grauen und weißen Marmorplatten verkleidet.

Das Architekturbüro Fala Atelier, früher das jüngste der jungen europäischen Architekturbüros, ist inzwischen eines der etabliertesten in Portugal. Für die Sanierung eines verlassenen Reihenhauses in Portugal entwarfen die nicht mehr ganz so jungen Wilden eine Fassade mit geometrischen Formen aus grünem, grauen und weißen Marmorplatten

Ein verlassenes Reihenhaus in Porto aus dem 19. Jahrhundert sollte in vier unabhängige Einzimmerwohnungen unterteilt werden. Die Architekten entschieden sich für vier gleiche Wohneinheiten. Deren Hauptraum wird durch eine Reihe von Architekturelementen – eine Treppe, bunte Türen, zweifarbiges Parkett, gebogene Wände und Decken – gegliedert. Vom Haupteingang führt ein langer, gewundener Flur zum Treppenhaus oder zum Hinterhof und erschließt damit alle Wohnungen. Die Hauptfassade zur Straße hin wurde saniert und teilweise neugestaltet, die Fassade auf der Rückseite ist komplett neu. Die Straßenfassade wurde mit grünen und weißen Marmorplatten verkleidet, die durch ihre abstrakten geometrischen Formen einen starken Kontrast zu den historischen Fenster- und Türrahmen aus Granit bilden. Die Fassade auf der Rückseite ist mit vertikalen Streifen aus grünem, weißem und grauem Marmor verkleidet. Sie stellt die Tradition der repräsentative bürgerliche Straßenfassade auf den Kopf und wird von den Architekten ironisch als „unnötig stolz und üppig“ bezeichnet. Das Projekt wurde 2017 fertigstellt.

Alle Bilder: Ricardo Loureiro

Noch mehr architektonische Lösungen mit Natursteinfassaden gibt es in der Ausgabe 04 des STEIN-Magazins.

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Scuola di Scultura öffnet wieder

Stein Magazin
etwa Bildhauen für Fortgeschrittene und Gipsmodelle. Foto: Scuola di Scultura

Am Fuße des Marmorbergs im Tessiner Peccia geht’s wieder los. In Sommer-Kursen wie figürliches Modellieren und Bildhauen für Fortgeschrittene sind Plätze frei.

Im Mai startete die Scuola di Scultura ein Crowdfunding. Denn wegen Corona konnte sie monatelang lang weder Kurse anbieten noch Gäste empfangen. Das angestrebte Fundingziel von 50.000 CHF wurde weit übertroffen. Insgesamt kamen 93.724 CHF zusammen. Seit Anfang Juni gibt die Schule nun wieder Kurse.

In verschiedenen Kursen sind Plätze frei:

Figürliches Modellieren und Gipsabguss

vom 28. Juni bis 3. Juni 2020
Unter der Leitung von  Thomas Hunziker modellieren die Teilnehmenden einen weiblichen Akt in Ton. Sie arbeiten an drei Tagen an dem Modell gearbeitet. Die Figur wird dann mit Gips abgeformt und kann in Gips oder Zement gegossen werden.



Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Resculpting
vom 19. bis 31. Juli
Alle Teilnehmenden bringen eine Fotografie, Zeichnung oder ein Video eines plastischen Werks mit. Unter Anleitung von Kursleiter Roland Hotz meißeln sie die persönliche, soweit wie möglich von Hand, als „Taille-Direct“ in ein Stück Peccia-Marmor.

Gips direkt
vom 2. bis 7. August 2020
In dieser Kurswoche leitet Hansulrich Beer  die Teilnehmenden an, direkt mit Gips Modelle zu gestalten, die später in Stein oder Holz umgesetzt werden können.

Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Drehung

vom 16. bis 28. August 2020
In diesen beiden Kurswochen steht das Thema “Drehung” im Fokus. Kursleiter Hans-Peter Profunser leitet die Teilnehmenden an, ihre individuelle Formensprache zu entwickeln und herauszuarbeiten.



Alle Kurse sowie die Anmeldungsformulare finden sich auf der Seite der Schule.

Kraftprotz mit Geschichte

Stein Magazin
bis auf kleine Bereiche

In der Oktoberausgabe 2017 berichtet die STEIN über die Fassadenrestaurierung des historischen Wasserkraftwerks Raffelberg in Mülheim an der Ruhr. Das fast 100 Jahre alte Querbauwerk ist mit Ettringer und Weiberner Tuffsteinen verkleidet und hatte im Laufe der Zeit schwarze Patina angesetzt. Die erforderlichen Maßnahmen waren vielfältig: Reinigen, Rückverankern, Fugenmaterial erneuern, Vierungen setzen. Wie auch bei der ehemaligen Bahndirektion in Köln (siehe STEIN 04/2017) hat die Firma Denkmalpflege Schorn die fachmännischen Arbeiten durchgeführt.

01-schwarze Patina
Vor der Reinigung: Blick von der Raffelbergerbrücke auf die fast 100 Jahre alte Tuffsteinfassade, die von einer schwarzen Patina überzogen ist. Foto: Denkmalpflege Schorn
02-Fassadenschäden
Nach der Reinigung: Detailfoto von Steinkonsole und Bogenstein sowie fehlendem Fugenmaterial. Foto: Denkmalpflege Schorn
03-neue Bogensteine
Stark beschädigte Steine mussten ersetzt werden. Die neuen Steine, hier ein Bogenstein, wurden in der Werkstatt aus dem gleichen Tuff gefertigt. Foto: Denkmalpflege Schorn
04-alte Balkonbrüstung
Die Balkonbrüstung: Durch Frost-Tau-Wechsel rosteten die Eisenteile und sprengten die Betonabdeckung. Foto: Denkmalpflege Schorn
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Zuerst hat man die brüchige Betonabdeckung und die rostigen Eisenteile mit dem Stemmeisen entfernt … Foto: Denkmalpflege Schorn
06-neuer-Edelstahl
… und neue Edelstahlteile stattdessen eingebaut. Foto: Denkmalpflege Schorn
07-neue Brüstung
Den Abschluss bilden jetzt neue anthrazitfarbene Steine aus Mendiger Basaltlava mit feingeschliffener Oberfläche. Foto: Denkmalpflege Schorn
08-nach Restaurierung
Die Natursteinfassade ist mittlerweile, bis auf kleine Bereiche, gereinigt und restauriert. Foto: Tanja Slasten
09-Innenraum
In der großen Halle, deren Innenwände mit Travertin verkleidet sind, stehen noch die Originalgeneratoren aus den 1920er-Jahren. Foto: Tanja Slasten

Interessierte können bei einer Hafenrundfahrt auf der Ruhr unter anderem auch hinter die Kulissen des denkmalgeschützten Wasserkraftwerks schauen und dabei die Originalgeneratoren aus den 1920er-Jahren bewundern.

Standort:                   Raffelbergbrücke 8 in 45478 Mülheim an der Ruhr

Anmeldung unter:     0208 960 960 oder 0208 960 999 6