Heiraten im Römerbergwerk

Stein Magazin

Die meisten Paare bevorzugen es, in den wärmeren Monaten zu heiraten. Damit ausreichend Zeit für die Planung bleibt, haben wir schon jetzt einen heißen Tipp für steinaffine Turteltauben: Wie wäre es mit einer Vermählung im Römerbergwerk Meurin, dem zweifachen Preisträger des Europa-Nostra-Awards? Ab 15. März 2018 öffnet die Erlebniswelt um den antiken Steinbruch wieder ihre Pforten.

Es gehört zum größten altrömischen Untertage-Tuffsteinabbaugebiete nördlich der Alpen: Das Römerbergwerk Meurin bei Kretz nahe Koblenz ermöglicht eine Reise zurück in die Zeit des römischen Imperiums unter Kaiser Konstantin I. Um den Steinbruch herum bietet eine liebevoll rekonstruierte „Antike Technikwelt” spannende Einblicke in den damaligen Arbeitsalltag.

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Festliche Felswelt: Im Römerbergwerk Meurin nahe Koblenz kann geheiratet werden. Foto: vulkanpark.com
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Das historische Römerbergwerk Meurin ist ein lehrreiches Ausflugsziel. Foto: vulkanpark.com
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Der Pentaspastos, ein Baukran, hat früher die schweren Tuffblöcke aus den Stollen gezogen. Foto: vulkanpark.com
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Antike Technik anschaulich präsentiert: Der Nachbau einer wasserbetriebenen byzantinischen Steinsäge. Foto: vulkanpark.com
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Geschmiedet wurden hier hauptsächlich Werkzeuge für den alltäglichen Gebrauch. Foto: vulkanpark.com

Enge Gänge und niedrige Decken prägten das Bergwerkerdasein. Wo früher gebrochener Stein verarbeitet wurde, wird dieser Verarbeitungsweg heute für Besucher rekonstruiert. An zehn Werkstätten und Stationen erhalten Interessierte Einblick in die Archäologie und Technik. In den ehemaligen Schächten und Abbaukammern zeigen Leuchtbilder und Filme die Arbeit Untertage. Das Römerbergwerk Meurin als Zeitzeugnis und Erlebnisort hat sich zu einer klassischen Touristenattraktion etabliert, was nicht bedeutet, dass fachkundige Besucher hier keine imposanten Eindrücke und nützliche Informationen bekämen. Zweimal wurde das Bergwerk mit dem Europa-Nostra-Award ausgezeichnet, dem European Union Prize for Cultural Heritage.

Die Möglichkeit, hier zu heiraten, ist eine ganz besondere Option für historisch begeisterte Steinliebhaber und -liebhaberinnen. Doch auch für weniger einschneidende Anlässe steht das Römerbergwerk zur Verfügung, z. B. Geburtstagsfeiern oder Firmenfeste. Während der Wintermonate ist das Römerbergwerk Meurin geschlossen. Von 15. März bis 31. Oktober sind die Tore zur Antike dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zum Bergwerk sowie zu der Antiken Technikwelt finden Sie hier. 

Der hiesige Tuffstein ist vulkanischen Ursprungs. Die Region Rheinland-Pfalz verdankt ihren Tuffstein vor allem dem Laacher See-Vulkan. Die ersten Ausbrüche fanden hier vor 570.000 Jahren statt. Schlackenkegel und Stratovulkane entstanden, Basaltlavaströme und Tuffdecken aus Alkalibasalt bildeten sich. Diese Aktivitäten kamen erst relativ spät zum Stillstand, vor 11.000 Jahren, zum Ende der letzten Eiszeit.

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Nachruf Helga Elisabeth Trassl

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Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl

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Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein, kurz nach ihrem 80. Geburtstag.

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein, kurz nach ihrem 80. Geburtstag. Foto: Unsplash

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl. Die 1940 in Wien geborene und zeitlebens überzeugte Österreicherin fühlte sich dennoch in Würzburg heimisch. Frau Trassl war öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein im Innenausbau. Ihre Vereidigung erfolgte 1996 von der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt. Sie war die erste weibliche Sachverständige bei der Kammer auf dem Natursteinsektor.

Die bei ihren ersten Gutachten noch vorhandene Skepsis in der von Männern dominierten Fachwelt war bald verflogen. Frau Trassl überzeugte durch ihre Fachkenntnis und durch ihr Verhandlungsgeschick auch in schwierig gelagerten Fällen. Im ehelichen Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb in Ardagger / Österreich sammelte sie Erfahrung im Versetzen von Naturwerkstein, gewann Überblick über viele Natursteinsorten mit ihren jeweiligen Eigenheiten und Besonderheiten. Als gelernte Drogisten hatte sie überdies auch fundierte Kenntnisse in Chemie – was damals für Sachverständige in der Natursteinbranche eher selten der Fall war. Nachdem mit der Weiterentwicklung der Verlegematerialien und –Methoden Chemie eine immer größere Rolle spielte, kamen ihr diese Kenntnisse bei ihren Gutachten zugute. Ab 1985 war sie  bis zu dessen Tod mit ihrem zweiten Ehemann Heinz Trassl in dessen Gutachterbüro tätig.

Frau Trassl starb kurz nach ihrem 80. Geburtstag in Würzburg nach langem und mit viel Energie und großer Geduld ausgetragenem Kampf gegen ihre Krankheit.

Die Problemlöser aus Diamant

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Jeder Anwender hat eigene Kriterien und Ansprüche an ein Werkzeug. Vor allem keramische Werkstoffe sind für viele Steinverarbeiter eine große Herausforderung. Herkömmliche Diamantwerkzeuge für Naturstein sind für die spröden Materialien ungeeignet. Inzwischen bieten Werkzeughersteller “Diamant”-Lösungen, die die empfindlichen Platten sicher bearbeiten.

Mit Dekton von Cosentino ist ein besonders anspruchsvoller Werkstoff hinzugekommen. Er ist hart und unnachgiebig gegenüber Verarbeitungsfehlern, so das einhellige Urteil der Anwender. Der anfänglichen Ratlosigkeit ist die Erkenntnis gewichen: Das gesinterte Material lässt sich nicht nur profilieren, sondern auch sicher schneiden, wenn man die Vorgaben der Werkzeughersteller akribisch beachtet.

Welcher Hersteller hierbei die Nase vorne hat, wird in der Steinmetzbranche eifrig diskutiert. Das optimale Schneidergebnis hängt neben der geeigneten Abstimmung von Bindung und Körnung auch von der Disziplin der Anwender ab. Regelmäßig anschärfen ist Pflicht, viel Kühlwasser und eine hohe Drehzahl ebenso. Doch nicht nur die Werkstoffeigenschaften fordern die Werkzeughersteller; oft sind es auch die Anwender selbst, die die Möglichkeiten von Maschine und Werkzeug voll ausreizen. Kurvenschnitte zum Beispiel; Gebogene Schnitte mit dem Sägeblatt auszuführen stresst Blattkerne und Segmente. Trennscheiben für Firmen, die Blätter nicht jedesmal extra umspannen wollen, besitzen daher gelaserte Segmente und einen verstärkten Kern.

Bei König hat man auf den Ruf nach mehr Tempo mit den sogenannten UHS-Werkzeugen reagiert. Das Akronym steht für Ultra High Speed. Wie sich das in der Praxis auswirkt, erklärt König-Produktmanager Stefan Nichter: Waren bei drei Zentimeter starkem Granit früher 200 bis 300 Millimeter Vorschub in der Minute mit dem Fingerfräser üblich, erreichen die UHS-Fräser 400-500 Millimeter. Besonders deutlich werden laut Nichter die Fortschritte in der Werkzeugherstellung bei den Parametern für Kunststein. Erreichte ein Fingerfräser im zwei Zentimeter starken Engineered Stone früher 300 bis 350, leisten die UHS-Werkzeuge bis zu 600 Millimetern in der Minute. Wie fordernd dagegen Keramik ist, zeigen die derzeit empfohlenen Werte von 150 bis 250 Millimetern in der Minute.

Lesen Sie mehr zum Thema “Empfindliche Werkstoffe sägen”mit vielen Beispielen aus der Praxis in STEIN im März 2015.