Natursteinarchitektur in Vietnam

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In einem ruhigen Wohnviertel von Dong Trieu östlich der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi gruppieren sich Sattel- und Flachdächer um eine grüne Oase. Um das runde Steinhaus mit ovalem Innenhof ranken und verästeln sich Zweige und Blätter. Das leuchtende Grün der Bäume nimmt der Rasen auf dem begehbaren Dach wieder auf. Fließend ist der Übergang von der Natur zur Mauer, vom Grün der Pflanzen zum Blau der Steine. Denn die Bewohner, eine Familie mit zwei Kindern, wollen mit und nicht gegen die Natur leben, saisonale Unterschiede spüren, den Wind in den Bäumen hören.

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»Wenn der Mensch glaubt, die Natur korrigieren zu müssen, ist es jedes Mal ein nicht wiedergutzumachender Fehler«, schrieb der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser. Sein architektonisches Konzept beinhaltete deshalb auch bepflanzte Balkone und Dächer, um der Natur ihren Raum zu geben. Neben grellen Farben zeichneten sich Hundertwassergebäude auch durch harmonisierende Rundungen aus. Von dieser Formsprache lebt auch das vietnamesische Haus von Vo Trong Nghia Architekten.

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Den Torusbau kennzeichnen Steinwände aus zehn Zentimeter dicken wie hohen und 20 Zentimeter breiten Steinwürfeln. Die Würfel stammen aus der Region: 80 Prozent der Steine kommen aus der Stadt Hai Phong und 20 Prozent aus Ninh Binh. Nur ein bis zwei Stunden Fahrt haben die blauen Kalksteine bis zur Baustelle hinter sich. Sie passen gut zum grünen Haus.

Lesen Sie mehr zu Natursteinarchitektur in Vietnam in STEIN im Januar 2014.