“Steine Berns” stellt Baugeschichte vor und führt durch die Stadt



Stein Magazin

Toni Labhart und Konrad Zehnder haben jahrzehntelang recherchiert und präsentieren ihr Wissen im Bildband und Exkursionsführer “Steine Berns”.

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Das Bundeshaus aus Berner Sandstein steht unter Denkmalschutz und gilt als eines der bedeutendsten historischen Bauwerke des Landes. Foto: Pixabay
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Der Doppelband „Steine Berns“ kombiniert geologisches Wissen mit Architekturgeschichte. Foto: Haupt Verlag
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Die Altstadt Berns zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Foto: Pixabay

Berns Architektur zwischen Sandstein, Kalktuff und Granit

Wohl dem, der eine Passion hat, denn er hat immer etwas zu erzählen. Toni Labhart, früherer Dozent für Gesteinskunde, und Konrad Zehnder, Mitarbeiter an der Schweizerischen Geotechnischen Kommission, teilen die Leidenschaft für die Stein-Architektur Berns. Und sie erzählen gemeinsam davon, im kürzlich erschienenen Buch Steine Berns. Nicht zuletzt, um die steinerne Vielfalt der Stadt zu zeigen, die längst nicht nur aus Sandstein besteht.

“Eine geologische Entdeckungsreise durch die gebaute Stadt” kündigt das Cover an, und dieser Reise kann sich der Leser von zwei Seiten aus nähern: Band 1 ist ein reich illustriertes Buch zur Baugeschichte und Gesteinskunde Berns. Er erläutert die Gesteinswahl von insgesamt 113 Bauten – Kirchen, Brunnen, Brücken und Co –, ihre Herkunft und Anwendung. Band 2 ist quasi die “Umsetzung” in der Praxis: ein Exkursionsführer durch die Stadt, mit acht ausgearbeiteten Touren. Sie führen zum Beispiel durch Berns Südseite, betrachten die Hauptachse der Stadt und stellen besuchenswerte Bauten und Steinbrüche in der Umgebung vor. Wer will, kann sich mit dem Führer allerdings auch Themen-Touren selbst zusammenstellen, zum Beispiel nur die Brunnen besichtigen, oder alle Bauten aus Kalktuff.

Labhart und Zehnder zeigen, wie Naturstein die Entwicklung der Stadt spiegelt. Denn nach einem großen Stadtbrand 1405 wurde von den Stadtobersten angeordnet, Bern aus Stein wiederaufzubauen. Namentlich Sandstein, der in der Region in verschiedenen Variationen, etwa als Granitischer Sandstein, Plattensandstein und Freiburger Sandstein vorkommt. Zunächst wurde er in Stadtnähe abgebaut, später folgte die Erschließung von Steinbrüchen am Gurten, in Ostermundigen und östlich Berns. Außerdem Muschelkalkstein, Kalktuff und Granit. Sie kommen zum Beispiel als Gebäudesockel zum Einsatz, für die der Berner Sandstein zu feuchtigkeitsanfällig ist.

Ab dem Zeitalter der Eisenbahn prägt auch Material aus weiter entfernten Regionen das Stadtbild. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz von poliertem, schwarzen Kalkstein an einem der drei Hauptportale der Heiliggeistkirche. Die “Sandsteinstadt” Bern ist vielfältiger als oft angenommen, auch das wollen die Autoren zeigen. Nach ihren Angaben finden sich in Berns Architektur über 70 Gesteinsarten, was die Stadt zur “steinreichsten” der Schweiz macht.

Labhart und Zehnder verknüpfen in ihrem Werk spannend und verständlich erklärt geologische Fakten sowie Kultur- und Baugeschichte mit geführten Stadtspaziergängen. Der Doppelband ist im Hauptverlag mit 200 und 180 Seiten erschienen und kostet 68 Euro.

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Perry World House

Stein Magazin
… Foto: Franken Schotter

Das Perry World House dient als Multifunktionsbau der Universität von Pennsylvania. 1100 Architects mit Sitz in New York und Frankfurt sanierten und erweiterten das Gebäude – nun erhält der Bau eine Auszeichnung vom Natural Stone Institute.

Universitaet-Pennsylvania
Neubau und Bestand bilden ein Ensemble. Foto: Franken Schotter
Perry-World
Die Fassade besteht aus großen Kalkstein-Platten, … Foto: Franken Schotter
Franken-Schotter
… welche der Geometrie des Baus folgen. Foto: Franken Schotter
1100-Architects
Metall bildet einen Kontrast zur ebenmäßigen Fassade. Foto: Franken Schotter
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Weltforum des Perry World House. Foto: Franken Schotter
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In den öffentlichen Räumen besteht der Boden aus Kalkstein. Foto: Franken Schotter

Sanierung und Erweiterung

Das Haus stammt von 1851 und befindet sich mitten auf dem Campus. Insofern bildet es nicht nur ein räumliches Zentrum – sondern dient auch als Mehrzweckbau für alle zwölf Fakultäten der Universität.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Lounge für die Studenten, darüber liegt ein Konferenzraum für bis zu 50 Personen. Letzterer ist außerdem die Verbindung zum Anbau – dem sogenannten „Weltforum“. Dabei handelt es sich um ein Atrium, welches als multifunktionaler Veranstaltungssaal für Seminare, Lesungen und Veranstaltungen genutzt werden kann.

Um das Weltforum möglichst flexibel nutzen zu können, entwarfen es 1100 Architects stützenfrei. Der Raum zieht sich über zwei Geschosse und bietet Platz für 150 Personen.

Kalkstein-Fassade

Bei der Sanierung behielten die Architekten die Kubatur des Bestands bei und erweiterten ihn mit einem zweiten Volumen, welches direkt an den Altbau andockt. Beide Gebäudeteile weisen innen und außen helle Oberflächen auf, um eine eine einheitliche Architektur-Sprache zu schaffen. Dabei besteht die Fassade des Neubaus aus großformatigen Kalkstein-Platten von der Firma Franken-Schotter. Sie stammen aus dem Steinbruch Kaldorf. Architektonisch folgen die Fassadenelemente der Geometrie des Baus.

Das Dach wird als „fünfte“ Fassade behandelt – auch hier kommt der Kalkstein zum Einsatz. Die hervorstehenden Metallrahmen der Fenster setzen Akzente in der homogenen Oberfläche. Im Innenraum wird in den öffentlichen Bereichen das Material der Fassade wiederverwendet.

Am 25. Februar wird das Perry World House mit dem „Tucker Design Award“ des Natural Stone Institute ausgezeichnet.

die im Rahmen der Rückvermeisterung mitentschieden werden soll. Foto: carolynabooth/pixabay/COO-Lizenz

Bestatter-Meister wäre rechtlich möglich

Ein Gutachten des Bestattungsrechtlers Tade Spranger sagt, eine Meisterpflicht wäre mit europäischem Recht vereinbar. Nun muss die Politik entscheiden. (mehr …)