Megatiles in Potsdam

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Die Bahnhofspassagen in Potsdam erhalten einen neuen Boden. Die Besonderheit: Das ausführende Unternehmen ist spezialisiert aufs Großformat. Die verwendeten Feinsteinzeugfliesen messen drei mal einen Meter und müssen wenige Stunden nach dem Verlegen schon begehbar sein. Wir waren auf der Nachtbaustelle und haben bei den Arbeiten zugesehen.

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Über 60.000 Besucher betreten täglich die Passagen am Potsdamer Hauptbahnhof. Der Komplex eröffnete 1999 als eines der ersten integrierten deutschen Projekte aus modernem Bahnhof und Einkaufszentrum. (Foto: WealthCap Real Estate Management GmbH)
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Nun erfährt das Gebäude eine Generalsanierung. Insgesamt streben die Planer ein helles und modernes Konzept für die Böden, Wände und Decken an. Den Zuschlag für die Neuverlegung von 5.200 Quadratmetern Boden in Gängen und Wegen außerhalb der Läden, erhielt die Firma Schwenk-BPP aus Epstein. (Foto: WealthCap Real Estate Management GmbH)
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Der bisherige Fussboden setzt sich aus 40 mal 40 Zentimeter großen Terrazzoplatten mit einer Dicke von 3,5 Zentimetern zusammen. Sie sind im Mörtelbett auf Trennlage verlegt und in acht mal acht Meter Feldern angeordnet. Die sie abgrenzenden Bewegungsfugen werden auch im neuen Belag eins zu eins übernommen. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Um die Bodenfläche vorzubereiten nutzte ein Partnerunternehmen eine mit 80 Trennscheiben ausgestattete Schneidemaschine. Sie schneidet im Millimeterabstand Riefen in den Belag. Die dadurch entstehende Textur wird anschließend plangeschliffen. Zurück bleibt eine um 12 Millimeter reduzierte Vorlegeoberfläche. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Volker Schwenk (li.) leitet das Großprojekt. Seine Söhne Tom (zweiter v.li.) und Marc (re.) sowie ihr Mitarbeiter Patrick Jäger unterstützen ihn mit den Sonderlösungen ihres Unternehmens ‚Mega Tile Solutions’. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Das Team hat einen Anlieferungsraum des Einkaufshauses zur Werkstatt umfunktioniert. Hier hebt Marc Schwenk mit dem selbsteingebauten Wandschwenkran eine der drei mal ein Meter großen Bodenplatten aus der Transportkiste. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Am selbstgebauten Schneidetisch bringen die Brüder mit einer Schneidschiene die Platten Zehntelmillimeter genau auf die benötigte Größe. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Die Großfliesen des Herstellers Laminam bestehen aus durchgefärbtem Feinsteinzeug und zeichnen sich durch ihre extreme Oberflächenhärte, gute Rutschhemmung und Elastizität aus. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Die Verlegung der Fliesen erfolgt im Buttering-Floating Verfahren mit einem Schnellkleber von Sopro (MG Flex). So können schon wenige Stunden später die Besucher des Kaufhauses den in der Nacht verlegten Boden betreten. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Die Großfliesen wiegen einzeln etwa 42 Kilogramm zuzüglich Kleber. Jeder der abgebildeten Saugköpfe trägt bis zu 100 Kilogramm. Damit ist absolute Sicherheit mehrfach gewährleistet. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Um eine plane Oberfläche zu erhalten nutzt das Team ein Leveling-System aus Kunststoff, dass sie unter die Fliese schieben. Die Stege haben eine Dicke von zwei Millimetern. Sie definieren die Fugenbreite und schützen gleichzeitig die Kanten. Mit einer Zugmutter lassen sich die Fliesen nachjustieren und auf exakter Höhe halten. Nach der Aushärtung lassen sich die Stifte einfach abbrechen. Das Basisplättchen bleibt im Untergrund zurück. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Als Alternative zur manuellen Verlegung nutzt das Team auch einen Verlegeroboter. Die Maschine kann die Fliesen bis zu einer Höhe von vier Metern heben und hat eine Tragkraft von 600 Kilogramm. Ursprünglich aus dem Glaserbereich stammend, modifizierten Schwenk und seine Söhne das Gerät in Kooperation mit dem Gerätehersteller für den Einsatz im Verlagsbereich. (Foto: Thomas H. Loewe)
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Baustelle Alter

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Immer mehr Altbauten werden barrierefrei und sturzsicher umgebaut. Denn viele Rentner sind heute in der Lage, sich ein komfortables, modernes Ambiente zu leisten – und sie geben ihr Geld gern dafür aus. Für Steinmetze eröffnet dieser Trend neue Geschäftsfelder. Dabei kann ein Handwerkerverbund sinnvoll sein.

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Wer auch im Alter in seinem Zuhause bleiben will, muss in der Regel umbauen und braucht Handwerker. (Foto: iStock)
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Barrierearme Bäder sehen elegant aus. Hier wird das Duschwasser in einem schmalen, umlaufenden Schlitz abgeführt. (Foto: baqua)
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Frei von Stolperfallen: barrierefreie Bäder erleichtern älteren Menschen den Alltag. (Foto: baqua)

Fachplaner für altersgerechte Bäder

Nach Schätzungen von Fachleuten müssen zwischen 2,5 und drei Millionen Wohnungen generationengerecht nachgerüstet werden. Eines der häufigsten Projekte bei der Wohnraumanpassung oder Wohnumfeldgestaltung für Senioren ist die Umgestaltung des Bads. Der Trend zu schicken, barrierefreien Bädern birgt auch für Steinmetze Potenzial. Das Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf GmbH in Lübeck hat dies erkannt. „Das große Thema sind barrierefreie Badezimmer und vor allem Duschen“, erklärt Geschäftsführer Stefan Wolf.

Der Steinmetzbetrieb Illenberger Steinmetz GmbH aus Nattheim-Steinweiler besitzt das Zertifikat „Leichter Leben“. Das Unternehmen hat sich auf das barrierefreie oder barrierearme Wohnen spezialisiert. Die teilnehmenden Betriebe erhalten in einem eintägigen Zertifizierungsseminar wichtige Informationen über Gesetze und Normen, zu Beratungsstellen und Finanzierungshilfen, zu Krankheitsbildern und körperlichen und geistigen Handicaps. Die Schulungsinhalte zielen auf den Neu- und Umbau von Privatbädern.

Barrierefreie Verkaufsräume und guter Service

Es genügen kleine Umstrukturierungen, um die Potenziale des Seniorenmarkts zu nutzen: Ein barrierefreier Eingang im Beratungsstudio, rutschfeste Böden, Toiletten im Erdgeschoss, Aufzüge und Rolltreppen sind Beispiele für Barrierefreiheit in den Geschäftsräumen. Die Diplom-Kauffrau Stefanie Schmückerl verweist in der Studie „Marktpotenziale aus dem demografischen Wandel“ explizit auf den Service. Auch wer in der Beratung eine leicht verständliche Sprache ohne unnötige Fachausdrücke verwendet, kommt nicht nur bei älteren Menschen gut an.

Lesen Sie mehr zum Thema barrierefreies Bauen in STEIN 03/2017.

Showroom trotz Homepage?!

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findet Anette Mühlberger

Der Handel steht vor einem Umbruch. Ging es bislang nur um »online zu Hause oder offline im Laden«, informieren sich Kunden heute überall per Smartphone oder Tablet und checken, ob das Angebot auch wirklich so günstig und passend ist, wie es erscheint. Immer weniger Kunden scheuen sich nicht, ihre Geräte hierfür sogar direkt im Gespräch zu ziehen. Was also ist zu tun? Und: Wie wirkt sich dieses Kundenverhalten auf den Steinmetzen aus, der Kunden in seiner Ausstellung ebenfalls offline überzeugen will?

 

Der Kunde ist immer einen Klick weiter

Wie begeistert man also Kunden in der realen Welt, die im Kopf immer schon einen Klick weiter sind? Und wie gestaltet man eine Ausstellung so, dass sie medien- und shoppingverwöhnte Menschen nicht gleich wieder flüchten lässt. Wo das Smartphone zum ständig verfügbaren Einkaufsbegleiter wird, müssen Ladenbetreiber und Handwerksbetriebe überlegen, was Kunden im Hier und Jetzt von einem Raum und Gelände erwarten und was sie bis zum entscheidenden Kauf- bzw. Beratungsgespräch dort halten kann.

Der Mensch bleibt ein Haptiker

Läden wird es auch in Zukunft geben, das jedenfalls prognostiziert das aktuelle STORE BOOK 2014 (siehe Buch-Tipp). »Der Mensch wird immer ein Haptiker bleiben, auch ein dem Geruchs- und Gehörsinn verhafteter Konsument und ein Herdentier«, schreibt dort Autor und STEIN-Interviewpartner Reinhard Peneder. Wo andere Menschen sind, dort will also auch der heutige und künftige Kunde immer noch hin. Smartphone hin oder her. Und er will Produkte und Konzepte erleben, riechen, schmecken und fühlen.
Von den Nöten des Einzelhandels können und sollten aber alle lernen, die eine neue Ausstellung planen. Von verwaisten Shopping-Centern auf der grünen Wiese, von Läden, die Kunden nur noch zum Schauen, aber nicht mehr zum Kaufen betreten – und im Café nebenan genau das online bestellen, was sie offline nicht überzeugen konnte.
Das beratungsintensive Natursteingeschäft ist per se natürlich »smartphoneresistenter« als normale Handelsgüter. Doch trifft schon heute die Gefahr des »Vor-Ort-Schauens und Per-Smartphone-Kaufens« all jene, deren Ausstellung und Angebot weitgehend auf allenfalls leicht applizierter Standard-, Import- und Handelsware basiert.

 

Abwechslung und Heimat bieten

Innovativ müssen Ladenkonzepte heute sein, überraschend und zum Markenauftritt eines Anbieters passen. Authentisch, wie Store-Spezialist Reinard Peneder es im Stein-Interview umschreibt. Dabei gehe es den Leuten immer weni
er nur ums Einkaufen. Sondern um Orte, die Abwechslung bieten, die sie inspirieren und die ihnen gleichzeitig das Gefühl geben, zu Hause zu sein.
Gerade Natursteinbetriebe können mit ihrer Ausstellung ein inspirierendes Zuhause für Kunden schaffen. Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Shopping verschmelzen, ist Richard Peneder überzeugt. Ein Skulpturenpark, der zum Rundgang und Ausruhen verführt, ein Kubus, der Showroom und Mitmachwerkstatt vereint, ein Erinnerungspark, der zeigt, was modernes Gedenken bedeuten kann. Ein Natursteinloft, das als Designlounge auch zum Treffpunkt für Kunstliebhaber avanciert. All das sind Konzepte, die Menschen dazu einladen, hinzugehen, innezuhalten, aufzumerken und sich damit auseinanderzusetzen.

Was einen guten Showroom ausmacht und wie Sie Ihren eigenen gestalten können, lesen Sie im neuen STEIN!

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