Selbst produzieren macht unabhängig

Eigenfertigung-Reithmeier
Eigenfertigung ab der Tranche: Bei Reithmeier in Velburg bearbeitet ein Bildhauer den trauernden Engel an einem Doppelstein. Mehr dazu erfahren Sie in STEIN im Februar 2015.

Der Preiskampf setzt Grabmalhersteller jeder Betriebsgröße unter Druck. Wer nur Handelsware bietet und ausschließlich über den Preis verkauft, wird auf Dauer nicht bestehen. In Eigenfertigung lassen sich Kundenwünsche individuell und mit kurzen Lieferzeiten erfüllen. Ein Interview zum Thema “Selbst produzieren” mit Günther Werner, dem Geschäftsführer der Steinbildhauerei Werner in Lichtenfels.

STEIN: Welche Bedeutung hat Eigenfertigung für Sie?
Günther Werner: Nur mit Eigenfertigung sind wir in der Lage, schnell und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren. Grabmale machen rund 70 Prozent unseres Geschäftes aus. Alle Steine werden ab der Rohtranche gefertigt, dadurch verbleibt die Wertschöpfung vollständig im Betrieb. Wir sind ein Familienbetrieb mit vier Mitarbeitern. Als Arbeitgeber müssen wir nicht nur erfolgreich wirtschaften, sondern haben auch Verantwortung für unsere Mitarbeiter.

Wie ist die Situation am Grabmalmarkt?
Schwierig. Die Grabsteine werden immer kleiner. Der Anteil an Rasenfeldern und Urnenwänden steigt; große Grabanlagen, die einen entscheidenden Beitrag zum Betriebsergebnis leisten, werden immer seltener. Mit Urnensteinen lässt sich das nur bedingt kompensieren. Am meisten macht Betrieben wie unserem der Preiskampf zu schaffen.

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Eigenfertigung-Werner-Interview
Günther Werner leitet einen Familienbetrieb in Lichtenfels bei Bamberg. Für seine Kunden zählt vor allem die schnelle Lieferung.

Wie reagieren Sie darauf?
Wenn Kunden im Beratungsgespräch primär auf den Preis achten, erläutere ich den Ablauf einer Bestellung über Fernost und die damit verbundene Lieferzeit von bis zu 14 Wochen. In den meisten Fällen entscheiden sich die Kunden dann für eine Grabanlage, die vollständig bei uns gefertigt wird.

Wie läuft die Produktion ab?
Wir fertigen zwar auch handwerkliche Grabmale mit Lebensbaum oder anderen Ornamenten, in unserer Region bevorzugen Kunden jedoch überwiegend polierte oder satinierte Steine. In der Produktion arbeiten wir mit einer Konturenseilsäge, einer Wandarm-Gelenkmaschine, einer Walzenschleifmaschine für die Umläufe, einem Kantenautomaten mit Band für den Bau und Innenausbau sowie einem Tisch-Kantenautomaten für stärkere Werkstücke.

Wie bearbeiten Sie die Seitenkanten?
Für die Kantenbearbeitung verwenden wir mineralische Werkzeuge von Sebald. Vor allem vom groben Diamantschliff aufwärts bewähren sich diese auf unseren Maschinen am besten. Im Einsatz haben wir dazu die auf hohe Standzeiten ausgelegte blaue Linie von Sebald. Die Steine bieten ein gutes Schleifergebnis bei hohen Standzeiten und erzeugen wenig Schlamm.

Worauf achten Sie beim Werkzeugkauf?
Schleifen und Polieren machen bei Grabanlagen durchschnittlich die Hälfte der Arbeitszeit aus. Bei den hohen Standzeiten, die die Werkzeuge erzielen, spielt der Preis kaum eine Rolle; viel wichtiger ist die Qualität des Arbeitsergebnisses. Auch bei Trennscheiben achte ich auf die Schnittzeiten und das Schnittbild. Wenn beim Sägen Kanten abplatzen, kostet ein billiges Werkzeug am Ende mehr. Ebenso wichtig ist ein schneller Service. Wir haben zwar einige Werkzeugsätze auf Lager, in Spitzenzeiten wie Allerheiligen oder Pfingsten kann es aber schnell eng werden. Da sind wir auf einen zuverlässigen Lieferanten angewiesen, der innerhalb Tagesfrist Ersatz liefert.

Lesen Sie mehr zur individuellen Herstellung von Grabmalen in Eigenfertigung in STEIN im Februar 2015.