Seit über einem Jahr arbeitet das „Pompeii Sustainable Preservation Project“ (PSPP) in der Nekropole vor der Prota Nocera von Pompeji, um der antiken Stätte mit Konservierung der Ausgrabungen eine Perspektive für die Zukunft zu geben.

Viele Funde aus Pompeji wurden in der Vergangenheit in Museen gebracht. Um jedoch die freigelegten Mauern in dem 64 Hektar großen archäologischen Park dauerhaft zu schützen, bedarf es langfristiger massiver Anstrengungen. Mit dem „Pompeii Sustainable Preservation Project“ (PSPP) haben sich bereits 2013 internationale Forschungsinstitutionen zu einem Konsortium zusammengeschlossen, um parallel zum Grande Progetto Pompei der Soprintendenza durch Forschung und Ausbildung weitere nachhaltige Komponente für den Erhalt von Pompeji zu entwickeln. In diesem Kontext fand 2015 vor Ort die erste internationale Sommerakademie statt.

Akuten Zerfall stoppen

Die Nekropole vor der Porta Nocera ist die letzte Ruhestätte für bedeutende Familien der antiken Stadt Pompeji. Diese Grabmäler standen im Mittelpunkt der Sommerakademie des PSPP. Neun Nachwuchsrestauratoren aus Deutschland, Italien, Spanien und Syrien erhielten von internationalen Experten eine umfassende Weiterbildung im Rahmen eines Praxiskurses. „Während wir im vergangenen Jahr in der Nekropole vor der Porta Nocera den aktuellen Zustand der Grabbauten dokumentiert haben, standen in diesem Jahr Notsicherungen von antiken Oberflächen im Zentrum der Kampagne. Es ging darum, den akuten Verfall zu stoppen und dort, wo antiker Putz unmittelbar von der Wand zu fallen droht, diesen zu sichern. Parallel dazu haben wir eine Reihe provisorischer Schutzdächer aus den 1980er Jahren ersetzt, sodass die darunter befindlichen Grabbauten weiterhin trocken und vor Regen geschützt bleiben“, erklärt Albrecht Matthaei, einer der Koordinatoren des PSPP.

Ohne diese Schutzdächer ist eine auf Dauer angelegte Restaurierung nur schwer vorstellbar. Dafür entwickelte die TU München einen Prototyp für ein neues Schutzdach, das mittelfristig alle vorhandenen Provisorien ablösen soll. Er ist erdbebensicher, auf absehbare Zeit wartungsfrei und erfüllt auch alle weiteren für Pompeji geltenden Bauauflagen. Der dritte Abschnitt des Projekts stellt mit der Digitalisierung der Nekropole als 3-D-Modell ein weiteres Novum dar. Die digitale Rekonstruktion dient sowohl als Grundlage für eine zukünftige Datenbank als auch zur Vermittlung an ein breites Publikum.

Das ganze Jahr in der Nekropole arbeiten

Die Sommerakademie war mit einer Laufzeit von acht Wochen an die Bedürfnisse der Studenten angepasst. Während dieser Zeit ließen sich die wichtigsten Aufgaben bearbeiten. Matthaei erklärt: „Grundsätzlich gibt es aber noch viel zu tun, und wir haben eigentlich vor, rund um das Jahr in der Nekropole zu arbeiten und dann jeweils zwei Studienkurse pro Kalenderjahr einzubauen – aber für die Verstetigung des Projekts benötigen wir weiterhin Geld, das wir gerade über eine Fundraisingkampagne einwerben.“

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Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland

Stein Magazin

Skandinavien ist bekannt für seine Hartgesteine. Darum führt die Stein-Reise des Geokompetenzzentrum Freiberg in diesem Jahr nach Süd-Schweden – und auch in der STEIN wird es im Sommer eine Strecke zum Thema Skandinavien geben.

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Bei der Exkursion werden unter anderem Steinbrüche besucht. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Abbau von Braennhult-Granit. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Arbeit im Steinbruch Sjöström. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.

Schwedisch Schwarz

Die sechstägige Exkursion hat sich als feste Größe im jährlichen Exkursionskalender für die Steinmetzbranche etabliert. Wie in jedem Jahr bekommen Fachinteressierte einen Überblick über Natursteinvorkommen, -abbau und -referenzen des Landes. Besucht werden Firmen, Steinbrüche, Orte und Objekte in Kristianstad, Vanga, Borgholm (Öland), Gotland und Malmö.

Hilke Domsch vom Geokompetenzzentrum Freiberg erklärt: „In Südschweden gibt es Granite wie Bjärlöv, Bohus oder Flivik, Gneise wie Halmstad oder Vanga und natürlich die als ‚schwedisch Schwarz‘ bekannten Basalte. Etwas unbekannter und dabei traditionell sehr verankert sind die Kalksteine von den Ostseeinseln Öland und Gotland und auch Marmor wie der grüne Brännlykan.“

Auf Öland wird die Firma Naturstenkompaniet besucht – sie gewinnt und verarbeitet den Ölandkalkstein. Unter den Orten sticht die Ostseeinsel Gotland hervor, so Hilke Domsch: „Der Gotland-Kalkstein ist ein wunderschöner heller und harter Kalkstein mit einer einzigartigen Textur. In Verbindung mit der Geschichte der Hanse wird dies ein Highlight der Reise.“

Reiseinformationen

Die Exkursion findet vom 30. April bis 6. Mai 2018 statt – auf Wunsch kann der Reisezeitraum verkürzt werden. Anmeldeschluss ist der 28. März 2018.

Hier finden Sie den interaktiven Informations- und Anmeldeflyer zum Ausfüllen und Versenden.

Europäische Steinestapler starten eine Ausstellung

Stein Magazin

Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram

Im schottischen Dunbar stapelten Künstler im April Steine bei einem Festival zu kunstvollen Skulpturen. Im Mai geben sie ihr Können an Interessierte weiter.

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram
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James Craig Page (Mitte links), Veranstalter des Festivals, mit der Jury. Foto: Laurence Winram
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Ein Teil der Gewinner-Skulptur von Pedro Duran. Foto: Laurence Winram
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Die Steinestapler überlegen gemeinsam, wie sie ihre Kunstform bekannter machen können. Foto: Laurence Winram
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Teil der Ausstellung in Summer Hall. Foto: Laurence Winram

Steinestapler stellen gemeinsam mit Land-Art-Künstlern aus

Steine sind ein tolles Baumaterial – nicht nur für Treppen, Säulen und Co., sondern auch für gestapelte Kunstwerke am Strand. Das zeigen die Ergebnisse des 2. Europäischen Wettbewerbs der Steinestapler, der Ende April für zwei Tage in Dunbar in Schottland stattgefunden hat. 30 Künstler haben angespülte Kiesel und größere Steine aus der Natur mit ruhiger Hand kunstvoll auf Felsen und Sand gestapelt und sich in den Kategorien “Die meisten Steine ausbalanciert”, “Juniormeisterschaft”, “künstlerischer Gewinner” und “Stapeln gegen die Zeit” gemessen. Der Gesamtgewinner ist – wie bereits im letzten Jahr – Pedro Duran aus Spanien. Er bekommt einen finanziellen Zuschuss für seinen Flug nach Texas, wo 2019 der weltweite Wettbewerb in Llano stattfindet.

Die Kunst besteht beim Steinestapeln darin, die Schwerkraft für sich zu nutzen, denn sie ist das einzige, was die Skulpturen zusammenhält. Versierte Künstler bauen zum Beispiel komplette Torbögen ohne eine einzige Kelle Mörtel. Seriöse Stapler verändern die natürliche Umgebung oder gar historisch bedeutende Stätten dabei nicht – beides sind Kritikpunkte von Naturschützern. Sie stapeln besonders gern an Stränden, Flüssen und Seen, weil sie dort häufig besonders schöne Steine finden. 
Noch ist die Steinestapler-Szene eher klein und familiär – und sie könnte ein bisschen mehr öffentliche Aufmerksamkeit gebrauchen. Um die mediative Kunst in Europa noch bekannter machen, stellen deshalb bis 28. Mai bekannte Steine-Stapler, Land-Art-Künstler und Maler gemeinsam in der Summerhall Gallery in Edinburgh aus und geben an allen Mai-Wochenenden Workshops.