Selbst produzieren macht unabhängig

Stein Magazin

Der Preiskampf setzt Grabmalhersteller jeder Betriebsgröße unter Druck. Wer nur Handelsware bietet und ausschließlich über den Preis verkauft, wird auf Dauer nicht bestehen. In Eigenfertigung lassen sich Kundenwünsche individuell und mit kurzen Lieferzeiten erfüllen. Ein Interview zum Thema “Selbst produzieren” mit Günther Werner, dem Geschäftsführer der Steinbildhauerei Werner in Lichtenfels.

STEIN: Welche Bedeutung hat Eigenfertigung für Sie?
Günther Werner: Nur mit Eigenfertigung sind wir in der Lage, schnell und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren. Grabmale machen rund 70 Prozent unseres Geschäftes aus. Alle Steine werden ab der Rohtranche gefertigt, dadurch verbleibt die Wertschöpfung vollständig im Betrieb. Wir sind ein Familienbetrieb mit vier Mitarbeitern. Als Arbeitgeber müssen wir nicht nur erfolgreich wirtschaften, sondern haben auch Verantwortung für unsere Mitarbeiter.

Wie ist die Situation am Grabmalmarkt?
Schwierig. Die Grabsteine werden immer kleiner. Der Anteil an Rasenfeldern und Urnenwänden steigt; große Grabanlagen, die einen entscheidenden Beitrag zum Betriebsergebnis leisten, werden immer seltener. Mit Urnensteinen lässt sich das nur bedingt kompensieren. Am meisten macht Betrieben wie unserem der Preiskampf zu schaffen.

Wie reagieren Sie darauf?
Wenn Kunden im Beratungsgespräch primär auf den Preis achten, erläutere ich den Ablauf einer Bestellung über Fernost und die damit verbundene Lieferzeit von bis zu 14 Wochen. In den meisten Fällen entscheiden sich die Kunden dann für eine Grabanlage, die vollständig bei uns gefertigt wird.

Wie läuft die Produktion ab?
Wir fertigen zwar auch handwerkliche Grabmale mit Lebensbaum oder anderen Ornamenten, in unserer Region bevorzugen Kunden jedoch überwiegend polierte oder satinierte Steine. In der Produktion arbeiten wir mit einer Konturenseilsäge, einer Wandarm-Gelenkmaschine, einer Walzenschleifmaschine für die Umläufe, einem Kantenautomaten mit Band für den Bau und Innenausbau sowie einem Tisch-Kantenautomaten für stärkere Werkstücke.

Wie bearbeiten Sie die Seitenkanten?
Für die Kantenbearbeitung verwenden wir mineralische Werkzeuge von Sebald. Vor allem vom groben Diamantschliff aufwärts bewähren sich diese auf unseren Maschinen am besten. Im Einsatz haben wir dazu die auf hohe Standzeiten ausgelegte blaue Linie von Sebald. Die Steine bieten ein gutes Schleifergebnis bei hohen Standzeiten und erzeugen wenig Schlamm.

Worauf achten Sie beim Werkzeugkauf?
Schleifen und Polieren machen bei Grabanlagen durchschnittlich die Hälfte der Arbeitszeit aus. Bei den hohen Standzeiten, die die Werkzeuge erzielen, spielt der Preis kaum eine Rolle; viel wichtiger ist die Qualität des Arbeitsergebnisses. Auch bei Trennscheiben achte ich auf die Schnittzeiten und das Schnittbild. Wenn beim Sägen Kanten abplatzen, kostet ein billiges Werkzeug am Ende mehr. Ebenso wichtig ist ein schneller Service. Wir haben zwar einige Werkzeugsätze auf Lager, in Spitzenzeiten wie Allerheiligen oder Pfingsten kann es aber schnell eng werden. Da sind wir auf einen zuverlässigen Lieferanten angewiesen, der innerhalb Tagesfrist Ersatz liefert.

Lesen Sie mehr zur individuellen Herstellung von Grabmalen in Eigenfertigung in STEIN im Februar 2015.

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Skulptur des Monats: Traumsaat

Stein Magazin

 

Die Träume der Nacht. Sie stellen eine kreative Form des Seelenlebens dar und gelten als Botschaften des Unterbewusstseins. Zahlreiche Forscher und Experten beschäftigen sich mit der Funktion und Bedeutung von Träumen. Auch in der Dichtung und der bildenden Kunst ist das Thema der Träume häufig wieder zu finden. Unsere Skulptur des Monats September von Steinmetz Emanuel Wagner stammt aus einer Auseinandersetzung mit dem Gedicht „Traumsaat“ von Jorge Bucay, in dem es darum geht, dass die menschlichen Träume die Geheimnisse des Unterbewusstseins kennen.

In diesem Gedicht heißt es: „In uns schlummern unzählige Träume, die nur darauf warten, keimen zu dürfen, Wurzeln zu schlagen und ans Licht zu gelangen, als Same zu sterben, um Baum zu werden.“ Emanuel Wagner interpretiert mit seiner Skulptur „Traumsaat“ – eine schlanke Stele, die an die Form einer Pflanze erinnert – die Gedanken des Unterbewusstseins.

Der untere goldene Samen der Stele, der nach oben die Pflanze freigibt, ist mit seinen Wurzeln fest im Boden verankert. Die Pflanze ist in eine Art „Schote“ gebettet. Sie wird von ihr getragen, wächst aber zugleich darüber hinaus. Das Werk symbolisiert das Leben an sich, sowie einen Gedanken, eine Idee und eine Tat. Dabei entsteht die prall gefüllte Frucht des Gedankens – die die Samen nicht mehr halten kann, sodass sie fast herausbrechen – in etwa auf direktem Weg, nur über kleine Hürden.

Die 18 x 18 x 115 Zentimeter große Skulptur wurde aus dunkelgrünem Diabas gestaltet und wirkt dadurch besonders edel. Ihre Oberfläche ist frei vom Hieb und wurde zum Großteil fein angeschliffen. Das Blattgold symbolisiert die Samen, wobei die oberen Samen aus einer Kombination von normalem Gold und einem rötlichen Gold vergoldet wurden. Für den unteren großen Samen hat der Künstler rötliches Blattgold verwendet. Damit der Glanz des Goldes betont wird, wurde eine Grundierung eingesetzt.

Der Künstler möchte mit seiner Arbeit die Entstehung der Gedanken darstellen, die sich zum einen selbst vermehren können, aber auch die, die man selbst vermehren kann. Gedanken, die etwas Positives entstehen lassen oder eine vielversprechende Idee entwickeln. In dem Kreislauf, einem Wechselspiel aus Vergehen und Entstehen, gibt der Samen sich selbst her, damit die Frucht sich entfalten kann.

Mit der Skulptur, als Sinnbild für das Leben, möchte Wagner darauf aufmerksam machen, um darüber nachzudenken, was das Fundament des Bewusstseins lehren möchte. Auf das Unterbewusstsein zu hören sowie daraus zu lernen, dass alle Gedanken und Taten Konsequenzen haben und „seine eigenen Samen Früchte tragen werden, in jeglicher Art oder Gesinnung.“

Das Werk von Emanuel Wagner entstand im Rahmen der Ausstellung „Traumsaat“ und wurde bereits an mehreren Orten ausgestellt.

Erfahren Sie mehr über den Künstler und seine Arbeiten.

 

Hier sehen Sie die Skulpturen der letzten Monate:

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Oktober 2016: Der liegende Eisbär aus Carrara Marmor von Peter Hecht. (Foto: Peter Hecht)
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September 2016: Die Skulptur „Traumsaat“ aus grünlichem Diabas von Emanuel Wagner. (Foto: Steinmetz Hans Wagner KG)
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August 2016: Die Schwingungen der Skulptur „Steinskúfa“ von Karin Reichmuth versetzen sie in Bewegung. (Foto: Þröstur Eggertsson)
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Juli 2016: „Nautilus“ aus Marmor von Ulrike Glaubitz. (Foto: Künstlerin)
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Juni 2016: „Hände“ aus Carrara Marmor von Sabine Harborth . (Foto: Künstlerin)
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Mai 2016: „Die Träumende“ von Florian Widmann aus Untersberger. (Foto: Birgit Rilk)
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April 2016: „Der goldene Schlüssel“ von Ralf Ehmann in Hanau. (Foto: Künstler)
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März 2016: Die Skulptur „Letzter Herzschlag“ aus Portokalk von Julia Dietrich auf dem Friedhof in Lauterhofen. (Foto: Künstlerin)
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Februar 2016: „Wa(a)gnis Geometrie“, Figurenensemble aus Anröchter Grünkalkstein, von Ina Michalski. (Foto: Künstlerin)
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Januar 2016: „Sternenhimmel“, eine hängende Skulptur aus Carrara Marmor und Blattgold, von Riccardo Atta. (Foto: Künstler)
Skulptur_des_Monats_zeitstein_1
Dezember 2015: Der „Zeitstein“ von Steinmetzmeister Sebastian Langner auf dem Ottensteinplatz in Wittlich, Skulptur des Monats 2015. Jan Mußweiler
Skulptur_des_Monats_schinn
November 2015: „Sun Up“ von Günter Schinn. (Foto: Franziska Schinn)
skulptur_des_monats_familienstele
Oktober 2015: Eine Familienstele als Gartenskulptur von Kathrin Post-Isenberg. (Foto: Künstlerin)
Skulptur_des_Monats_Stele für die Opfer der Hexenverfolgung in Eichstätt an der Hinr
September 2015: Hexendenkmal in Eichstätt von Rupert Fieger. (Foto: Heinrich Stürzl)
Skulptur_des_Monats_Boot_2
August 2015: Boot-Skulptur aus anröchter Sandstein von Christine Prinze. (Foto: Stahl + Stein)
Skulptur_des_Monats_Schale von Katja Stelljes
Juli 2015: Schale aus Auerkalk von Katja Stelljes. (Foto: Stefan Schmiedbauer)
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Juni 2015: Handgefertigter Spiegel mit Diabas-Rahmen von Christof Göppner. (Foto: Künstler)
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Mai 2015: Die Skulptur „Rigoletto“ von Mario P. Valdini. (Foto: Münster)
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April 2015: Die 70 cm hohe Skulptur aus Mainsandstein von Steff Bauer. (Foto: Natursteinwerk Graser Bamberg)

Schulungen für normgerechte Verbundabdichtungen

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Weitere Informationen unter: www.pci-augsburg.de

Die PCI Akademie veranstaltete im September ein umfassendes Seminar zu Verbundabdichtungen nach der neuen DIN 18534. Die Referenten Prof. Dr. jur. Günther Schalk und Dipl.-Ing. Manfred Vaupel vermittelten Rechtswissen und Fachkenntnisse für die Ausführung.  (mehr …)