Steinexpo auf 2021 verschoben



Stein Magazin

Seit 1990 findet die Steinexpo im Drei-Jahres-Turnus statt. Wegen Corona wird die 11. Ausgabe auf 2021 verschoben. Foto: Geoplan GmbH

Die Demomesse im hessischen Nieder-Ofleiden kann wegen Corona nicht im August stattfinden. Sie verschiebt sich auf 2021, das genaue Datum folgt.

Steinexpo_Titel
Seit 1990 findet die Steinexpo im Drei-Jahres-Turnus statt. Wegen Corona wird die 11. Ausgabe auf 2021 verschoben. Foto: Geoplan GmbH
Steinexpo
Baumaschinenhersteller, Anbieter von Aufbereitungs-Technik, Zusatzausrüster und Dienstleister präsentieren sich in Europas größtem Basaltbruch. Foto: Geoplan GmbH

DCIM100MEDIADJI_0198.JPG
Viele der zuletzt rund 53.900 Fachbesucher schätzen besonders die Livevorführungen. Foto: Geoplan GmbH

Innovationen bei Quarry Vision

Bei der Steinexpo präsentieren sich aller drei Jahre Baumaschinenhersteller, Anbieter von Aufbereitungs-Technik, Zusatzausrüster und Dienstleister. Bei Live-Vorführungen vor der Kulisse von Europas größtem Basaltsteinbruch zeigen sie Bau- und Arbeitsmaschinen, Nutzfahrzeuge und Anlagen zur Rohstoffgewinnung und -aufbereitung. Veranstaltet wird die Steinexpo von der Geoplan GmbH. Die Verantwortlichen haben die Messe nun aufs kommende Jahr verschoben. Den neuen Termin wollen sie zeitnah bekannt geben. Für die 11. Messe war erstmals ein Innovationspark unter dem Motto “Quarry Vision” geplant.

In diesem Areal sehen Besucher nun 2021 Technologie-Innovationen. Die sind nicht zwingend marktreif, aber immerhin “zum Anfassen”. Neben intelligenten Maschinen und Fahrzeugen handelt es sich um Dienste mit fortschrittlicher Datenvernetzung, die neue Möglichkeiten im separaten Einsatz sowie in der Interaktion mit anderen intelligenten Maschinen ermöglichen.

Vollautomatisierte Technik der Zukunft

Denn die Forschung zu autonomen Baufahrzeugen trägt inzwischen sehenswerte Früchte: Volvo CE hat zum Beispiel im Rahmen des Forschungsprojekts “Electric Site” – dem ersten vollelektrifizierten Steinbruch – eine Konzeptstudie eines autonomen und mit Batteriestrom betriebenen Lastenträgers entwickelt. Mit dem Prototyp “HX02” können die Kohlendioxidemissionen um bis zu 98 Prozent reduziert und die Energiekosten um bis zu 70 Prozent gesenkt werden.

Praxisnahe Demonstrationen im Steinbruch

Die Steinexpo ist in zehn Angebotsbereiche unterteilt:
– Bohr- und Sprengtechnik
– Gewinnungs- und Transportgeräte
– Aufbereitungstechnik
– Veredelung
– Abbruch und Recycling
– Zubehör
– Automatisierung und Digitalisierung
– Dienstleistungen
– Fachverlage/Verbände/Institutionen
– Sonstiges

Größter Basaltbruch Europas

Auch der Veranstaltungsort, der Basaltsteinbruch der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie AG, ist außergewöhnlich. Er ist einer von 25 Steinbrüchen der Gruppe, die neben Basalt auch Diabas, Gabbro, Grauwacke und Kalkstein abbaut und handelt. Das Unternehmen übernahm den Bruch 1909, bis dahin war er privat geführt worden. Sie baute ihn aus, unter anderem mit einer Edelsplitt- und Bitumenanlage.

Weil er bis heute aktiv ist, verändert er sich stetig. Deshalb müssen die Messeflächen bei jeder Steinexpo komplett neu geplant werden. 
Die letzte Steinexpo zog 2017 rund 53.900 Besucher an, 92 Prozent davon waren Fachbesucher. Rund ein Viertel reiste aus dem Ausland an. 293 Aussteller präsentierten insgesamt 432 Marken auf 180.000 Quadratmetern Fläche.

Könnte dich auch interessieren

Grünes Licht für Centro Internazionale di Scultura

Stein Magazin
Lavizzara

Aus jahrelanger Planung wird endlich Realität: Im schweizerischen Peccia, Lavizzara, beginnt noch in diesem Jahr die Umsetzung des Centro Internazionale di Scultura. 

Die Gemeinde Lavizzara hat das Bauvorhaben für ein internationales Bildhauer-Zentrum in Peccia abgesegnet. Das bestätigte die Fondazione Internazionale per la Scultura (FIS). Bereits 1990 waren erste Vorstudien und Pläne für das Großprojekt angestoßen worden. Eine Umsetzung scheiterte jedoch mangels finanzieller Mittel. Mit Unterstützung des Kantons Tessin, der Gemeinde Lavizzara und privaten Spendern sowie einer Anpassung der Projektentwürfe an die Geldmittel der FIS wird das Bildhauer-Zentrum noch in diesem Jahr entstehen. Die FIS beauftragte dafür das Architekturbüro Michele und Francesco Bardelli und rechnet schon im Frühjahr 2019 mit der Eröffnung des Centro Internazionale di Scultura.

Peccia-Suedansicht
Illustrierte Außenansicht des Centro Internazionale di Scultura in Peccia, Lavizzara, von den Architekten Michele und Francesco Bardelli. Foto: Bardelli, Locarno/TI
CIS-Werkplatz
Illustration des offenen Werkplatzes. Foto: Bardelli, Locarno/TI
Ausstellungsgebaeude-CIS-Peccia
Außenansicht des Ausstellungsgebäudes, das als Teil des Centro Internazionale di Scultura geplant ist. Foto: Bardelli, Locarno/TI
Innenansicht-Ausstellungsgebäude-CIS
Innenansicht des Ausstellungsgebäudes. Im Hintergrund Donatorenwand im Eingangsbereich des Centro Internazionale di Scultura. Foto: Bardelli, Locarno/TI
Atelier-CIS
Innenansicht des Künstlerateliers. Foto: Bardelli, Locarno/TI

Tessiner Natur und urbane Hochkultur

Das Zentrum umfasst ein Ausstellungsgebäude am Ortseingang von Peccia. Hier sollen sich auch die Verwaltungsbüros und drei Werkstätten zur Bearbeitung von Stein, Holz und Metall befinden sowie die technischen Installationen. Fünf Künstlerateliers sind vorgesehen, die an einen gemeinsamen Werkplatz anschließen. Die Kunstschaffenden wohnen im Dorf Peccia in individuellen Unterkünften der „Casa degli Artisti“, was auf einer zusätzlichen Initiative beruht und durch die Investition eines privaten Spenders ermöglicht werden kann. Die Ateliers werden in Form von Stipendien jedes Jahr international ausgeschrieben.

Interaktion auf internationalem Niveau

Mit dem Internationalen Bildhauerzentrum inmitten des Tessiner Bergpanoramas soll ein Ort entstehen, wo sich Skulptur-Künstler aus aller Welt und ein interessiertes Publikum begegnen. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit heimischen Materialien wie dem Peccia-Marmor, womit das Zentrum an die Arbeit der Scuola di Scultura in Peccia anknüpft. Allein die Scuola zieht jährlich 3.000 Menschen an. Aus kultureller wie touristischer Sicht rechnen Gemeinde und Kanton daher mit weiteren positiven Auswirkungen des Bildhauer-Zentrums auf Leben und Betrieb vor Ort.

Die Gesamtkosten des Bauprojekts werden auf sechs Millionen Franken geschätzt. Für die Betriebskosten der ersten drei Jahre sind von der FIS Rücklagen von einer Million Franken geplant.

Kunstbegegnung am Kanal

Stein Magazin
5 Tonnen. Foto: Thomas Ochs

Unter dem Motto „verbinden / trennen“ entsteht ein Skulpturenweg am Main-Donau-Kanal. Für die Gestaltung des Regnitz-Radweg hat die Kuratorin und Bamberger Bildhauerin Rosa Brunner Künstler zum gemeinsamen Gestalten eingeladen.

Das Projekt entsteht im Auftrag des Flussparadies Franken. Im September 2017 kamen Bildhauer aus vier europäischen Ländern zusammen, um Ideen für den entstehenden Skulpturenweg zu entwickeln. Es soll durch Spenden verwirklicht werden.

Skulpturenweg-Flussparadies-Franken
„Wasserblume“ für den Markt Hirschaid von Petra Lange. Kalkstein bläulich 1 x 2 x 2 Meter, 5 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Ausstellung_Landratsamt
„Altes Tor“ für den Markt Hirschaid von Petra Lange. Sandstein 3,5 x 3 x 1,5 Meter. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Petra-Lange
Petra Lange bei der Arbeit am Modell. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Skulptur-Entwurf-Radweg
„Between“ für den Markt Eggolsheim von Emanuela Camacci. Muschelkalk 1,8 x 0,3 x 2,5 Meter, 1,9 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Emanuela Camacci
Ragnitz-Radweg-Skulpturenweg
„Take Root“ für die Gemeinde Altendorf von Cissy van der Wel. Muschelkalk 1,5 x 1,4 x 2,5 Meter, 7 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Cissy van der Wel
Take-Root
Cissy van der Wel bei der Arbeit am Modell. Foto: Thomas Ochs, Cissy van der Wel

25 Jahre europäische Wasserstraße

Der Main-Donau-Kanal verbindet seit über 25 Jahren als europäische Wasserstraße das Schwarze Meer mit der Nordsee. Er wurde am 25. September 1992 nach 30-jähriger Bauzeit eröffnet. Gleichzeitig stellt er einen massiven Eingriff in die Landschaft dar, welche vom Kanal durchtrennt wird.

Daher sollten die Entwürfe das Thema „verbinden / trennen“ umsetzen: So wie der Main-Donau-Kanal Mensch und Natur verbindet, die entlang des Kanals leben – aber auch diejenigen voneinander trennt, die auf der jeweils anderen Seite des Kanals leben. Ziel ist es, die Kunstwerke an acht Standorten auf beiden Seiten vom Schiff aus betrachten zu können.

Skulpturen in Naturstein

Vier der Entwürfe sind aus Naturstein. Die „Wasserblume“ stammt von der Bildhauerin Petra Lange. Sie möchte die Blume als Sitzbank für den Markt Hirschaid in blauem Kalkstein verwirklichen. Die Idee hinter der Skulptur: Der sonst tief in der Erde verborgene Stein wird an die Oberfläche geholt. Ihr zweiter Entwurf lautet „Altes Tor“: eine Sandstein-Skulptur, die an ein altes Stadttor erinnern soll.

„Between“ für den Markt Eggolsheim von Emanuela Camacci ist eine symbolische Übersetzung des Themas Verbinden und Trennen. Zwei Monolithe aus Muschelkalk greifen ineinander – nach oben hin wird der Spalt zwischen beiden Elementen breiter. Mit den Wurzeln des Menschen beschäftigt sich „Take Root“. Der Entwurf für die Muschelkalk-Skulptur in Altendorf stammt von Cissy van der Wel.

Alle Entwürfe werden in der Ausstellung „Kunstgenuss am Regnitz-Radweg“ gezeigt. Um die Entwürfe zu verwirklichen, sucht das Flussparadies Franken Partner, die das Projekt mit einer Spende unterstützen. Die Ausstellung mit den kleineren Prototypen findet bis 30. Mai 2018 statt. Mehr Infos unter www.regnitzradweg.de und unter www.flussparadies-franken.de.