Der heute zu Düsseldorf gehörende Stadtteil Oberkassel enstand erst um die Jahrhundertwende. Links des Rheins errichteten namhafte Baumeister repräsentative Villen und Mehrfamilienhäuser, die die beiden Weltkriege größtenteils unbeschadet überstanden haben und heutzutage den besonderen Charme des angesagten Wohngebietes ausmachen. Das Mehrfamilienwohnhaus in der Barmer Straße stammt aus den Jahren 1912/13. Schmuckelemente aus hellem Weiberner Tuff – Natursteinlisenen und -gesimsbänder sowie Entlastungsbögen oberhalb der Fensteröffnungen der Beletage – akzentuieren die streng gegliederte Klinkerfassade. Den oberen Abschluss bildet ein auskragendes Traufgesims aus demselben Naturwerkstein. Mit seiner aufwendigen Fassadengestaltung zählt das Gebäude zu einem seit 1986 denkmalrechtlich geschützten, städtebaulichen Ensemble.

Weiberner Tuff, ein hellbraun bis ockerfarbener, vulkanischer Naturstein aus der nahen Eifel, zeichnet sich durch ein vergleichsweise gutes Verwitterungsverhalten aus. Doch über die Standzeit des Gebäudes von nun mehr als einhundert Jahren zeigten sich erhebliche Schäden an den Natursteinelementen. Neben großflächigen Ausbrüchen und Abplatzungen fanden sich Spannungsrisse innerhalb einzelner Steine sowie großflächige Verfärbungen durch Ruß- und Feinstaubpartikel. Diese Partikel verbinden sich mit Regenwasser zu einer ätzenden Flüssigkeit – besser bekannt als „saurer Regen“ –, die nicht nur den Stein stark geschädigt hatte: Auch die zementären Mörtelfugen des Klinkermauerwerks waren stark ausgewaschen. Zu der optischen Beeinträchtigung kam die Notwendigkeit, das Bauwerk vor eindringendem Regenwasser zu schützen, denn die mürben Zinkverwahrungen erfüllten diese Funktion nicht mehr.

Um die fortschreitende Verwitterung durch den „sauren Regen“ zu entschleunigen, wurde die Fassade im Niederdruck-Rotationswirbelverfahren gereinigt. Besondere Sorgfalt galt den bahnscharrierten Oberflächen der Werksteine, um deren handwerklich hochwertige Bearbeitung nicht durch einen allzu großen Materialabtrag zu schädigen. Doch die Reinigung der Fassadenfläche diente nicht nur optischen Ansprüchen. Eine Schmutzschicht ist aufgrund ihrer vergrößerten Oberfläche ein hervorragender Absorber für Oberflächenwasser und Schadstoffpartikel. Diese können an der Unterseite der Kruste reagieren und langfristig die Substanz schädigen; zudem wird das Austrocknen des Untergrunds eingeschränkt. Nach der Reinigung wurde die erste Bestandsaufnahme angepasst: Kleinere Schadensbilder wie feine Rissbildungen, die zuvor aufgrund der Schmutzanhaftungen nicht sichtbar waren, traten nun zutage und wurden der Schadenskartierung hinzugefügt.

Zum weiteren Ablauf der Sanierungsmaßnahmen erfahren Sie mehr in STEIN im Januar 2016.

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Digitalbau: BIM-Software und Bau-Apps von Fischer

Stein Magazin

An seinem Messestand präsentierte der Befestigungsspezialist unter anderem seine Bemessungssoftware Fixperience und Apps für das Handwerk. Foto: Fischer



Der Befestigungsspezialist Fischer präsentierte auf der Digitalbau in Köln seine Bemessungssoftware Fixperience, Apps für den Bau und BIM-Lösungen.

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An seinem Messestand präsentierte der Befestigungsspezialist unter anderem seine Bemessungssoftware Fixperience und Apps für das Handwerk. Foto: Fischer
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Mit den BIM-Dienstleistungen des Unternehmens lässt sich Building Information Modeling in allen Lebensphasen von Bauwerken bestmöglich nutzen. Foto: Fischer

BIM-Planung mit Bemessungssoftware Fixperience

Auf der neuen Messe Digitalbau, die 2020 zum ersten Mal stattfand, zeigte Fischer seine digitalen Produkte. Zum einen unterstützt das Unternehmen Kunden mit digitalen Zwillingen seiner Produkte. Zum anderen mit neuen BIM-Lösungen für die Erstellung, Verwaltung und Nutzung der Gebäudedatenmodelle.

Neben BIM-kompatiblen Produktdaten zählen dazu Entwürfe bis zur maximalen Detailmodellierung (LOD 500) der digitalen Gebäudemodelle durch Fischer. Hinzu kommen 3D-Scanning und „Field to BIM“. Damit lassen sich vorhandene Bauwerke in das Gebäudedatenmodell übertragen. Umgekehrt ermöglicht der „Fischer BIM to Field Support“, das 3D-Modell punktgenau auf die Baustelle zu projizieren und direkt vor Ort abzumessen.

Zusätzlich präsentierte Fischer seine Bemessungssoftware Fixperience, mit der Planer die Befestigung kompletter Projekte und einzelner Anwendungen planen können. Neue Bemessungsvorschriften werden laufend in die Software implementiert. Der nötige Nachweis auf Basis europaweit gültiger Bemessungsstandards ist so gesichert. Fixperience umfasst eine Ingenieur-Software und spezielle Anwendungsmodule für sieben Gewerke.

Die „Fischer Professional App“ unterstützt Anwender bei der Suche und Berechnung geeigneter Befestigungen. Auch das Startup Craftnote zeigte auf der Messe seine App: Die Projektmanagement- und Kommunikationsplattform für Handwerksbetriebe beschleunigt den Baufortschritt.

Grünes Licht für Centro Internazionale di Scultura

Stein Magazin
Lavizzara

Aus jahrelanger Planung wird endlich Realität: Im schweizerischen Peccia, Lavizzara, beginnt noch in diesem Jahr die Umsetzung des Centro Internazionale di Scultura. 

Die Gemeinde Lavizzara hat das Bauvorhaben für ein internationales Bildhauer-Zentrum in Peccia abgesegnet. Das bestätigte die Fondazione Internazionale per la Scultura (FIS). Bereits 1990 waren erste Vorstudien und Pläne für das Großprojekt angestoßen worden. Eine Umsetzung scheiterte jedoch mangels finanzieller Mittel. Mit Unterstützung des Kantons Tessin, der Gemeinde Lavizzara und privaten Spendern sowie einer Anpassung der Projektentwürfe an die Geldmittel der FIS wird das Bildhauer-Zentrum noch in diesem Jahr entstehen. Die FIS beauftragte dafür das Architekturbüro Michele und Francesco Bardelli und rechnet schon im Frühjahr 2019 mit der Eröffnung des Centro Internazionale di Scultura.

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Illustrierte Außenansicht des Centro Internazionale di Scultura in Peccia, Lavizzara, von den Architekten Michele und Francesco Bardelli. Foto: Bardelli, Locarno/TI
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Illustration des offenen Werkplatzes. Foto: Bardelli, Locarno/TI
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Außenansicht des Ausstellungsgebäudes, das als Teil des Centro Internazionale di Scultura geplant ist. Foto: Bardelli, Locarno/TI
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Innenansicht des Ausstellungsgebäudes. Im Hintergrund Donatorenwand im Eingangsbereich des Centro Internazionale di Scultura. Foto: Bardelli, Locarno/TI
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Innenansicht des Künstlerateliers. Foto: Bardelli, Locarno/TI

Tessiner Natur und urbane Hochkultur

Das Zentrum umfasst ein Ausstellungsgebäude am Ortseingang von Peccia. Hier sollen sich auch die Verwaltungsbüros und drei Werkstätten zur Bearbeitung von Stein, Holz und Metall befinden sowie die technischen Installationen. Fünf Künstlerateliers sind vorgesehen, die an einen gemeinsamen Werkplatz anschließen. Die Kunstschaffenden wohnen im Dorf Peccia in individuellen Unterkünften der „Casa degli Artisti“, was auf einer zusätzlichen Initiative beruht und durch die Investition eines privaten Spenders ermöglicht werden kann. Die Ateliers werden in Form von Stipendien jedes Jahr international ausgeschrieben.

Interaktion auf internationalem Niveau

Mit dem Internationalen Bildhauerzentrum inmitten des Tessiner Bergpanoramas soll ein Ort entstehen, wo sich Skulptur-Künstler aus aller Welt und ein interessiertes Publikum begegnen. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit heimischen Materialien wie dem Peccia-Marmor, womit das Zentrum an die Arbeit der Scuola di Scultura in Peccia anknüpft. Allein die Scuola zieht jährlich 3.000 Menschen an. Aus kultureller wie touristischer Sicht rechnen Gemeinde und Kanton daher mit weiteren positiven Auswirkungen des Bildhauer-Zentrums auf Leben und Betrieb vor Ort.

Die Gesamtkosten des Bauprojekts werden auf sechs Millionen Franken geschätzt. Für die Betriebskosten der ersten drei Jahre sind von der FIS Rücklagen von einer Million Franken geplant.