22.05.2014

Chancen

Stein Vergolden

von Anne-Marie Ring / Hartmut Hintner / Jakob Thalmayr

Die Schüler des zweiten Jahres der Fachschule Steintechnik/Meisterschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in München waren begeistert. Im schulinternen Wettbewerb »SteinHolzGold« konnten sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Zum Thema »Paraphrase aus Naturstein mit Farbe« gestalteten neun Teilnehmer eine Steinskulptur mit einer frei gewählten, natürlichen Form für den Innen- oder Außenbereich. Das Besondere: Sie sollten ihre Arbeiten vergolden oder versilbern, genauer gesagt durch das Auflegen von Blattgold, Blattsilber oder Schlagmetall die Formensprache ihrer Werke unterstützen.

Zwar darf man bei einem Meisterschüler durchaus Erfahrung im Umgang im Vergolden voraussetzen. Im Beruf, in der späteren täglichen Praxis, dürfte sich diese jedoch auf Grabmalinschriften beschränken, die neu anzulegen oder auszubessern sind. Um das breite Spektrum der Möglichkeiten beim Vergolden aufzuzeigen, entschieden sich die beteiligten Lehrkräfte – Hartmut Hintner, Georg Biermeier und Jakob Thalmayr – in Abstimmung mit den Schulleitungen für eine gewerkeübergreifende und bislang einmalige Zusammenarbeit mit dem Vergolder- und Kirchenmalerhandwerk. In einem zweitägigen Workshop konnten die Meisterschüler unter fachkundiger Anleitung mit allen möglichen Metallprodukten, die lose, transfer, als Schabin und auch als Pulver zur Verfügung standen, sowie den Verarbeitungstechniken experimentieren. Dann ging es daran, das eigene Werkstück zu gestalten.


Stein_Vergolden_Gold_Skupltur_Steinmetzschule_Muenchen_Kunstwerk

Stein_Vergolden_Gold_Skupltur_Steinmetzschule_Muenchen

Voraussetzung für das Vergolden – oder allgemein die sachgemäße Metallisierung – ist ein sauberer, tragfähiger und nicht saugender Untergrund. Natursteine (oder auch Putze) werden durch eine fachgerechte Lackierung vorbereitet. Metallische Untergründe benötigen einen geeigneten Korrosionsschutz mit Endlackierung. Kunststoffe müssen mit Spezialprimern grundiert und dann endbeschichtet werden. Zu beachten ist, dass in der Endlackierung keine Schleifspuren oder Staubeinschlüsse zu sehen sind, denn durch die Metallauflage werden diese sichtbar hervorgehoben.

Mehr über die Arbeiten der Meisterschüler und das Thema Vergolden erfahren Sie in STEIN 4/14.
Die Objekte des schulinternen Wettbewerbs »SteinHolzGold« werden vom 18. Juli bis 17. November 2014 im Referat für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München, Bayerstraße 28, ausgestellt.

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