Warum das Thema „Tod“ gesellschaftlich relevant ist? Natürlich, jeder stirbt einmal, der Tod gehört zum Leben. Der Philosoph Martin Heidegger beschrieb das Leben sogar als „Vorlaufen zum Tode“. Er sah den Tod als eine Chance, sich für das Leben frei zu machen und es – in seinem Sinne „denkend“ – anzupacken. Welchen Sinn Leben und Tod haben, was danach kommt oder ob die Seele überhaupt weiterlebt, sind Fragen, auf die wir wohl keine sichere Antwort erhalten werden. Wo die leiblichen Überreste verbleiben, wie die Lebenden am besten mit ihrer Trauer umgehen können und was der Friedhof leisten kann und muss, sind aber Fragen, auf die Politik und Gesellschaft durchaus konkrete Antworten geben können.

Fakt ist, viele Menschen wünschen sich Orte der Trauer, jedoch sollten diese pflegeleicht sein bzw. gar keine Pflege durch die Angehörigen erfordern und ein gewisses Budget nicht übersteigen. In München wurde nun ein Projekt umgesetzt, das diese Faktoren berücksichtigt und gleichzeitig eine innovative Friedhofsästhetik schafft: die Mosaikgärten am Westfriedhof. Sie wurden am 21. Mai 2015 eröffnet und umfassen 1.600 Urnenplätze. Wie der Name schon sagt, befinden sich im parkähnlichen Areal zwei Urnenwände und Brunnen mit Glasmosaiken. Etwa 246.000 Glassmalten aus Venedig verarbeiteten die Mitarbeiter der Mosaik- und Glaswerkstätten Gustav van Treeck nach einem Entwurf des Münchner Künstlers Christoph Brech.

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13 Steinmetzbetriebe waren beteiligt an der Gestaltung der Mosaikgärten im Münchner Westfriedhof, der ersten städtischen Urnengrabanlage mit Komplettbetreuung.
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Wie der Name „Mosaikgärten“ schon sagt, befinden sich im parkähnlichen Areal zwei Urnenwände und Brunnen mit Glasmosaiken.
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Etwa 246.000 Glassmalten aus Venedig verarbeiteten die Mitarbeiter der Mosaik- und Glaswerkstätten Gustav van Treeck nach einem Entwurf des Münchner Künstlers Christoph Brech.
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Den Städtischen Friedhöfen München war die Verwendung heimischer Steine sehr wichtig – obwohl keine gesetzliche Verpflichtung besteht.
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Alle Fotos: Gertrud Halas
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Die Glassteinchen für Glassteinchen zusammengesetzten Mosaike zeigen Spiegelungen der Florentinischen Ponte alla Caraia im Arno – Standbilder aus einem Kunst-Video Brechs, in dem die verschwommene Brücke immer deutlicher auf der Wasseroberfläche zu erkennen ist. Aus einem digitalen Bild wurde ein analoges – aus Pixeln wurden Glasquadrate. Und genau wie am Bildschirm oder bei den Mosaikpuzzles bewahrheitet sich auch bei der Gesamtplanung des Friedhofkonzeptes die Sentenz Aristoteles`: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“.

Das Münchner Büro „t17 Landschaftsarchitekten“ gestaltete das Areal. Ganz im Sinne des Architekten Hans Grässel, der den Westfriedhof 1902 entwarf, richteten sie sich nach der Prämisse „Schon Ordnung ist Schönheit“. Die Struktur des Friedhofs wurde aufgenommen, aber in eine moderne Formsprache übersetzt –  geometrisch genau strukturiert, aber offen und einladend. Die Grabplatten und Urnenstelen realisierten Steinmetze aus dem Raum München, hauptsächlich Mitglieder der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung München-Oberbayern. Vorgaben zur Gestaltung gab es keine, nur das Material war bestimmt: Kirchheimer Muschelkalk, Jura Kalkstein Gelb, Wachenzeller Dolomit, Anröchter Dolomit und Auer Kalkstein.

Beteiligte Steinmetzbetriebe:

Steininger Steinmetz, München
Gebr. Franz, München
Alfred Herklotz, München
Ludwig Schneider, München
Haberl&Neumayer, München
Stephan Halbich, München
Helmut Schlegel, Oberhaching
Oppenrieder GmbH, München
Steinhaus, Oberhaching
Barbara Oppenrieder, München
Steinmetz Luibl, Höhenkirchen-Siegertsbrunn
Stephan Scheungraber, München
Florian Peteranderl, Garching

Erfahren Sie mehr zu den Mosaikgärten im Münchner Westfriedhof in STEIN im Dezember 2015.

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LIV-Tagung in Lochau

Stein Magazin

Am 22. Juli 2016 fand die Tagung der Mitglieder des Landesinnungsverbands Bayerischer Steinmetze (LIV) im Seehotel Kaiserstrand im österreichischen Lochau statt. Die Teilnehmer erwartete neben interessanten Themen ein breites kulturelles Rahmenprogramm und eine Studienfahrt in den Bregenzer Wald.

Gruppenbild im Steinbruch
Gruppenbild im Steinbruch des Schwarzachtobler Quarzsandsteins. Foto: LIV
Hermann Rudolph begrüßt  Ernesto Ghenzi
Landesinnungsmeister Hermann Rudolph (rechts) begrüßt Ernesto Ghenzi, Präsident des VSBS, als Ehrengast. Foto: LIV
Johannes Braun Landeslehrlinswart
Lehrlingswart Johannes Braun berichtet von seiner Arbeit und ruft zu Nachwuchskampagnen auf. Foto: LIV
Ausstellung Grenzgänger Hotel Kaiserstand
Ausstellung „Grenzgänger“ des LIV und des VSBS im Garten des Hotels „Kaiserstrand“ in Lochau. Foto: LIV
Die Werke der Künstler können bis Ende August im Garten des Seehotels „Kaiserstrand“ besichtigt werden. Foto: LIV
Besuch des Werkraums in Andelsbuch
Besuch im „Werkraum Bregenzerwald“ in Andelsbuch. Foto: LIV

Zunächst begrüßte Landesinnungsmeister Hermann Rudolph die Teilnehmer und Ernesto Ghenzi, den Präsidenten des Schweizer Steinmetz- und Bildhauerverbands (VSBS). Im Anschluss machte Rudolph auf die Ausstellung „Grenzgänger“ aufmerksam, die gemeinsam mit den Kollegen aus der Schweiz organisiert wurde und bis Ende August auf dem Hotelgelände zu besichtigen ist.

Johannes Braun, Landeslehrlingswart, sprach den Lehrlingsmangel im Steinmetzhandwerk an und appellierte an seine Kollegen, professionelle Außenauftritte wie Nachwuchsmessen zu nutzen. Abschließend gab Hermann Rudolph den nächsten Termin der LIV-Tagung bekannt, die am 1. und 2. Juli 2017 in Landshut stattfinden wird.

Nach der Tagung bestand die Möglichkeit die Oper „Turandot“, eine Vorstellung der Bregenzer Festspiele, zu besuchen. Am Samstag fuhren die Teilnehmer gemeinsam zum „Werkraum Bregenzerwald“ nach Andelsbuch und zum Abschluss besichtigten sie den Steinbruch des Schwarzachtobler Quarzsandsteins.

Breites Farbspektrum

Stein Magazin

STEIN: Herr Schwarz, eine Besonderheit Ihrer Grauwacke ist das große Farbspektrum, das auch innerhalb der einzelnen Schichten auftritt. Wie sind diese Lagen entstanden?

Die Bergische Grauwacke für den neugestalteten Lippborger Kirchplatz (STEIN 05/2017) stammt von der Firma BGS Vitar aus Lindlar. Sie besitzt mit rund 50 Hektar den Größten der drei Steinbrüche vor Ort. Carsten Schwarz, im Verkauf und in der Beratung des Unternehmens tätig, spricht im STEIN-Interview unter anderem über die spezielle Farbgebung des Natursteins.

Carsten Schwarz: Wir hatten hier in Lindlar vor circa 380 Millionen Jahren ein flaches, ausgedehntes tropisches Meer. Angeschwemmte Sande und Schlamm haben sich hier über lange Zeiträume hinweg in unterschiedlichen Perioden abgelagert. Dieser Vorgang hat sich mehrfach wiederholt. Auf diese Weise haben sich einzelne, immer mächtiger gewordene, unterschiedliche Schichten aufgebaut. Unter dem eigenen Druck begannen diese Lagen dann, sich zu verdichten, sodass die Grauwacke langsam entstand. Schließlich verschwand das Meer wieder und durch Bewegungen in der Erdkruste kam es zu Auffaltungen und Verschiebungen der verschieden Sedimentschichten, die man noch heute an vielen Stellen im Steinbruch erkennen kann. Das Aussehen der Grauwacke, der Ursprung der Farben und die Feinkörnigkeit, stammt aus den verschiedenen Sedimenten, die angeschwemmt worden sind.

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Der Steinbruch von BGS Vitar in Lindlar: Anhand der verschiedenen Lagen, sieht man das große Farbspektrum ihrer Grauwacke. (Foto: BGS Vitar)
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BGS Vitar besitzt den Größten der drei Steinbrüche vor Ort. Jährlich baut das Unternehmen etwa 60.000 bis 80.000 Tonnen Grauwacke ab. (Foto: BGS Vitar)
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Vogelperspektive auf das Firmengelände. (Foto: BGS Vitar)
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Aufgrund des großen und flächigen Steinbruchs muss der Abbau des Steinmaterials nicht in der Tiefe erfolgen. (Foto: BGS Vitar)

Die Farbenvielfalt ist somit auf unterschiedliche Bestandteile im Stein zurückzuführen?

Ja, das sind unterschiedliche Bestandteile im Material. Die bräunliche Färbung bei uns zum Beispiel, ist auf eisenhaltige Grundstoffe zurückzuführen, welche in gebundener Form im Material vorliegen. Das Gleiche gilt beispielsweise auch für den Ruhrsandstein, mit seiner beige-bräunlichen-grauen Farbe. Auch da ist die gelbliche Färbung auf Eisenanteile zurückzuführen.

Bedeutet das, dass die Eigenschaften der Grauwacke je nach Farbgebung variieren?

Ein Prüfzeugnis, das man machen lässt, geht immer von Mittelwerten aus. Selbst wenn Sie aus einem Block 15 Prüfwürfel herausschneiden, muss das nicht heißen, dass alle Würfel die gleichen technischen Werte aufweisen. Das ist eben das Besondere an Naturstein.

Der Lippborger Kirchplatz beeindruckt durch die schöne Farbmischung der Pflastersteine. Ist diese Zufall oder wurde im Vorfeld Material selektiert?

Die Farbgebung der Pflastersteine beim Kirchplatz ist Zufall. Wir können allerdings beim Zuschnitt eine gewisse Menge an Material farblich selektieren. Wenn der Kunde sagt, er möchte kein Beige und kein Grün, sondern eher die Farbtendenz Braun-Grau, dann können wir dem Wunsch nachkommen. Das ist aber auch immer abhängig von der Objektgröße. Ein Bedarf für eine 30 qm große Fläche mit 3 cm starken Bodenplatten ist etwas anderes, als ein Auftrag für einen öffentlichen Bereich mit 500 qm und 12 cm starken Steinplatten. Für letzteres ist eine Selektion unmöglich. Wir müssten sonst deutlich mehr Blöcke aufsägen, um Material in der gewünschten Farbe zu bekommen. Wenn wir aber Grauwacke für eine Treppenanlage liefern, achten wir natürlich darauf, dass das Material zueinander passt. Im gewissen Rahmen können wir das somit machen, aber nicht grundsätzlich.

Wie groß ist der Steinbruch und wie viel Tonnen Grauwacke bauen Sie im Jahr ab?

Unser Steinbruch ist rund 50 Hektar groß und flächig, sodass wir für den Abbau unserer Grauwacke nicht soweit in die Tiefe gehen müssen. Die Menge an Grauwacke, die wir im Jahr aus unserem Steinbruch holen, beträgt ca. 60.000 bis 80.000 t.