An wenigen Orten in Deutschland wird antike Geschichte so plakativ inszeniert wie am Hermannsdenkmal. Die Kolossalstatue bei Detmold in Nordrhein-Westfalen erinnert an den Cheruskerfürsten Arminius (Hermann) und die Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. Zur Erhaltung des überdimensionalen Kriegerstandbilds aus dem 19. Jahrhundert waren nun umfangreiche Säuberungsarbeiten notwendig.

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Die Waschung des Waldmeisters: Mit einer Wasserstrahlkur wurden Deutschlands größte Statue und ihr fulminanter Steinsockel ertüchtigt. Foto: Kärcher
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Auch an den Bogenöffnungen kamen die chemiefreien Dampfstrahler mit einem Oberflächendruck von ca. 0,5 bar zum Einsatz. Foto: Kärcher
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Das Sockelgestein vor (links) und nach der Reinigung. Eine nicht nur kosmetisch, sondern auch konservatorisch sinnvolle Aktion. Foto: Kärcher

Dampfstrahl- und Niederdruck-Partikelstrahlverfahren

Der kolossale Hermann wurde zwischen 1838 und 1875 erbaut und am 16. August 1875 eingeweiht. Die 26,57 Meter hohe Figur ist bis heute die größte Statue Deutschlands und steht auf einem beinahe gleich hohen Natursteinsockel aus Teutoburger-Wald-Sandstein von 26,89 Metern. Mit insgesamt knapp 53,5 Metern ist die Installation das Fünfthöchste der deutschen Nationaldenkmäler. Diese müssen im zeitlichen Kontext ihrer Entstehung verstanden werden. Sie sollten emotionalisieren und durch kollektives Gedächtnis Nationalgefühl stiften. Heute scheiden sich deshalb die Geister an ihnen. Neutral betrachtet sind sie Zeugen der Mentalität ihrer Entstehungszeit.

Wegen dieser kulturhistorischen Bedeutung wurden am Hermannsdenkmal während der letzten 140 Jahre regelmäßig denkmalpflegerische Maßnahmen durchgeführt. Da sich seitdem verschiedenartige Verschmutzungen auf der Steinoberfläche des Sockels abgelagert beziehungsweise ausgebildet hatten, bot die Firma Kärcher 2015 dem Landesverband Lippe an, das Denkmal im Rahmen ihres Kultursponsorings zu reinigen. Vorab wurde die Oberfläche der Bausubstanz umfangreich untersucht, um die optimale, schonendste Reinigungslösung für den Sockel festzulegen. Dies sowie die Projektbegleitung erfolgten durch den Landesverband Lippe unter Einbeziehung der zuständigen Denkmalbehörden.

Letztlich entschied man sich für die Reinigung des Sockels mittels Dampfstrahl- und Niederdruck-Partikelstrahlverfahren. Da es sich bei letzterem um eine abrasive Reinigungsmethode handelt, wurde hierfür eine denkmalrechtliche Erlaubnis eingeholt, die den Umfang der Arbeiten regelte.

Einen umfassenden Artikel zur Reinigung des Hermannsdenkmals lesen Sie in der aktuellen STEIN-Ausgabe 02/2018.

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Kontraste aus recyceltem Naturstein

Stein Magazin

Der italienische Designer Moreno Ratti möchte ein Zeichen gegen die Verschwendung natürlicher Ressourcen setzen. Darum nutzt er Natursteinabfall, um neue Objekte zu schaffen. Seine Serie „Contrasti“ besteht aus recyceltem Marmor.

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Serie „Contrasti“ vom italienischen Designer Moreno Ratti. Foto: Lea Anouchinsky
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Die Schalen und Vasen bestehen aus recyceltem Marmor. Foto: Lea Anouchinsky
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Gegensätzliche Volumen: Eine Hälfte ist ausgearbeitet, bei dem Block werden nur die Kanten geschnitten. Foto: Lea Anouchinsky
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Ausgangsmaterial sind Steinplatten aus Marmor-Resten. Foto: Lea Anouchinsky
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Das Material stammt von der Firma Stonethica. Foto: Lea Anouchinsky

Natursteinabfall als Ausgangsmaterial

Die Schalen und Vasen der Serie „Contrasti“ bestehen aus jeweils zwei Volumen: Einem rechtwinkligen Block und einem runden Element. Der Designer spielt also mit gegensätzlichen Formen – Kontrasten, wie der italienische Titel übersetzt lautet.

Eine Hälfte des jeweiligen Objekts ist ausgearbeitet; bei der anderen werden nur die Kanten geschnitten. Um dennoch eine visuelle Einheit zu schaffen, erfolgt eine einheitliche Behandlung der Oberflächen. 

Ratti kooperiert mit der italienischen Firma Stonethica. Das Unternehmen recycelt Naturstein, um neue Ausgangsmaterialien herzustellen. Dabei handelt es sich um Platten aus Marmor-Riemchen, die in der Region um Carrara anfallen. Verklebt werden die Elemente laut Angaben der Firma mit ungiftigem Harz.

Moreno Ratti erklärt: „Das Ergebnis von Stonethicas ökologischem Produktionszyklus ist die Schaffung eines homogenen Materials. Die Schichtstruktur resultiert aus der Kombination und Überlappung von Steinplatten.“

Mineralien Hamburg präsentiert Meteoriten, Fossilien und Co

Stein Magazin



Die Mineralien Hamburg, viertgrößte Messe der Welt, bietet dieses Jahr Sonderschauen zu Meteoriten, Kopffüßern, sächsischen Schätzen und dem Mondstein.

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Nicht von dieser Welt: Ein Exponat aus der Sonderschau „Meteoriten – Botschafter ferner Galaxien“. Foto: Hamburg Messe und Congress / Bode
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Ein Erythrin aus Schneeberg im sächsischen Erzgebirge, aus der Sonderschau „Sachsens Schätze“. Foto: Hamburg Messe und Congress / TU Freiberg



Mineralien Hamburg zeigt vier Sonderschauen

Bei der Mineralien Hamburg zeigen 400 Aussteller sowohl Fachbesuchern als auch Laien drei Tage lang ihre Exponate und Fundstücke – und verkaufen sie zum Teil auch. Die Messe gliedert sich in die Bereiche Mineralien, Fossilien, rohe und verarbeitete Edelsteine, Schmuck und Schmuckzubehör, Geozubehör, Ausstattung und Zubehör und Fachliteratur. 2018 gibt es vier Sonderschauen.

„Meteoriten – Botschafter ferner Galaxien“ gewährt Einblicke ins Universum anhand zahlreicher Steine aus dem Weltall. Meteoriten, das älteste bekannte Gestein, sind meistens magnetisch und schwerer als irdisches Gestein. Viele weisen eine Schmelzkruste auf, die sich bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre bildete. Ihr Name lässt meist Rückschlusse auf ihren Fundort zu. Die Mineralien Hamburg präsentiert unter anderem ein 1,36 Kilogramm schweres Teilstück des Hoba-Meteoriten. Ein Bauer entdeckte ihn 1920 in Namibia beim Pflügen. Der Meteorit ist mehr als 60 Tonnen schwer. Weil eine Probenentnahme nicht mehr erlaubt ist, gelten selbst kleine Splitter als Kostbarkeit.

Eine zweite Sonderschau widmet sich dem Mondstein, dem Stein des Jahres. Sie zeigt von der Feldspat-Varietät sowohl Natursteine aus fernen Vorkommen wie Indien, Tanzania oder Madagaskar als auch besondere Schmuckstücke. Der Mondstein wird ausschließlich als Schmuckstein verwendet. Die bedeutendsten Lagerstätten befinden sich in Sri Lanka.

Dazu kommt die Sonderschau „Sachsens Schätze“, die Edelsteine aus vergangenen Jahrhunderten ausstellt. Denn Sachsens Rang unter den europäischen Fürstenhöfen beruhte vor allem auf den Reichtum an Bodenschätzen im Erzgebirge. Juweliere verwendeten Topas, Amethyst, Pyrop und Achat schon vor rund 300 Jahren. Das älteste Exponat der Sonderschau ist ein Topas vom Schneckenstein, der aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt. Der Schneckenstein ist ein topashaltiger Felsen im Vogtland, der sächsische König ließ ihn bereits Anfang des 18. Jahrhunderts ausbeuten. Die abgebauten Topase sind auch als „Sächsische Diamanten“ bekannt.

Die Sonderschau „Kopffüßer. Von Geradhörnern, Ammoniten und Donnerkeilen“ zeigt mehr als 200 Exponate. Sie stammen aus allen Teilen der Welt. Die Geologisch-Paläontologische Arbeitsgemeinschaft Kiel und der Urzeithof Stolpe präsentieren die Schau. Letzterer zieht gerade um und muss deshalb sowieso alle Stücke verpacken und verschicken – da bot sich ein Abstecher auf die Mineralienmesse an. Zu den ältesten Exponaten gehören die 480 Millionen Jahre alten Vorfahren unserer heutigen Tintenfische. Sie standen senkrecht im Wasser und konnten ein bis drei Meter lang werden.

Die Mineralien Hamburg findet vom 7. bis 9. Dezember 2018 statt und ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro.