Steilvorlage für europäische Steine

Who the fuck…Braucht Shivakashi? Es ist so, als ob Bastian Schweinsteiger mit einem präzisen Pass über das halbe Spielfeld hinweg den Ball direkt zu Mario Gómez in den Strafraum bringt. Dieser muss den Ball nur noch ins Tor »duseln«. Eine echte Steilvorlage! Steilvorlagen gibt es allerdings nicht nur im Fußball. Was sich in den vergangenen Monaten in der südindischen Natursteinproduktion abspielte und noch immer abspielt, kann für Europa eine Steinvorlage sein.

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Es geht hier nicht um das unsägliche Thema Arbeitsbedingungen. Die sind, gemessen an euro­päischen Standards, verheerend; mit oder ohne Kinder. Das Ergebnis dieser Arbeit steht als Grabstein auf Friedhöfen, liegt als Arbeitsplatte in Küchen oder als »raumgestaltendes«
Element in den neuen Wohfühlbädern. Sie kennen das!

Seit einigen Monaten demontiert sich Indiens Branche selbst. Illegaler Abbau, Steuerhinterziehung, Bestechung, Umweltzerstörung und Korruption; das ganze Programm. Ein System, das über viele Jahre funktionierte; profitabel vor allem für die Betreiber der Brüche und Betriebe. Heute stehen Indiens Steinbrüche still. Der Abbau von Naturstein – vor allem im Madurai-Distrikt – ist untersagt. Indiens Steinbarone sitzen in Untersuchungshaft, stehen unter Hausarrest oder sind zumindest »out of order«.  Aus, vorbei! Materialien wie Kashmir White, Kashmir Gold und Shivakashi sind kaum mehr lieferbar. Der Abbau ist eingestellt, der Export von Blöcken und Fertigprodukten verboten. Die Läger in Europa sind leer, die Preise gehen nach oben.

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Jetzt kommt die Steilvorlage! Auch in Europa gibt es harte Steine in (fast) allen Farben: weiße im Bayerischen Wald, in Galizien und auf Sardinien, graue in der Oberpfalz, in Portugal und in der Bretagne, blaue im Fichtelgebirge und in Norwegen. Der selbst verschuldete Lieferstopp für Steine aus Indien ist eine Chance für die Steine aus Europa. Nicht weinen, handeln. Und überhaupt: Wer braucht eigentlich Shivakashi?

Kostprobe aus STEIN im Mai.