Sanierung der Neuen Nationalgalerie Berlin

Stein Magazin

50 Jahre nach Fertigstellung wird die Neue Nationalgalerie in Berlin saniert. Dafür wurden 14.000 Granitplatten katalogisiert und zwischengelagert.

Der graue Granit war im Fußboden im Innenraum und auf der Außenterrasse verlegt. Bei dem Material handelt es sich um ein prägendes Detail des bekannten Museumbaus von Mies van der Rohe: Die bodentiefen Fenster und die Verwendung von durchlaufend gleichformatigen Platten soll einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum schaffen.

Um die Granitplatten im Zuge der Sanierung wieder zu verwenden, wurden sie kartiert, aufgenommen und zwischengelagert. Bei einer früheren Sanierung wurden die Platten des Außenraums auf groben Kies gebettet – das führte zu Rissen und Abplatzungen. Daher müssen die Steinplatten nun gereinigt, aber auch geklebt, genadelt und mit Ersatzmasse ergänzt werden. Manche Platten müssen außerdem komplett ausgetauscht werden.

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Die Neue Nationalgalerie Berlin von Mies van der Rohe wird saniert. Foto: Staatliche Museen zu Berlin/schmedding.vonmarlin
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Die Planungen für die aktuelle Sanierung stammen vom Büro David Chipperfield. Foto: Staatliche Museen zu Berlin/schmedding.vonmarlin
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Das Museum ist u. a. für den fließenden Raum zwischen Innen und Außen bekannt. Foto: Thomas Bruns
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14.000 Granitplatten wurden zwischengelagert. Foto: Thomas Bruns
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Nach der Sanierung kommen die Platten an ihren Originalort zurück. Foto: Thomas Bruns
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Der Bau soll 2020 wieder eröffnet werden. Foto: Thomas Bruns

Herkunft des Granits

Übernommen wurden die Steinmetzarbeiten von der lokalen Firma Gebauer. Laut Angaben der Nationalgalerie ist die Aufgabe damit in der selben Hand wie bei der Errichtung des Baus in den 1960er-Jahren: „Manfred Gebauer war in den 1960er-Jahren als Steintechniker bei der Berliner Firma Paul Becker beschäftigt, die den Naturstein der Boden- und Fassadenplatten in der Neuen Nationalgalerie verlegt hatte“, heißt es auf der Website der Staatlichen Museen zu Berlin. Demnach hatte der Architekt Mies van der Rohe selbst fundierte Kenntnisse über Naturstein.

Woher die Originalsteine des Innenraums im Obergeschoss kommen, konnte bislang nicht ermittelt werden. Ein Vergleich des Bestands mit Striegauer Graniten aus Polen zeigt aber eine Übereinstimmung im Gefüge, der Mineralkomposition, der Mineralfarbe und der ungerichteten Textur.

Im Skulpturengarten befinden sich Sitzbänke aus Naturstein – dabei handelt es sich vermutlich um Epprechtsteiner Granit bei Bayreuth, welcher auch als Bodenbelag im Untergeschoss verwendet wurde. Verlegt wurde er von der Firma Zeidler & Wimmel. Ein weiterer Naturstein ist die Serpentinitbrekzie Verde Gloria als Verkleidung der Versorgungspfeilers im Inneren.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird jede Platte wieder an ihren Originalort versetzt. Der Ausstellungsbetrieb soll im Jahr 2020 wieder beginnen.

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Steinmetz-Symposium in Braunfels im September 2019

Stein Magazin
Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte



Die Steinmetzinnung Hessen-Mitte richtet zum 16. Mal ein Symposium aus und lädt Auszubildende, Gesellen sowie angestellte Meister ein.


Steinmetz-Symposium
Beim Steinmetz-Symposium auf Burg Schwarzenfels 2017, Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte

Die Innung will mit ihrem alljährlichen Steinmetz-Symposium das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Zunft stärken und das Steinmetz-Handwerk einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Vom 6. bis 8. September 2019 findet es auf dem Marktplatz in Braunfels statt. Am 8. September 2019 ereignet sich gleichzeitig bundesweit der nächste Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Die Stadt Braunfels kombiniert die Angebote und bietet im Rahmen einer zweistündigen “Großen Stadtführung” besondere Einblicke.

Beim Steinmetz-Symposium arbeiten die Teilnehmer an Wappensteinen für Partnerstädte der Stadt Braunfels. Oder sie entscheiden sich für Schrifttafeln und Wappen für Spender und Gönner, etwa einem Sockelstein für das Schloss und Familienmuseum des Grafen Obersdorf. Man arbeitet von Hand. Die Teilnehmer bringen entsprechendes Werkzeug zur Sandsteinbearbeitung sowie Sicherheitsschuhe und Schutzbrille mit. Fehlende Werkzeuge werden ausgetauscht.

Die Innung trägt die Übernachtungskosten, Verpflegung sowie die Werkstücke für Teilnehmer aus Mitgliedsbetrieben. Teilnehmer aus anderen Innungen zahlen einen Pauschalbetrag von 50 Euro. Teilnehmer von Nicht-Innungsbetrieben zahlen eine Pauschale von 90 Euro. Die Anmeldung ist noch bis zum 31. Juli 2019 möglich.

Die kostenlose Broschüre „Aus dem toten Winkel treten“ des Bundesverbands Deutscher Steinmetze (BIV) informiert über zeitgemäße, individuelle und naturnahe Grabstätten, die von Friedhofsgärtnern gepflegt werden und zum Verweilen einladen.

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Ein Garten im Friedhof: Mit dem Memoriam-Garten trägt Wetzlar den Wünschen seiner Bürger Rechnung. (Foto: BIV)
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Urnenkreise statt Friedwald: Das Konzept lässt sich an unterschiedliche Freiflächen anpassen, ohne monoton zu wirken. (Foto: BIV)
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Die Grabpflege kann von Friedhofsgärtnern übernommen werden. Persönliche Trauerbotschaften sind jedoch möglich. (Foto: BIV)
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Die Uniformität auf den Friedhöfen steigt, persönliche Trauerzeichen dürfen dabei nicht abgelegt werden. (Foto: BIV)

Klassische Grabanlagen auf Friedhöfen haben sich über Jahrhunderte bewährt. Heute befinden wir uns jedoch in einer sich wandelnden Bestattungskultur. Weltraumbestattung, Friedwald, Ruheforst – die Liste alternativer Bestattungsformen ist lang. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die steigende Mobilität unserer Gesellschaft. Oft leben wir nicht mehr am selben Ort wie unsere Verwandten. Die räumliche Distanz macht es schwer, sich um die Grabstätten verstorbener Angehöriger zu kümmern. Dem gegenüber steht das Verlangen vieler Angehöriger nach einem Ort für individuelles Gedenken oder das Ablegen von Blumen.

In der Broschüre „Aus dem toten Winkel treten“ zeigt der Bundesverband Deutscher Steinmetze (BIV), wie moderne Friedhofskonzepte entwickelt, gestaltet und realisiert werden. Anhand von Beispielen gelungener Grabanlagen in ganz Deutschland bekommt der Leser einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten zeitgemäßer Friedhofsgestaltung. Die Broschüre informiert über gartenähnliche Bereiche mit Skulpturen, Bänken, Wasserläufen sowie Bäumen und Blumen, in denen Hinterbliebene verweilen können. Die Grabpflege wird ihnen dabei von Friedhofsgärtnern abgenommen. Dennoch sind persönliche Trauerhandlungen oder -botschaften wie das Ablegen von Erinnerungsstücken oder das Aufstellen von Kerzen möglich. Zudem wird an jeden Verstorbenen mit Namen und Lebensdaten erinnert.

Friedhöfe als Orte der Ruhe

Moderne FriedhofskonzepteDie Broschüre will dazu anregen, Friedhöfe wieder mehr zu erlebbaren Orten der Ruhe, Besinnung und Erinnerung zu machen. Ziel ist es, die Schönheit und Sinnhaftigkeit der Friedhöfe zu fördern und ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu stärken. Sie ist für Friedhofsverwaltungen, Steinmetze und nicht zuletzt auch für Endverbraucher gedacht, die sich mit einer persönlichen Bestattung auseinandersetzen möchten.
 Die Broschüre „Aus dem toten Winkel treten“ (24 Seiten) des Bundesverbands Deutscher Steinmetze können Sie kostenfrei auf der Webseite des BIV als PDF herunterladen.