungen schmückt jetzt als Monolithbank und –stehtisch die neuen unterirdischen Räumlichkeiten. Der Großteil fand eine andere Verwendung im familiären Umfeld: Sigmar Stockers Schwägerin Franziska Bauer renoviert gerade im selben Ort ihr historisches Wohnhaus aus dem Hochmittelalter. Der bunt gemusterte Vulkangesteinfund ziert nun in Form von 50 Quadratmetern satinierten Platten den Boden im Hochparterre und kommt im Sanitärbereich zudem als Raumtrenner zum Einsatz.

 

Passend zur Marmomac 2017 stellen wir die wichtigsten Natursteinregionen Italiens vor.
Weitere Geschichten aus den spannenden Steinewelten Südtirols lesen Sie in Teil 1 unserer Serie „Italiens Klassiker“ in Heft 09|17, das am 22.08.2017 erscheint.
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