Ein Steinmetz auf La Palma

Stein Magazin

Bildhauerkurse auf La Palma

Der Steinmetz und Bildhauer Jürgen Risse lebt seit 17 Jahren auf der sonnigen Kanaren-Insel La Palma. Er erzählt uns exklusiv von seiner Arbeit als freischaffender Bildhauer und berichtet über seine Bildhauerkurse.

Jürgen Risse kommt aus einem Familienbetrieb und wuchs mit dem Steinmetzhandwerk auf. Nach seiner Ausbildung als Steinmetz- und Steinbildhauer in Augsburg war er viele Jahre als freiberuflicher Steinmetz und Bildhauer im exklusiven Innenausbau und Kunst am Bau in München tätig.

Bei einem Betriebsausflug nach La Palma im Jahr 1986 lernte er die schöne Insel kennen und lieben, sodass er 1999 beschloss, seinen Betrieb in München aufzugeben und nach La Palma zu ziehen. „Weg vom Stress“ wollte sich Risse auf der Insel vom Bau zurückziehen und seiner wahren Leidenschaft, der Steinbildhauerei, nachgehen. Doch anfangs war es nicht einfach, sich komplett vom Bau zu lösen. „Auf der Insel ist es schwierig, einen Platz zu finden, wo man Staub und Lärm machen kann“, sagt Jürgen Risse. Aus diesem Grund hat er sich in eine landwirtschaftliche Gegend zurückgezogen. Diese ermöglicht es ihm, neben seiner Arbeit am Bau als Bildhauer tätig zu sein und Kurse für Interessierte anzubieten.

Die Arbeiten des Künstlers, der mehr als 40 Jahre Berufserfahrung mitbringt, spiegeln sein Freiheitsgefühl auf der Insel wider. „Ich kann meinen Intentionen am Stein freien Ausdruck verleihen“, erklärt Risse. Er empfiehlt, in die Richtung des Surrealismus zu arbeiten und dabei „aus dem Bauch heraus etwas zu erschaffen und den Intentionen freien Lauf zu lassen.“ Bei Blockaden – so sein Rat – solle man eine Pause einzulegen, Abstand vom Werk nehmen und abwarten, um zu erkennen „in welche Richtung es weiter gehen soll“.

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Einblicke in den Bildhauerkurs in La Punta (Foto: Jürgen Risse)
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„Chinamann“ aus Kalkstein-Leccese (Foto: Jürgen Risse)
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Gedenkstein aus Basalt (Foto: Jürgen Risse)
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Skulptur „Endlich übern Berg“ aus Kalkstein-Leccese (Foto: Jürgen Risse)
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„Bunte Quelle“ aus Sandstein-Piedra Dorata (Foto: Jürgen Risse)
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Waschbecken aus Steinwürfeln (Foto: Jürgen Risse)
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Skulptur „Herbstblatt“ aus Sandstein-Piedra Dorata (Foto: Jürgen Risse)
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Lichtobjekt „Auge“ (Foto: Jürgen Risse)

Die Bildhauerkurse von Jürgen Risse finden auf seinem Grundstück in La Punta von November bis Mai statt. Im Freien unter einer Pergola können die Kursteilnehmer Natur und Meerblick genießen und ein einzigartiges Erinnerungsstück während ihres Urlaubs kreieren. Jürgen Risse lässt die 52 x 37 x 27 Zentimeter großen und etwa 100 Kilo schwerne Blöcke aus Bioklasten-Kalk eigens aus Apulien einschiffen. Der italienische Stein ist besonders weich, lässt sich sehr leicht bearbeiten und ist deshalb optimal für Laien geeignet.

In den Workshops werden die Teilnehmer zunächst mit den Grundlagen der Steinbildhauerei und den entsprechenden Werkzeugen vertraut gemacht. Auf Wunsch können sie ihre fertigen Skulpturen auch mit nach Hause nehmen. Dafür werden die Arbeiten sicher in Holzkisten, die mit Hartschaum ausgeschäumt sind, verpackt. So kann während des Transports auf dem Schiffscontainer nach Hamburg nichts beschädigt werden. Von der Hafenstadt aus werden die Skulpturen dann bis vor die Haustüre der Teilnehmer transportiert.

Ab nächster Saison möchte Risse auch Carrara-Blöcke für Fortgeschrittene anbieten. Zudem hat der Auswanderer vor, seine Werkstatt im Freien zu vergrößern, um mehr Kursplätze anbieten und noch professioneller arbeiten zu können. Erfahren Sie hier mehr über Jürgen Risse und seine Bildhauerkurse. Ab dem 3. November geht es wieder los.

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Natursteine schützen mit Imprägnierungen

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Was sind Imprägnierungen?

Stone+tec abgesagt – Unsere Messe-Themen für Sie zum Nachlesen.

Die derzeitige Situation trifft die gesamte Wirtschaft und hat auch vor der Natursteinbranche keinen Halt gemacht. Planungen für die Stone+tec in Nürnberg waren bereits in vollem Gange und wurden mit Absage der Messe obsolet.

Unser Fokus für die Messe lag auf Imprägnierungen. Wir möchten Ihnen die Inhalte nicht vorenthalten und haben die häufigsten Fragen zusammengefasst. Einen Auszug finden Sie hier – die komplette Aufstellung auf unserer Website: www.lithofin.de/impraegnierungen

Imprägnierungen beugen tiefsitzenden Verschmutzungen von Natursteinoberflächen vor, indem sie in das Gesteinsgefüge einziehen. Durch die reduzierte kapillare Saugfähigkeit können Flecken durch Wasser, Fett und Öl kaum noch entstehen.

Wo werden Imprägnierungen eingesetzt?

Sinnvoll ist der Einsatz von Imprägnierung dort, wo Natursteinoberflächen extremen Fleckbildnern (z.B. Fette, Öle) ausgesetzt sind. Dies können Küchenarbeitsplatten, Waschtische, Böden im Innen- oder Außenbereich sein.

Was gibt es bei der Anwendung zu beachten?

Es können nur Ergebnisse erzielt werden, wenn der Belag trocken, sauber und fettfrei ist. Um die Schutzwirkung entfalten zu können, bedarf es der korrekten Verarbeitung.

Warten Sie die richtigen Temperaturen ab: Die optimale Oberflächentemperatur liegt zwischen 10°C und 25°C. Rechnen Sie mit einer Trocknungsdauer von ca. 20 – 30 Minuten, je nach Temperatur und Untergrund. Die volle Schutzwirkung entsteht innerhalb von etwa 2 bis 5 Tagen. Während dieser Zeit sollte die Fläche nicht mit Wasser oder Öl belastet werden.

Nutzen sich Imprägnierungen ab?

Der Schutz von imprägnierten Küchenarbeitsplatten verliert auf Grund der täglichen Belastung durch Öl und Fett auf Dauer seine Wirkung. Diese sollte daher gelegentlich aufgefrischt werden.

Unser Tipp:

Lithofin bietet praktische Pflege-Sets im handlichen Koffer oder als Compact-Set in der Faltschachtel zum Auffrischen an. Die Produkte in den Sets sind einfach zu handhaben, dass sie auch gut von Endverbrauchern verarbeitet werden können. Bleiben Sie Ihren Kunden in Erinnerung, indem Sie ihnen ein Set nach dem Einbau der Arbeitsplatte als Geschenk überreichen.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website unter: www.lithofin.de/impraegnierungen

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Koffer mit Lithofin MN Grundreiniger, wässrige Imprägnierung Lithofin Fleckstop >W< und Spray für die tägliche Reinigung Lithofin MN Easy-Clean. Foto: Lithofin
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Set mit wasserbasierender Imprägnierung Lithofin Fleckstop >W< und Spray für die tägliche Reinigung Lithofin MN Easy-Clean. Foto. Lithofin
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In der Übersicht finden Sie alle Imprägnierungen des Lithofin-Sortiments. Foto: Lithofin

42-Tonner im Keller

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der Säbel darauf dient zum Köpfen von Flaschen. Im Torweg Franziska Bauer

Staunen in der Sektkellerei Stocker: Bei den Aushubarbeiten zur Erweiterung der Kelleranlage stießen die Südtiroler auf einen 15-Kubikmeter-Findling, der unbemerkt seit Urzeiten im Erdreich schlummerte – direkt neben der alten Hauswand. Genau dort, wo der Zugang zum neuen Untergeschoss geplant war. Was manche geärgert hätte, empfand Betreiber Sigmar Stocker als glückliche Fügung und band seinen Hausstein gleich mehrfach in die Familie ein.

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Sesam, öffne Dich! Durch ein Portal im 15-Kubikmeter-Findling gelangt man in den unterirdischen Neubaubereich der Sektkellerei Stocker. Foto: Philipp Neuman
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Der Weg der Säge: Im Durchgang erkennt man, wie sich das Diamantseil seinen Weg durch den Ergussstein bahnte. Foto: Philipp Neuman
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Die Bank im neuen Sektkeller stammt aus dem Findling, der Säbel darauf dient zum Köpfen von Flaschen. Im Torweg Franziska Bauer, in deren Haus nun Platten aus dem Koloss liegen, ihr Sohn Maximilian Stocker, der in Onkels Sektkeller aushilft und Steinmetz Hans Trojer von südtirol.stein (v.l.n.r.). Foto: Philipp Neuman
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Stilvolle Sanierung: Franziska Bauers Haus stammt aus dem Hochmittelalter. In ihm wurden Platten aus dem Sektkeller-Findling verlegt. Foto: Philipp Neuman
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Das vulkanische Ergussgestein hat viele Brekzien-Einlagerungen und ist herrlich bunt. Foto: Philipp Neuman
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Einzigartiger Fußboden: Der farbenfrohe Findling aus dem Keller des Familienbetriebs als Bodenbelag im Wohnhaus. Foto: Philipp Neuman
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Schmuck auch in der Vertikalen: Im Waschraum dient der Stocker-Stein auch als Raumtrenner. Foto: Philipp Neuman
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Im Raum für die besonderen Firmenschätze der Terlaner Sektkellerei – ausgewählte alte Flaschen und Erinnerungsstücke – wurde ein massiver Stehtisch aus dem Hausstein installiert. Im Hintergrund Firmengründer Sebastian Stocker sen. Foto: Philipp Neuman

Seit 1968 gibt es die Sektkellerei Stocker in Terlan, 2015 war es an der Zeit für eine Erweiterung der Anlage. Als die Bagger anrückten, förderten sie eine große Überraschung zutage: Hochgerechnet 42 Tonnen wog der 15-Kubikmeter-Brocken aus vulkanischem Ergussgestein, der unterirdisch direkt außerhalb der Kellerwand des Altbestands lag. „Und das ist nur der sichtbar gewordene Teil. Wie weit der Findling noch nach unten reicht, kann man nicht sagen“, erklärt Peter Watschinger von der zu Hilfe gerufenen Firma südtirol.stein. „Der abgerundeten Form nach zu schließen, ist der Fels vor langer Zeit mit einem Wasserlauf oder Gletscher hier gelandet.“

Der Riese versperrte den geplanten Weg in den neuen Sektkeller, doch eine Zerteilung und Bergung wäre mit unabwägbar großem Aufwand verbunden gewesen. Außerdem betrachtet die Familie den Stein als großes Geschenk. „Laut dem Südtiroler Landesgeologen Dr. Volkmar Mair ist unser Findling ungefähr 276 Millionen Jahre alt. Wer hat schon so etwas Tolles im Haus?“, lacht Sigmar Stocker, dessen Freude es auch keinen Abbruch tat, wegen des Steinfunds die Statik seines Bauvorhabens neu berechnen lassen zu müssen.

Zusammen mit den Material-Profis von südtirol.stein fasste er den Entschluss, sich seinen Koloss im Keller gleich auf mehrfache Weise zunutze zu machen: Mittels Diamantseilsäge wurde ein Durchgang in den Monolithen geschnitten, wodurch ein einzigartiges Portal zwischen Alt- und Neubau entstand. Ein Teil der entnommenen sieben Kubikmeter Ergussgestein mit bunten Brekzien-Einlagerungen schmückt jetzt als Monolithbank und –stehtisch die neuen unterirdischen Räumlichkeiten. Der Großteil fand eine andere Verwendung im familiären Umfeld: Sigmar Stockers Schwägerin Franziska Bauer renoviert gerade im selben Ort ihr historisches Wohnhaus aus dem Hochmittelalter. Der bunt gemusterte Vulkangesteinfund ziert nun in Form von 50 Quadratmetern satinierten Platten den Boden im Hochparterre und kommt im Sanitärbereich zudem als Raumtrenner zum Einsatz.

 

Passend zur Marmomac 2017 stellen wir die wichtigsten Natursteinregionen Italiens vor.
Weitere Geschichten aus den spannenden Steinewelten Südtirols lesen Sie in Teil 1 unserer Serie „Italiens Klassiker“ in Heft 09|17, das am 22.08.2017 erscheint.
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