Sechs internationale Bildhauer treffen sich zum BlauStein-Symposium

Stein Magazin

Blaustein veranstaltet zu seinem 50-jährigen Jubiläum im September ein internationales Steinbildhauer-Symposium.

Blaustein
Blaustein will mit dem Symposium das Miteinander der inzwischen seit 50 Jahren vereinten Ortschaften Ehrenstein und Klingenstein zeigen. Foto: Wikipedia/Oktabius/CC BY-SA 3.0
BlauStein_Symposium
Sechs Bildhauer haben 14 Arbeitstage Zeit, ihre Skulpturen aus dem Kalkstein zu arbeiten. Foto: BlauStein Symposium

Sechs Bildhauer aus China, Portugal, Österreich und Bulgarien

Die Stadt Blaustein bei Ulm richtet anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums ein internationales Steinbildhauer-Symposium aus. Sechs bekannte Bildhauer fertigen dabei Skulpturen aus dem in der Region dominierenden Kalkstein. Schon vor 6.000 Jahren wurde er im Steinzeitdorf Ehrenstein auf dem heutigen Stadtgebiet verarbeitet. Die Kalkstein- und Zementindustrie hat die Region im 19. und 20. Jahrhundert geprägt. Das Thema lautet “Miteinander” – denn Blaustein entstand 1968 aus dem Zusammenschluss der beiden Ortschaften Ehrenstein und Klingenstein.

Die künstlerische Leitung hat Dietmar Rudolf inne. Der Steinbildhauer ist Ausbilder in der Münsterbauhütte Ulm. Das Publikum soll über die zwei Wochen hinweg jederzeit am Schaffensprozess teilhaben und mit den Bildhauern ins Gespräch kommen. Die Skulpturen werden anschließend auf einem Skulpturen-Pfad im Stadtzentrum aufgestellt. Begleitend zum BlauStein-Symposium bietet die Stadt Gruppen-Führungen und Steinbildhauer- und Foto-Workshops für Kinder und Erwachsene.

Aus 157 Bewerbungen aus 47 Ländern hat die Jury sechs Teilnehmer und ihre Projektentwürfe ausgewählt. Es sind:

– Xiao Jucheng aus China, der an der Akademie der Schönen Künste in Guangzhou studiert hat. Er lehrt in der Kunstabteilung der Universität in Putian und leitet das Institut für Skulpturen in der Provinz Fujian.

– Mario Lopes aus Portugal, Absolvent der „Akademie der Schönen Künste” in Carrara/ Italien sowie des Masterstudiengangs Skulpturen an der Kunsthochschule Tama in Tokio. Er fertigt neben Skulpturen auch Malereien, Drucke und Papierarbeiten und stellt hauptsächlich in Japan und Portugal aus.

– Hugo Maciel aus Portugal, Absolvent der Abteilung für Schöne Künste der Universität Lissabon, wo er auch seinen Doktorgrad erreichte. Er fertigt Skulpturen aus Stein, Holz, Stahl und Polymer an und nimmt an vielen, internationalen Symposien teil.

– Helga Palasser aus Österreich ist Bildhauerin mit Leidenschaft für Abgusstechniken. Sie fertigt neben Steinskulpturen und Tonarbeiten auch Eis-, Stroh- und Heuskulpturen.

– Nikolay Yotov aus Bulgarien geboren ist Absolvent der Nationalen Kunstakademie in Sofia ab. Er arbeitet hauptsächlich mit Stein und Holz und ist Mitglied der Union of Bulgarian Artists.

– Zdravko Zdravkov aus Bulgarien, ebenfalls Absolvent der Nationalen Kunstakademie in Sofia und ebenfalls Mitglied der Union of Bulgarian Artists. Ist weitgereister Symposien-Künstler mit Stationen unter anderen in Oman, Qatar, Taiwan, Iran, Kuwait, Indien, und Palästina.

BlauStein-Symposium
17. bis 30. September 2018, täglich 9,00 bis 19.00 Uhr
Schotterparkplatz zwischen Bad Blau und Theaterei-Zelt
Eintritt frei

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Spurensuche auf Slate Islands

Stein Magazin
Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein. Foto: Suhrkamp

Der Gedichtband „Schiefern“

Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein – eine sinnliche Suche nach Leblosem.

Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein. Foto: Suhrkamp

Der Gedichtband „Schiefern“

Auf der Karte sind es kleine Flecken vor der Westküste Schottlands, so klein, dass es leicht ist, sie zu übersehen. Man muss sie gezielt aufsuchen, um sie zu finden. Man stößt nicht einfach auf sie. Die Inneren Hebriden Schottlands, eine Inselgruppe am oberen Zipfel des Britischen Königreichs, sind eine beliebte Reiseregion. Wer hierherkommt, sehnt sich nach dem Ursprünglichen, dem Wilden, dem Zerklüfteten. Nach salzigem Wind, der sich in Haaren und Kleidung verfängt und sie starr werden lässt. Nach dem Atlantik, dessen Wogen an das schwarze Gestein prallen. Gneise. Granit. Basalt. Schiefer.

Esther Kinsky, Übersetzerin und Lyrikerin und 2018 für „Hain. Geländeroman“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet, hat dem Schiefer und der Region, in dem das Sedimentgestein jahrhundertelang abgebaut wurde, einen Gedichtband mit dem so einfachen wie bezeichnenden Titel „Schiefern“ gewidmet.

Die Steinbrüche auf Slate Islands sind noch da, die Überbleibsel einer inzwischen stillgelegten Industrie auch. Kinsky begibt sich auf Entdeckungsreise und verpackt ihre Naturbeobachtung in Worte, die rätselhaft zu entziffern sind und hinfortreißen in die Entlegenheit der Inneren Hebriden, zum schwarzen tosenden Meer, über dem der Leser wie ein unsichtbar Schwebender im Gedankenraum treibt, den Kinsky mit ihren Worten spinnt.

Genau dort, in diesem Gedankenraum, sind auch die Analogien zwischen etwas durch und durch Leblosem und Menschlichem zu finden. Nur wenige Menschen stecken in diesem dreiteiligen Band, das Menschliche jedoch fehlt ihm nicht. Es ist sogar ganz erstaunlich, wie sinnlich über Gischt tragende Wellen und „platten mit einer / oberfläche wie versteinerter leiser wellengang“ geschrieben werden kann, ohne in kitschige Romantik abzurutschen.

„Nature Writing“

Natur verleitet bereits seit dem 18. Jahrhundert Schriftsteller dazu, über sie als Hauptprotagonistin zu schreiben. „Nature Writing“ nennen sich im Angelsächsischen die ausschweifenden literarischen Beschreibungen von Bäumen, Wiesen, Blumen, Wolkenbrüchen. Auf Deutsch hat sich der Begriff der „Naturpoesie“ oder auch „Naturlyrik“ eingebürgert. Esther Kinsky sticht seit Jahren mit solcher Naturpoesie in der Literatur hervor.

2013 flicht sie in „Naturschutzgebiet“ ausgehend von einem verwahrlosten Stadtpark vier Gedichtzyklen über Verfall und Wachstum. Ordnet man Kinskys Werk nun der Gattung des „Nature Writing“ zu, widerspricht sie gern. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte sie einmal, sie sähe sich nicht in der Tradition des Nature Writing. Zu diffus sei dieser Begriff, zu ausufernd darin, was er umschließt und was nicht. „Nature Writing“ kann alles sein, sagt sie. Warum dann nicht auch ihre neueste Arbeit „Schiefern“, möchte man entgegenhalten?

Die Schichten der Zeit

Früh fällt in „Schiefern“ das Wort der Erinnerung „als raum der abwesenheiten, bewegt von der durchsichtigen hand unberechenbarer synapsen und unwägbarer verschiebungen von ablagerungen in den langsam entstandenen und vertieften furchen und falten des hirns“. Kinsky geht es um die Schichten der Zeit, die sich über Erinnerungen lagern. Erst ganz sacht, dann deutlicher zieht sie sprachliche Parallelen zwischen menschlichem Gedächtnis und der konservierten Geschichte auf der Oberfläche der Gesteinsbrocken, an der die Gezeiten und Zeiten vorübergingen, über Millionen von Jahren hinweg.

Im Stein liegt das Vergangene konserviert, sie müsse nur anhand seiner Falten abgelesen werden, als wäre der Stein ein alter, lieb gewonnener Greis, dessen verwittertes Gesicht die Spuren des Lebens tragen. Kinsky schreibt von „zeichen ohne hand und fuß / im stein auf die sich keiner / einen reim zu machen weiß / als den größtmöglicher vergangenheit“.

„Schiefern“ könnte die moderne Fortsetzung von Adalbert Stifters 1853 erschienenen Erzählungen „Bunte Steine“ sein und sich einreihen in die Titel „Granit“, „Kalkstein“ und „Turmalin“. Doch so tückisch idyllisch die detaillierten, biedermeierlichen Naturdarstellungen Stifters sind, so wenig lieblichheimelig sind auch Kinskys beschriebene Slate Islands. Die Kühle der Umgebung schneit in ihren Worten hindurch. Da liegt eine Härte in ihnen, die man sich nicht wegdenken möchte.

Information zum Buch

Esther Kinsky: Schiefern.
D: 24,00 Euro
A: 24,70 Euro
CH: 34,50 Schweizer Franken
Erschienen: 23.03.2020
Gebunden, 103 Seiten
ISBN: 978-3-518-42921-1

Neue Geschäftsleitung bei RHODIUS Schleifwerkzeuge

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Burgbrohl / Bernd Lichter tritt in die Geschäftsführung der RHODIUS Schleifwerkzeuge GmbH & Co KG ein. RHODIUS ist der größte Schleifscheibenhersteller Deutschlands und vertreibt seine Werkzeuge weltweit sowohl an Fachhändler als auch an weiterverarbeitende Firmen. Im Zuge einer Umstrukturierung und eines Generationenwechsels hat der Werkzeughersteller gemeinsam mit den Mitarbeitern eine neue Strategie zur Neuausrichtung des Unternehmens entwickelt. Demnach wird sich die Geschäftsleitung der familiengeführten Firma künftig aus zwei Geschäftsführern und zwei Bereichsleitern zusammensetzen. Der bisherige Geschäftsführer Martin E. Davies verlässt die RHODIUS Ende des Jahres in bestem gegenseitigem Einvernehmen, betont Bernd Lichter. Er verantwortet seit 1. Oktober den Bereich Vertrieb und Marketing. In Kürze wird ihm ein kaufmännischer Geschäftsführer zur Seite stehen. Die Bereichsleitungen übernehmen der Gesamtvertriebsleiter Ernst-Henning Sager und ab April 2019 Dr. Thomas Kamps als Bereichsleiter Technik und Produktion. Mit der Neuausrichtung will der Werkzeughersteller die Position und Durchsetzungskraft auf den nationalen und internationalen Märkten weiter stärken.