Steinmetz Aaron Weisser nimmt an den EuroSkills teil



Stein Magazin

Bei der Europameisterschaft der Berufe in Budapest vom 26. bis 30. September nimmt der 24-Jährige für die Steinmetze teil. Aaron Knust, Gründer des Nationalteams, trainiert ihn.

EuroSkills 2018
Aaron Weisser tritt bei den EuroSkills 2018 für die Steinmetze an. Foto: WorldSkills Germany
Testprojekt
Das Übungsobjekt, mit dem die teilnehmenden Steinmetze sich auf die EuroSkills 2018 vorbereiten. Foto: WorldSkills Germany


Aaron Weisser wird trainiert von Aaron Knust

Aaron Weisser, der 2016 die Beste Gesellenprüfung im Steinmetzhandwerk ablegte und sich danach über verschiedene Etappen für die Teilnahme bei den EuroSkills qualifizierte, will in Budapest keine halben Sachen machen: Gold, das ist sein Ziel.

Der Wettbewerb dauert insgesamt zweieinhalb Tage. Er gliedert sich in drei Aufgabenkomplexe:
1. Schablonen herstellen aus Blech
2. Arbeitsprobe Schrift und Ornament
3. Werkstückproduktion (klassische Profil-Werkstücke, Kapitelle oder ähnliches)

Ein halbes Jahr vor den EuroSkills legen die Trainer ein Testobjekt fest, das die möglichste Gestaltung des Wettbewerbsstückes zeigt. Die tatsächliche Wettbewerbsaufgabe ist um mindestens 30 Prozent verändert.

Dem Hamburger Steinmetzmeister ist es zu verdanken, dass die Steinmetze überhaupt noch an internationalen Meisterschaften teilnehmen können. Als das 2017 auf der Kippe stand, meldete er sich als Nationaltrainer und gründete ein Nationalteam.

Aaron Weisser wollte 2017 eigentlich an den WorldSkills teilnehmen, war aber ein Jahr zu alt. Also nimmt er sich die EuroSkills vor – für die in Sachen Teilnahme die gleiche Regel gilt: Jeder hat nur ein einziges Mal die Chance, dabei zu sein. Mit Trainer Aaron Knust hat Weisser zuletzt jeden Monat eine Trainingseinheit von mehreren Tagen absolviert. Nicht immer einfach im beruflichen Alltag. Denn Weisser arbeitet im Familienbetrieb im baden-württembergischen Schramberg, Knust führt in Hamburg ein Drei-Mann-Unternehmen. Oft stand deshalb auch Training in der Freizeit auf dem Plan – hauptsächlich anhand des Testobjektes und alternativen Varianten. Wichtig für Weisser war besonders, den festen, ungarischen Kalkstein als Material kennenzulernen, der bei den EuroSkills aufgebänkt wird.

Weitere Herausforderung, so Knust: Da der Verband keinerlei Interesse an den Wettbewerben habe, gebe es auch keine finanzielle Unterstützung. Alle Unkosten finanzieren Trainer und Teilnehmer aus eigener Tasche. “Unser besonderer Dank gilt deshalb der Firma Weha, die uns durch besonders günstige Werkzeug-Preise unterstützt.”

An den EuroSkills 2018 nehmen neben Deutschland Kroatien, die Schweiz, Ungarn, Slowenien, Österreich, Frankreich, Finnland, Russland und als Gast Indien teil. Der Wettbewerb ist ein “regionaler Ableger” des seit 1950 stattfindenden Wettbewerbs WorldSkills. Die EU-Kommission erhofft sich von den EuroSkills eine stärkere Aufwertung der technischen und berufsbezogenen Ausbildung.

Und Weisser? Der will nach dem Wettbewerb die Meisterschule beenden, die er zugunsten der EuroSkills nach hinten verschoben hat, vielleicht den Europäischen Meister oder Betriebswirt im Handwerk anhängen und den väterlichen Betrieb übernehmen. Und dann natürlich: Mithelfen, die nächste Generation Steinmetze gut auf die Welt- und Europameisterschaften der Berufe vorzubereiten.

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Spurensuche auf Slate Islands

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Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein. Foto: Suhrkamp

Der Gedichtband „Schiefern“

Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein – eine sinnliche Suche nach Leblosem.

Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein. Foto: Suhrkamp

Der Gedichtband „Schiefern“

Auf der Karte sind es kleine Flecken vor der Westküste Schottlands, so klein, dass es leicht ist, sie zu übersehen. Man muss sie gezielt aufsuchen, um sie zu finden. Man stößt nicht einfach auf sie. Die Inneren Hebriden Schottlands, eine Inselgruppe am oberen Zipfel des Britischen Königreichs, sind eine beliebte Reiseregion. Wer hierherkommt, sehnt sich nach dem Ursprünglichen, dem Wilden, dem Zerklüfteten. Nach salzigem Wind, der sich in Haaren und Kleidung verfängt und sie starr werden lässt. Nach dem Atlantik, dessen Wogen an das schwarze Gestein prallen. Gneise. Granit. Basalt. Schiefer.

Esther Kinsky, Übersetzerin und Lyrikerin und 2018 für „Hain. Geländeroman“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet, hat dem Schiefer und der Region, in dem das Sedimentgestein jahrhundertelang abgebaut wurde, einen Gedichtband mit dem so einfachen wie bezeichnenden Titel „Schiefern“ gewidmet.

Die Steinbrüche auf Slate Islands sind noch da, die Überbleibsel einer inzwischen stillgelegten Industrie auch. Kinsky begibt sich auf Entdeckungsreise und verpackt ihre Naturbeobachtung in Worte, die rätselhaft zu entziffern sind und hinfortreißen in die Entlegenheit der Inneren Hebriden, zum schwarzen tosenden Meer, über dem der Leser wie ein unsichtbar Schwebender im Gedankenraum treibt, den Kinsky mit ihren Worten spinnt.

Genau dort, in diesem Gedankenraum, sind auch die Analogien zwischen etwas durch und durch Leblosem und Menschlichem zu finden. Nur wenige Menschen stecken in diesem dreiteiligen Band, das Menschliche jedoch fehlt ihm nicht. Es ist sogar ganz erstaunlich, wie sinnlich über Gischt tragende Wellen und „platten mit einer / oberfläche wie versteinerter leiser wellengang“ geschrieben werden kann, ohne in kitschige Romantik abzurutschen.

„Nature Writing“

Natur verleitet bereits seit dem 18. Jahrhundert Schriftsteller dazu, über sie als Hauptprotagonistin zu schreiben. „Nature Writing“ nennen sich im Angelsächsischen die ausschweifenden literarischen Beschreibungen von Bäumen, Wiesen, Blumen, Wolkenbrüchen. Auf Deutsch hat sich der Begriff der „Naturpoesie“ oder auch „Naturlyrik“ eingebürgert. Esther Kinsky sticht seit Jahren mit solcher Naturpoesie in der Literatur hervor.

2013 flicht sie in „Naturschutzgebiet“ ausgehend von einem verwahrlosten Stadtpark vier Gedichtzyklen über Verfall und Wachstum. Ordnet man Kinskys Werk nun der Gattung des „Nature Writing“ zu, widerspricht sie gern. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte sie einmal, sie sähe sich nicht in der Tradition des Nature Writing. Zu diffus sei dieser Begriff, zu ausufernd darin, was er umschließt und was nicht. „Nature Writing“ kann alles sein, sagt sie. Warum dann nicht auch ihre neueste Arbeit „Schiefern“, möchte man entgegenhalten?

Die Schichten der Zeit

Früh fällt in „Schiefern“ das Wort der Erinnerung „als raum der abwesenheiten, bewegt von der durchsichtigen hand unberechenbarer synapsen und unwägbarer verschiebungen von ablagerungen in den langsam entstandenen und vertieften furchen und falten des hirns“. Kinsky geht es um die Schichten der Zeit, die sich über Erinnerungen lagern. Erst ganz sacht, dann deutlicher zieht sie sprachliche Parallelen zwischen menschlichem Gedächtnis und der konservierten Geschichte auf der Oberfläche der Gesteinsbrocken, an der die Gezeiten und Zeiten vorübergingen, über Millionen von Jahren hinweg.

Im Stein liegt das Vergangene konserviert, sie müsse nur anhand seiner Falten abgelesen werden, als wäre der Stein ein alter, lieb gewonnener Greis, dessen verwittertes Gesicht die Spuren des Lebens tragen. Kinsky schreibt von „zeichen ohne hand und fuß / im stein auf die sich keiner / einen reim zu machen weiß / als den größtmöglicher vergangenheit“.

„Schiefern“ könnte die moderne Fortsetzung von Adalbert Stifters 1853 erschienenen Erzählungen „Bunte Steine“ sein und sich einreihen in die Titel „Granit“, „Kalkstein“ und „Turmalin“. Doch so tückisch idyllisch die detaillierten, biedermeierlichen Naturdarstellungen Stifters sind, so wenig lieblichheimelig sind auch Kinskys beschriebene Slate Islands. Die Kühle der Umgebung schneit in ihren Worten hindurch. Da liegt eine Härte in ihnen, die man sich nicht wegdenken möchte.

Information zum Buch

Esther Kinsky: Schiefern.
D: 24,00 Euro
A: 24,70 Euro
CH: 34,50 Schweizer Franken
Erschienen: 23.03.2020
Gebunden, 103 Seiten
ISBN: 978-3-518-42921-1

Neue Geschäftsleitung bei RHODIUS Schleifwerkzeuge

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Burgbrohl / Bernd Lichter tritt in die Geschäftsführung der RHODIUS Schleifwerkzeuge GmbH & Co KG ein. RHODIUS ist der größte Schleifscheibenhersteller Deutschlands und vertreibt seine Werkzeuge weltweit sowohl an Fachhändler als auch an weiterverarbeitende Firmen. Im Zuge einer Umstrukturierung und eines Generationenwechsels hat der Werkzeughersteller gemeinsam mit den Mitarbeitern eine neue Strategie zur Neuausrichtung des Unternehmens entwickelt. Demnach wird sich die Geschäftsleitung der familiengeführten Firma künftig aus zwei Geschäftsführern und zwei Bereichsleitern zusammensetzen. Der bisherige Geschäftsführer Martin E. Davies verlässt die RHODIUS Ende des Jahres in bestem gegenseitigem Einvernehmen, betont Bernd Lichter. Er verantwortet seit 1. Oktober den Bereich Vertrieb und Marketing. In Kürze wird ihm ein kaufmännischer Geschäftsführer zur Seite stehen. Die Bereichsleitungen übernehmen der Gesamtvertriebsleiter Ernst-Henning Sager und ab April 2019 Dr. Thomas Kamps als Bereichsleiter Technik und Produktion. Mit der Neuausrichtung will der Werkzeughersteller die Position und Durchsetzungskraft auf den nationalen und internationalen Märkten weiter stärken.