Skulptur des Monats: Platonische Körper

Stein Magazin

Mit „Wa(a)gnis Geometrie“ betitelt die Steinmetz- und Bildhauermeisterin Ina Michalski aus Weimar ihr Figurenensemble aus Anröchter Grünkalkstein. Die platonischen Körper aus Stein mit Stahl-Abwicklungen, unsere Skulptur (en) des Monats Februar 2016, verweisen uns auf das spannende Verhältnis von Mathematik und Kunst. Was hat Ästhetik mit Zahlen zu tun, könnte man fragen. Sehr viel, wäre die Antwort. Symmetrien, Proportionen und Perspektiven spielen eine große Rolle in der Kunst. Man denke nur an den „Goldenen Schnitt“ als Inbegriff von Harmonie und Schönheit – ein aus der Geometrie des Philosophen Euklids (um 300 v. Chr.) stammendes Teilungsverhältnis, bei dem das Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil entspricht. Angewendet wurde und wird der „Goldene Schnitt“ beispielsweise in der Architektur, Malerei oder eben Bildhauerei (z.B. von Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer oder Le Corbusier).

Mit ihren platonischen Körpern begab sich Ina Michalski auf eine Reise in das Universum der Geometrie, insbesondere durch die faszinierenden Welten der dreidimensionalen Plastiken von Max Bill. „Seine Arbeiten, die zu einem großen Teil auf mathematisch-geometrischen Prinzipien basieren, wurden für mich zur Quelle der Inspiration“, erzählt die Künstlerin. Die Eleganz, Klarheit und Struktur der fünf platonischen Körper zog sie bei ihren Recherchen in den Bann. Ihre künstlerische Interpretation aus Anröchter Grünkalkstein macht Mathematik, aber auch Schönheit in Kunst und Natur greifbar, ja erlebbar. Die einzelnen Skulpturen wiegen zwischen 100 und 250 Kilogramm, sie sind jeweils 45 Zentimeter hoch. Die dazugehörenden Abwicklungen aus Stahl rollen die Seitenflächen der Körper zweidimensional aus. Sie wirken wie ein Spiegelbild, das das Innerste der Figuren offenbart. Sie wurden punktgeschweißt, für die Rostoptik mit Salz behandelt und anschließend geölt. „Über 500 Arbeitsstunden stecken in diesem Ensemble“, sagt Michalski. Eine intensive Auseinandersetzung mit Formen und Proportionen als Quelle menschlicher Inspiration und ästhetischem Empfinden.

Was ist der mathematische Hintergrund der fünf platonischen Körper – die aufgrund seiner schriftlichen Abhandlungen über sie nach dem Philosophen Platon benannt sind? Sie sind die einzigen Gebilde, die sich aus vollkommen regelmäßigen Polyedern (dreidimensionalen Körpern), die von Polygonen (Vielecken) als Seitenflächen begrenzt sind, zusammensetzen. Ihre Namen gehen auf die griechischen Zahlen zurück und bezeichnen die Anzahl ihrer jeweiligen Flächen: das Tetraeder (vier gleichseitige Dreiecke), das Hexaeder (sechs Quadrate), das Oktaeder (acht gleichseitige Dreiecke), das Dodekaeder (zwölf regelmäßige Fünfecke) und das Ikosaeder (20 gleichseitige Dreiecke). Alle Flächen des jeweiligen Körpers haben die gleichen Kantenlängen, d. h. sie sind gleichwinklig und gleichseitig, was wiederum bedeutet, dass die Flächen jeweils kongruent zueinander sind. Zudem hat jede Ecke des Körpers denselben Abstand zum Mittelpunkt. Aufgrund dieser absoluten Symmetrie existieren eine Um-, Kanten- und Innenkugel. Außerdem sind sie konvex, d.h. es bestehen keine einspringenden Ecken und Kanten. All diese Bedingungen existieren in ihrer Gesamtheit nur in den fünf platonischen Körpern, was der Eulerschen Polyedersatz mathematisch beweist.

Diese geometrischen Voraussetzungen sind beeindruckend. Die platonischen Körper wirken vollkommen: Den Körpern haftet kein Makel an, sie sind in sich geschlossen und perfekt. Rational und funktional. Der Künstler Max Bill formulierte den Grundsatz: „Schönheit aus Funktion und als Funktion“. Diesen Wesenszug sieht auch Ina Michalski in ihren Skulpturen verkörpert. Zur geometrischen Schönheit oder schönen Geometrie muss aber noch ein weiterer Aspekt hinzukommen. Die Natur folgt ebenfalls mathematischen Gesetzen. So entspricht beispielsweise die Anordnung von Wasserstoffatomen im sp³-hybridisierten Methan-Hybridorbital einem Tetraeder. Verschiedene Kristall- oder Molekülverbindungen treten in dieser Form auf. Die Mathematik durchzieht die Realität, bildet Wesenselemente des Seins. Ist Kunst dann Abbild der Natur? Oder verzerrt Kunst die Realität mithilfe ihrer eigenen Strukturen und Gesetze? Steht die Mathematik vor allem oder ist sie nur ein Mittel der Interpretation? Diese Fragen stellen uns die platonischen Körper von Ina Michalski. Ob sie uns auch eine Antwort geben, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ina Michalski kann sich jedenfalls ihre Skulpturen auf einem Schulhof vorstellen. Den Schülern könne dadurch ein bestimmtes Teilgebiet der Geometrie didaktisch vermittelt werden, da alle Komponenten der platonischen Körper visuell und empirisch erlebbar seien. Geometrische Kunst als Hilfe zum Verstehen, Plastiken zur Veranschaulichung abstrakter Gesetze, aber auch Spiegel der Natur oder einfach nur Ästhetik zum Anfassen und Erleben. Die Skulpturen machen deutlich, was Mathematik, Kunst und Natur verbindet. Sie machen erfahrbar, was oft nur unbewusst in uns abläuft. Sei es beim Hören von Musik, die uns Menschen meist nur gefällt, wenn mathematisch gut strukturierte Tonabfolgen erklingen. Oder sei es, wenn wir Gesichter als schön empfinden, weil sie symmetrisch sind.

Der Philosoph Immanuel Kant charakterisierte Schönheit als “subjektive Allgemeinheit”. Sie beruht weder auf einem subjektiven Geschmacksurteil, das bei jedem anders ausfallen kann, noch auf einem allgemeingültigen Vernunfturteil, das jedem rational eingängig sein sollte. Schönheit ist jedem irgendwie zugänglich, aber auch nicht restlos nach Gesetzen einsehbar. In Bezug auf unsere Skulptur (en) des Monats könnte man sagen, dass nicht ihre mathematisch vollendete Ausführung allein ihr Wesen ausmacht, sondern noch etwas anderes, das nicht so einfach auf den Punkt oder die Zahl zu bringen ist. Vielleicht liegt in unserer Natur ein mathematischer Grundsinn, aber dieser oder anders gesagt die “reine Funktion” erklärt noch nicht unser ästhetisches Empfinden. Oder doch? Tauchen Sie ein in die Skulpturenwelt der platonischen Körper und lassen Sie sich inspirieren!

Erfahren Sie hier mehr zur Künstlerin.

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Berchtesgaden vergibt beliebte Grabplätze per Los

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äußerst beliebte letzte Ruhestätte. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Losverfahren sichert faire Vergabe

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Berchtesgaden
Berchtesgaden in Bayern hat mit dem Alten Friedhof eine altehrwürdige, äußerst beliebte letzte Ruhestätte. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Der Alte Friedhof in Berchtesgaden ist schön und altehrwürdig, 1685 an einem terrassierten Steilhang angelegt. Er steht unter Denkmalschutz und ist geprägt durch imposante Grabmäler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Und er ist eine begehrte letzte Ruhestätte – die Friedhofsverwaltung der Gemeinde hat deshalb einen ungewöhnlichen Entschluss gefasst: Die Wiederbelegung hat im Juli mittels Losverfahren stattgefunden. 140 Erdbestattungs- und 60 Urnengräber hat die Stadt neu vergeben. Rund 280 Bewerber nahmen am Verfahren teil. Zugelassen wurde, wer einen Wohnsitz im Friedhofsverbandsgebiet und einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

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Für die Grabplätze in Berchtesgaden haben sich vor allem Bürger beworben, die in ihrer eigenen Gemeinde bestattet werden wollen. Der Alte Friedhof war zuvor jahrzehntelang voll belegt. Nur Alteingesessene, deren Familien noch ein Grabrecht besaßen, konnten ihre Verstorbenen auf dem Friedhof bestatten. Er umfasst ingesamt rund 1.500 Grabstätten. 200 von ihnen sind nun in einem fairen Verfahren neu vergeben.

Homeoffice mit Han Solo

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Seit 40 Jahren schlägt das Imperium zurück: Am 17. Mai 1980 wurde die nach heutiger Zählung fünfte, damals zweite Star-Wars-Episode „The Empire Strikes Back“ im Kennedy Center zu Washington D.C. uraufgeführt. Die globale Fangemeinde der mächtigen Space-Opera-Saga ist groß und das Portfolio an Merchandise-Artikeln scheint unendlich. Eine ganz besondere persönliche Hommage an seine Helden aus einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit hat sich Hausbesitzer Rob Equi aus Sacramento geschaffen – mit hellen und dunklen Belägen von Neolith.

THESIZE SURFACES - NEOLITH  Almassora - Castellón - Spain
Der Boden des Star-Wars-Homeoffice soll an das Holo-Schachbrett aus dem Millennium Falken erinnern. Es besteht aus Neolith in den Varianten „Basalt Black Satin“ und „Cement Satin“. Foto: Neolith
THESIZE SURFACES - NEOLITH  Almassora - Castellón - Spain
Kreatives Umfeld für die Heimarbeit: Augenarzt Rob Equi hat sich, unterstützt von der Designerin Miche Victoria, sein privates Star-Wars-Universum ins Büro geholt. Foto: Neolith
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California Dreaming: Krieg-der-Sterne-Erfinder George Lucas hat in Marin County seine fulminante Skywalker Ranch, Dr. Rob Equi hier in Sacramento sein persönliches kleines Star-Wars-Universum. Foto: Neolith

Ein neues Homeoffice

An seinem sechsten Geburtstag spürte er zum ersten Mal die Macht: Es war der 25. Mai 1977, der Tag an welchem der erste Star-Wars-Film „A New Hope“ in den Kinos anlief, und wie Rob Equi sich erinnert, fand ein Familienausflug dazu statt. Seither ist der Krieg der Sterne fester Bestandteil seines Lebens. Der kleine Junge von damals ist heute Arzt und Netzhautspezialist, was ihm – ähnlich wie seinen Jedi-Vorbildern – erlaubt, beruflich Laser zu benutzen.

Als er nun mit seiner Familie das Wohnhaus renovierte, entschloss er sich, seinem Homeoffice und dem angrenzenden Loungebereich einen besonderen Touch zu verleihen: „Ich wollte einen Raum haben, der unter dem Star-Wars-Motto stand. Ich hatte eine ganze Reihe von hochwertigen Erinnerungsstücken, die ich auf coole, lustige und eindrucksvolle Weise zur Schau stellen wollte und dafür wollte ich einen Platz haben, zu dem ich nach der Arbeit hingehen und in meine Kindheit eintauchen kann.”

Die Designerin schlägt zurück

Nachdem Equi schon während der ersten drei Bauphasen mit Miche Victoria, Senior Designerin bei Benning Design Construction, zusammengearbeitet hatte, vertraute er ihr vorbehaltlos an, sein ganz besonderes Anliegen zu verwirklichen. „Ich habe ihr in groben Zügen gesagt, was ich wollte. Es musste ein bewohnbarer Büroraum sein, deshalb durfte es nicht aussehen wie an einem Filmset, aber gleichzeitig wollte ich auch einige Designelemente, die mich an dieses Universum erinnerten. Beispielsweise ist die Beleuchtung in diesen Filmen ein sehr wichtiges Motiv.” Auf ihrer Suche nach ikonischen Szenen fand Victoria Inspiration in der ursprünglichen Trilogie.

Die Rückkehr des Holo-Schachbretts

Oft ist der Bodenbelag der erste Schritt in Miche Victorias Designprozess, weil er die Grundlage für alles andere ist – so auch hier. So zeigt sich das Geläuf in Equis Homeoffice unwissenden Augen als ein kreisförmiges, modern anmutendes Schwarz-Weiß-Muster. Für Star-Wars-Fans ist es eine Hommage an das Brett, auf dem Chewbacca und C-3PO in Han Solos Raumschiff, dem Millennium Falken, Holo-Schach spielen.
Designerin Victoria wollte ein Material, das zu den anderen Designelementen passt und auf das sie große Stücke hält: Neolith-Beläge, vom Hersteller gesinterter Stein genannt, hatte sie schon mehrfach in anderen Projekten eingesetzt und ist von diesen Porzellankeramiken überzeugt. Sie geht sogar so weit, zu sagen: „Für mich kommen keine anderen Materialien in Frage. Für ein kundenspezifisches Design wie dieses war Neolith ein Kinderspiel. Man kann so viel damit machen. Die Möglichkeiten der Anpassung sind unglaublich. Es hebt sich wirklich dank seiner vielen Stärken und Finishs von seinen Wettbewerbern ab. Ich liebe diese nahtlosen Übergänge.” Um die Ästhetik des Raumschiffs aus dem Film einzufangen, vermied sie den sauberen Kontrast eines herkömmlichen Schachbretts und entschied sich stattdessen dafür, die beiden Neolith-Varianten „Basalt Black Satin“ und das Industrial-Charme verströmende „Cement Satin“ zu kombinieren.
Bei der Umsetzung des kundenspezifischen Motivs bekam die Designerin Unterstützung von den Vertriebspartnern Evolv Surfaces und Natural Stone Design Fabrication. Bauherr Rob Equi zeigt sich sehr glücklich mit dem Ergebnis: „Die Neolith-Materialien sind einfach fantastisch. Das matte Finish passt perfekt zum bewohnten Universum von Star Wars. Es ist nicht das typische Science-Fiction-Design, bei dem alles auf Hochglanz poliert, neu und utopisch ist.”

Jedi-Design-Tricks

Neben dem Bodenbelag ist auch die Beleuchtung wichtig für das richtige Flair: Hinter Equis Schreibtisch erinnern zwei große hinterleuchtete Wandplatten an das Set der Kampfszene zwischen Obi-Wan und Darth Vader aus dem ersten Teil „A New Hope“, die restlichen illuminierten Wandbekleidungen in der Büro-Rotunde sind von der „Ich bin dein Vater“-Szene inspiriert. Weitere liebevolle Details und Exponate: An der Wand des Loungebereichs nebenan steht eine lebensgroße Nachbildung von Han Solo in Karbonit an der Wand. Hier ist man umgeben von Star-Wars-Devotionalien des Hausherren, wie etwa Kostümen, einem X-Wing-Pilotenhelm und einem Blaster-Nachbau. Auch wenn er selbst der größte Fan der Filmreihe im Hause ist, Rob Equis Frau und Kinder tragen seine Liebe mit zum Heldenepos aus einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit: Sie teilen sich ihr Heim mit Boba Fett, einem imperialen Death Trooper und Han Solo – sowie natürlich Chewie, bei dem es sich in diesem Fall nicht um den Wookie und besten Freund Solos handelt, sondern den Labradoodle der Familie.