Palissandro Bluette

Stein Magazin
die von Braun- bis hin zu Blautönen reichen

Petrologie, auch Steinkunde, ist die Lehre von der Entstehung, den Eigenschaften und der Nutzung der Gesteine. In unserer Online-Serie stellen wir Steinsorten und ihr Vorkommen vor: Diesmal Palissandro Bluette.

Palissandro wird in verschiedenen Farbvarietäten, die von Braun- bis hin zu Blautönen reichen, am Markt angeboten. Foto: Abraxas stone experts/Giesen

Beim Palissandro Bluette handelt es sich um einen Dolomitmarmor. Im Vergleich zu calcitischen Marmorsorten, die überwiegend aus dem Mineral Calcit bestehen, wie beispielsweise Carraramarmor, weisen Dolomitmarmore eine höhere Resistenz gegenüber chemischen und mechanischen Angriffen auf. Dolomitmarmore bestehen im Wesentlichen aus den Mineralen Dolomit und Calcit. Es können jedoch auch andere Minerale, die dekorbildend sind, in Dolomitmarmoren enthalten sein.

Im Fall des Palissandro Bluette ist dies das Phyllosilikat (Schichtsilikat) Phlogopit. Dieses Mineral zählt zur Gruppe der Glimmerminerale und entstand während der metamorphen Umwandlung des Gesteins. Es kommt im Palissandro Bluette in kleinen Schüppchen vor, deren Größe meist nicht über einen Millimeter hinausgeht. Im Bereich des Naturwerksteins tritt Phlogopit relativ selten als dekorbildendes Mineral auf. Dennoch ist es weltweit in der Erdkruste vertreten. Auch bezüglich der Größe können diese Schichtsilikate stark differieren. So fand man in Sibirien im Raum Irkutsk einen Phlogopit mit fünf Metern Durchmesser.

Lesen Sie mehr in der kommenden STEIN 1/2021, die am 21. Dezember 2020 erscheinen wird.

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Im Gespräch statt im Gerede

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Die Folgen sind klar: kein Friedhof, kein Grab, kein Stein. Das Steinmetzhandwerk ist gefordert. Grabzeichen können mit dazu beitragen, Friedhöfe am Leben zu halten. Allerdings: Diese Zeichen müssen einen Sinn, eine Botschaft, einen Wert für die Hinterbliebenen haben. »Blut indischer Kinder haftet an deutschen Grabsteinen« oder »Grabsteine aus Kinderarbeit stehen auf deutschen Friedhöfen«. Meldungen wie diese bringen die Zeichen am Grab ins Gerede. »Kinderarbeit bei Grabsteinen wieder erlaubt« stand am 16. Oktober in der Tageszeitung »Nürnberger Nachrichten«: In einem Urteil hatte das Bundesverwaltungsgericht die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Die Stadt wollte sicherstellen, dass auf den städtischen Friedhöfen keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Ein Steinmetz klagte. Er gewann! Nur was? Wer soll überprüfen, unter welchen Bedingungen die Steine entstehen, fragten die Richter. Eine Zertifizierung mit verbindlichen Maßstäben muss her. Juristisch ist es nicht zu beanstanden.

Allerdings: Viele der Zertifikate zu sozialen oder ökologischen Standards sind in Bereichen kaum den Kleber wert, mit dem sie auf ein Produkt gepappt werden. Es liegt jetzt an jedem Handwerker selbst, welche Grabzeichen er anbietet und mit welchen Steinen er arbeitet. Das Produkt Grabstein ist wieder einmal im Gerede, statt im Gespräch zu sein. Das ist ärgerlich.

Willy Hafner’s Betreff aus STEIN im Dezember 2013.

Bild: Aeternitas e.V.