Steine für die Elefanten

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Krustenplatten und Findlinge aus Travertin prägen das neu konzipierte Außengehege der Elefanten in der Stuttgarter Wilhelma. Auch den speziell bearbeiteten Einfassungsmauern aus Beton wurde Travertin als Zuschlagsstoff beigemischt.

 

Die Elefantenanlage der Stuttgarter Wilhelma aus den 1970er-Jahren besaß einen Absperrgraben, der den betagten Elefantendamen zur Gefahr geworden war. Dieser Graben ist nun verfüllt, wodurch die Fläche des Außengeheges auf 830 Quadratmeter erweitert werden konnte. Die neue Gestaltung und die verwendeten Materialien lassen das Bild einer naturnahen Landschaft entstehen: Die Einfassungsmauern bestehen aus regionalem Travertin und Betonstein, dem Travertin zugeschlagen wurde. Travertinfindlinge sowie Bambuspflanzen vermitteln einen natürlichen Eindruck.

 

Elefanten gehören zur Gattung der »Dickhäuter«. Anders als die Bezeichnung es vermuten ließe, haben sie eine sehr empfindliche Haut und ebensolche Füße. Zwar besteht der Bodengrund des Vorgeheges aus pflegeleichtem Beton. Der übrige, weitaus größere Teil der Gehegefläche ist jedoch mit Sand bedeckt, weil sich der starke Druck auf die Fußsohlen im weichen Sand am besten verteilt. Um den Komfort für die Elefantendamen noch mehr zu erhöhen, wurde das Gelände so terrassiert, dass das Gefälle nirgendwo mehr als sechs Prozent beträgt. Stufen aus Travertin vermitteln den Übergang von einem Niveau zum anderen. Der Travertin Sonderbuch harmoniert farblich sehr schön mit den Sandflächen. Außerdem trennt ein Wall aus Krustenplatten das Elefantengehege vom Bereich der Nashörner. Der Abstand ist so gewählt, dass kein Elefantenfuß dazwischenpasst. Eigentlich würde der steinige Boden allein als »Absperrung« genügen, mit ihren empfindlichen Fußsohlen betreten die Elefanten ihn nicht freiwillig. Dennoch trennt ein zwischen Stelen gespanntes Stahlseil die beiden Gehege, die zu einem späteren Zeitpunkt – wenn der an anderer Stelle geplante, komplette Neubau des Elefantengeheges realisiert sein wird – zu einem großen Nashorngehege zusammengelegt werden sollen.

 

Wie ein Wellness-Bad für Elefanten aussieht und wie schwierig es ist zu arbeiten, während die großen Tiere in der Nähe sind, erfahren Sie im Steinheft 9/14.

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Naturstein in München zum Anfassen

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Aus einem gedruckten Natursteinführer wird Praxis zum Anfassen. Noch bis 13. Juli 2018 ist im Servicezentrum der Lokalbaukommission eine Ausstellung zu sehen, die zeigt, wo und wie Naturstein an Gebäuden in München verarbeitet wurde.

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Blick auf die Foto-Wall der zusammengetragenen Münchner Gebäude. Foto: Johann Weber
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Die gezeigten Fotografien sind auch im „Natursteinführer München“ abgedruckt, der 2015 publiziert wurde. Foto: Johann Weber
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Materialproben der Steine zum Anfassen ergänzen die Ausstellung. Foto: Johann Weber
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Beethovenstraße 6, München. Foto: Johann Weber
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Der Justizpalast in München. Foto: Johann Weber
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Ein Teil der Fassade des Rathauses am Marienplatz in München. Foto: Johann Weber
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Polizeipräsidium in der Ettstraße 2, München. Foto: Johann Weber

Die Ausstellung basiert auf dem im Jahr 2015 von Prof. Florian Musso herausgegebenen „Natursteinführer München“. Johann Weber, Leiter der Baustoffsammlung der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität (TU) München, erfasste hierfür etwa 4.000 Gebäude des Stadtinneren und die darin verbauten Natursteine. Gebäude wie der Justizpalast, das Polizeipräsidium, das Rathaus am Marienplatz oder der Monopteros im Englischen Garten zählen zu den imposanten Beispielen, die mit Natursteinen gebaut wurden. Detailliert werden die einzelnen Gebäudeteile aufgeschlüsselt und die Art der Natursteine aufgelistet. So besteht der Sockel des Justizpalastes in der Elisenstraße aus Waldstein Granit, das Verblendemauerwerk aus Kelheimer Auerkalk und Donau Kalkstein, die Säulen, Basen und Kapitelle aus Carrara Marmor.

Aus rund 400 im Buch abgebildeten Fotos wurden für die Ausstellung 120 gewählt. „Nicht jedes Gebäude, Bauteil, Kunstobjekt kann gleich gut abgelichtet werden, sodass die Auswahl der Bilder ein wenig nach der ‚Schönheit des Fotos‘ und Verschiedenartigkeit der Verwendung geschehen ist“, erklärt Johann Weber.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 9–17 Uhr
Referat für Stadtbauplanung und Bauordnung
Servicezentrum
Blumenstraße 19
80331 München

Online bestellen – digitale Revolution und Handwerk

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aber verändert hat sich doch einiges. Gegenwärtig verändert die digitale Revolution unterschiedlichste Arbeitsbereiche. Werden auch Natursteine online bestellt oder welche Auswirkungen zeigen sich in den Steinmetzbetrieben? Ein Gespräch über modernes Einkaufsverhalten. Foto: Steinmetzbetrieb Halbich

 

Der Computer oder das Smartphone ist heute aus unserem Lebensalltag nicht mehr wegzudenken. Der digitale Fortschritt durchzieht den privaten und geschäftlichen Bereich. Moderne Unternehmen sind auf das Internet als Informations-, Kommunikations- und Einkaufsplattform angewiesen. Wie äußert sich das im Steinmetzhandwerk? Ingrid Halbich, Geschäftsführerin von Natursteine Halbich, erklärt, wie sich die Arbeitsprozesse und das Einkaufsverhalten in ihrem Betrieb verändert haben.

Kaufen Sie Naturstein oder Natursteinprodukte im Internet?

Im Onlinebereich hat sich viel getan. Die Kunstgießerei Strassacker beispielsweise hat in ihrem Onlineshop ein breites Angebot an Inschriften. Diese bestelle ich online. Das ist sehr hilfreich, weil man Bilder der Inschriften zum Vorzeigen ausdrucken kann. So wird die Kundenberatung enorm erleichtert. Werkzeuge kaufe ich meistens im Geschäft oder greife auf die Außendienstmitarbeiter der Unternehmen zurück. Auch bei der Natursteinauswahl bin ich oft vor Ort bei meinen Großhändlern. Neue Materialien muss man sich sowieso ansehen. Außerdem gibt es beim Material Naturstein viele Maserungs- und Farbabweichungen. Deshalb ist es so wichtig, die Steine zu begutachten. Aber mir bekannte Natursteine, mit denen ich viel arbeite, bestelle ich schon im Internet.

Hat sich der Einkauf von Natursteinen über die Jahre verändert?

Die Vielfalt der Steine ist heute sehr viel größer. Vor 20 Jahren gab es bei weitem nicht so viele Materialien zur Auswahl. Über das World Wide Web können wir global auf verschiedenste Produkte zugreifen. Wir sind aber kein Steinmetzbetrieb, der nur fertige Steine einkauft. Wir ordern auch Tranchen. Mein Mann schneidet sie in der Werkstatt zu und gestaltet sie individuell nach Kundenwunsch. Deshalb sind wir vielleicht auch ein „schlechtes“ Beispiel für den Onlinekauf. Wir suchen unsere Tranchen zwar teilweise nach einem Telefongespräch oder nach Ansicht von Fotos auf den Websites unserer Lieferanten aus. In der Steinmetzbranche bleibt es aber grundsätzlich wichtig, das Material direkt ansehen zu können.

Können Sie sich vorstellen, in Zukunft mehr Arbeitsprozesse oder Käufe online zu erledigen?

Natürlich bestellen wir Produkte wie Mörtel oder Kleber im Internet. Und obwohl meine Kunden eher einer älteren Zielgruppe angehören, kommen oft auch E-Mail-Anfragen. Ein großer Bestandteil der täglichen Arbeit ist das Checken und Beantworten der E-Mails.

Wie kann man sich der Qualität der Produkte, die man online bestellt, sicher sein?

Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass nicht zu viele Zwischenhändler beim Kauf vertreten sind. Außerdem sollte man den Bruch, wo der Stein abgebaut wird, kennen. Wir kaufen sehr viele Natursteine in einem Bruch in der Nähe von Lissabon. Dort kennen wir alle Ansprechpartner persönlich. Wenn ich meine Steine aus Portugal online bestelle, weiß ich, dass ich etwas Vernünftiges bekomme. Wir kaufen direkt – ohne Zwischenhändler. So kann man auch den Preis für die Kunden halten. Ein weiterer Vorteil.

Wie ist Ihr Einkaufsverhalten im Onlinebereich?

Das Internet nutze ich auch am Wochenende. Es ist toll, dass man beim Einkauf so flexibel ist und nicht abhängig von irgendwelchen Geschäftszeiten

 

Erfahren Sie hier mehr zum Steinmetzbetrieb Halbich in München. In STEIN im September 2015 können Sie mehr zum Einkauf und Handel im Internet lesen.