„Verde Guatemala” veredelt Münchner Hotel

Stein Magazin
Gold- und Sandtöne. Foto: concrete and steve herud

Für Designliebhaber

Der Straßenverkehr scheint kaum Notiz davon zu nehmen. Kein Wunder, äußerlich hat sich auch nur marginal etwas verändert. Wie eh und je steht das ehemalige Schulungsgebäude an der befahrenen Landsberger Straße, unweit der Münchner Oktoberfestwiese. Maximal wundert sich der ein oder andere Passant beim Vorbeilaufen über diesen geheimnisvollen Eingang, der von seinem Inneren so wenig preis gibt: Hauchdünne Vorhänge verschleiern die bodenlangen Fenster, als wollen sie verführen. Nur der Schriftzug „Roomers“ leuchtet hindurch und macht neugierig auf den „Untermieter“.

Passiert man den Türsteher und tritt ein, wird einem schnell klar: Mit Schulungsgebäude hat das hier nichts mehr zu tun. Vielmehr mit Luxus, der nicht aufgeladen wirkt, sondern eher wie ein Zuhause eines hippen Designliebhabers.

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In der Lobby vom Roomers in München mischen sich Grün-, Gold- und Sandtöne. Foto: concrete and steve herud
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Die Bar im Eingangsbereich ist aus dünnem Verde Guatemala gefertigt. Foto: concrete and steve herud
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Am Ende der Lobby lädt eine Sitzecke zum Verweilen ein. Foto: concrete and steve herud
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Neben Naturstein wurde im Roomers München auch Holz verarbeitet. Foto: concrete and steve herud
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Die Zimmer wirken weniger wie Hotel … Foto: concrete and steve herud
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… vielmehr wie ein Wohnzimmer. Foto: concrete and steve herud
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In den Bädern wurde Nero Marquina verarbeitet. Foto: concrete and steve herud
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Den sogenannten Hidden Room in rotem Satin kennen nur vertraute Gäste. Er verbirgt sich hinter der Bar des Restaurants Izakaya. Foto: concrete and steve herud

Naturstein veredelt Räume

Seit September 2017 ist das neue Roomers offen für Leute, die sich ein Zimmer ab 220 Euro leisten wollen bzw. können. Damit ist das Hotel eines von drei Roomers-Häusern in Deutschland, neben Frankfurt am Main und Baden-Baden. Die Inhaber sind zwei Männer. Das merkt der aufmerksame Gast bereits am Duft der Seife im Bad – alles andere als Rosen und Liebelei.

Die Farbpalette des Hotels bedient Grün-, Gold- und Sandtöne mit schwarzen Akzenten. Sie werden getragen von Materialien wie Stein, Samt, Metall, Leder oder Holz. Auffällig ist der Empfangstresen mit dünnen Platten in edlem „Vert de Rajasthan“ aus Indien, besser bekannt als „Verde Guatemala“. Das Amsterdamer Designbüro Concrete bediente sich auch bei der Ausstattung der Bäder (Nero Marquina), den Böden (Belgisch Granit) und einiger Tische (Bianco Carrara) bei Naturstein.

Das Herzstück vom Hotel ist das Restaurant in den versteckten Hinterräumen. Es trägt den japanischen Namen „Izakaya“, was so viel wie „Sake-Laden zum Sitzen“ bedeutet und eher eine Kneipe meint. Mit letzterem hat das edle Izakaya im Münchner Roomers recht wenig am Hut, dafür aber umso mehr mit dem Sake-Schnaps. Denn dieser schmückt in großen Einweggläsern die Regale gegenüber der Bar. Auf der anderen Seite schwebt ein überdimensioniertes Fisch-Mobile aus natürlichem Buchenholz. Zwischen Sake und Fisch wird diniert: kunstvoll angerichtete japanische Küche mit südamerikanischer Gewürznote.

Ein Geheimnis hinter der Tür

Hinter den Sake-Gläsern geht es noch weiter: Nur Insider wissen, was sich hier versteckt. Es ist der Hidden Room, ein Raum-im-Raum in scharlachrotem Satin. Ohne den Ausblick nach draußen vergisst man schnell Ort und Zeit. Spätestens hier bei einem Bloody Mary in der Hand wird klar, dass sich hinter der fast bedeutungslosen Fassade an der Landsberger Straße weit mehr versteckt als ein leuchtender Schriftzug hinter hauchdünnen Vorhängen.

Adresse

Roomers Hotel, Landsberger Straße 68, München

www.roomers-munich.com

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… Foto: Franken Schotter

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Universitaet-Pennsylvania
Neubau und Bestand bilden ein Ensemble. Foto: Franken Schotter
Perry-World
Die Fassade besteht aus großen Kalkstein-Platten, … Foto: Franken Schotter
Franken-Schotter
… welche der Geometrie des Baus folgen. Foto: Franken Schotter
1100-Architects
Metall bildet einen Kontrast zur ebenmäßigen Fassade. Foto: Franken Schotter
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Weltforum des Perry World House. Foto: Franken Schotter
Perry-World-House
In den öffentlichen Räumen besteht der Boden aus Kalkstein. Foto: Franken Schotter

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Um das Weltforum möglichst flexibel nutzen zu können, entwarfen es 1100 Architects stützenfrei. Der Raum zieht sich über zwei Geschosse und bietet Platz für 150 Personen.

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Bei der Sanierung behielten die Architekten die Kubatur des Bestands bei und erweiterten ihn mit einem zweiten Volumen, welches direkt an den Altbau andockt. Beide Gebäudeteile weisen innen und außen helle Oberflächen auf, um eine eine einheitliche Architektur-Sprache zu schaffen. Dabei besteht die Fassade des Neubaus aus großformatigen Kalkstein-Platten von der Firma Franken-Schotter. Sie stammen aus dem Steinbruch Kaldorf. Architektonisch folgen die Fassadenelemente der Geometrie des Baus.

Das Dach wird als „fünfte“ Fassade behandelt – auch hier kommt der Kalkstein zum Einsatz. Die hervorstehenden Metallrahmen der Fenster setzen Akzente in der homogenen Oberfläche. Im Innenraum wird in den öffentlichen Bereichen das Material der Fassade wiederverwendet.

Am 25. Februar wird das Perry World House mit dem „Tucker Design Award“ des Natural Stone Institute ausgezeichnet.

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