Panta Rhei – Gestaltungswettbwerb 2015

Der Philosoph Heraklit lebte um die Wende des 6. vorchristlichen Jahrhunderts. Seine Aphorismen und Sentenzen – sein Werk ist nur fragmentarisch erhalten – haben oft eine paradoxe Prägung. Er wurde von den großen Philosophen des 20. Jahrhunderts wie Nietzsche oder Heidegger begeistert aufgegriffen. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Philosophien geht seine davon aus, dass das Wesen der Dinge, die Ursubstanz oder auch die Grundlage alles Seins keine statische Größe ist, sondern dem Prinzip des Wechsels, der Veränderung, unterliegt. Bekannt sind seine Sprüche „Panta Rhei!“ (auf deutsch: „Alles fließt!“) oder „Du kannst nicht zweimal in dieselben Flüsse steigen, denn frische Wasser fließen immer auf dich zu.“

Die Frage nach dem, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, also was das Leben ausmacht, ist eine, die sich jeder irgendwann einmal stellt. Was ist von Dauer und was vergeht mit der Zeit? Solche Fragen stellte sich auch die Meisterklasse 2014–15 der Steinmetzschule Aschaffenburg. Im Gestaltungswettbwerb 2015 interpretierte sie den Heraklitschen Satz „Panta Rhei – Alles fließt“ mit Stein, Bronze und anderen Materialien. Die Skulpturen sprechen für sich:

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"Ganzheit" von Christoph Engist
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"Zeit" von Daniel Hollick
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"Alles verweht …" von Daniel Schmurlack
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"Feuerberg" von Dominic Martin
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"Metamorphose" von Fabian Schramm
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"Alles fließt, alles vergeht" von Katharina Wiener
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"Geometrische Illusion" von Kevin Armin Reicherl
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"Charons Hand" von Sandro Siefert
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"Light" von Tamo Giegerich
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"Duktus" von Bernd Popp. Alle Fotos: Thomas Wenzel