Das österreichische Unternehmen setzt den heimischen Schiefer für Küchenarbeitsplatten ein.
Strasser Steine nutzt als Neuzugang heimischen Schiefer aus Osttirol. Foto: Strasser Steine
Auf der Suche nach neuen Steinsorten ist der Scout von Strasser Steine im eigenen Land, genauer: in den Alpen, fündig geworden. Alpengrün nennt die Firma denn auch das Material, das sie exklusiv vermarktet. Bei der Order-Fachmesse area30 im September stellt Strasser Steine es erstmals vor.
Laut Geschäftsführer Johannes Artmayr demonstriert das Material, “wie reich an Naturschätzen Österreich ist.” Der Schiefer wurde und wird bisher zum Beispiel für Fassadenverkleidungen und Denkmäler genutzt. Strasser verarbeitet Alpengrün nun zu Küchenarbeitsplatten. Alle notwendigen Eigenschaften weise das Material internen Tests zufolge auf. Strasser Steine habe es unter anderem auf Fleckenunempfindlichkeit und Produktionstauglichkeit geprüft.
Alpengrün stammt aus Osttirol. Laut Unternehmen wächst die Zahl der Kunden, denen der Faktor Regionalität wichtig ist. Deshalb hat der Steinscout nach einem interessanten, heimischen Material Ausschau gehalten.
Aus jahrelanger Planung wird endlich Realität: Im schweizerischen Peccia, Lavizzara, beginnt noch in diesem Jahr die Umsetzung des Centro Internazionale di Scultura.
Die Gemeinde Lavizzara hat das Bauvorhaben für ein internationales Bildhauer-Zentrum in Peccia abgesegnet. Das bestätigte die Fondazione Internazionale per la Scultura (FIS). Bereits 1990 waren erste Vorstudien und Pläne für das Großprojekt angestoßen worden. Eine Umsetzung scheiterte jedoch mangels finanzieller Mittel. Mit Unterstützung des Kantons Tessin, der Gemeinde Lavizzara und privaten Spendern sowie einer Anpassung der Projektentwürfe an die Geldmittel der FIS wird das Bildhauer-Zentrum noch in diesem Jahr entstehen. Die FIS beauftragte dafür das Architekturbüro Michele und Francesco Bardelli und rechnet schon im Frühjahr 2019 mit der Eröffnung des Centro Internazionale di Scultura.
Illustrierte Außenansicht des Centro Internazionale di Scultura in Peccia, Lavizzara, von den Architekten Michele und Francesco Bardelli. Foto: Bardelli, Locarno/TIIllustration des offenen Werkplatzes. Foto: Bardelli, Locarno/TIAußenansicht des Ausstellungsgebäudes, das als Teil des Centro Internazionale di Scultura geplant ist. Foto: Bardelli, Locarno/TIInnenansicht des Ausstellungsgebäudes. Im Hintergrund Donatorenwand im Eingangsbereich des Centro Internazionale di Scultura. Foto: Bardelli, Locarno/TIInnenansicht des Künstlerateliers. Foto: Bardelli, Locarno/TI
Tessiner Natur und urbane Hochkultur
Das Zentrum umfasst ein Ausstellungsgebäude am Ortseingang von Peccia. Hier sollen sich auch die Verwaltungsbüros und drei Werkstätten zur Bearbeitung von Stein, Holz und Metall befinden sowie die technischen Installationen. Fünf Künstlerateliers sind vorgesehen, die an einen gemeinsamen Werkplatz anschließen. Die Kunstschaffenden wohnen im Dorf Peccia in individuellen Unterkünften der „Casa degli Artisti“, was auf einer zusätzlichen Initiative beruht und durch die Investition eines privaten Spenders ermöglicht werden kann. Die Ateliers werden in Form von Stipendien jedes Jahr international ausgeschrieben.
Interaktion auf internationalem Niveau
Mit dem Internationalen Bildhauerzentrum inmitten des Tessiner Bergpanoramas soll ein Ort entstehen, wo sich Skulptur-Künstler aus aller Welt und ein interessiertes Publikum begegnen. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit heimischen Materialien wie dem Peccia-Marmor, womit das Zentrum an die Arbeit der Scuola di Scultura in Peccia anknüpft. Allein die Scuola zieht jährlich 3.000 Menschen an. Aus kultureller wie touristischer Sicht rechnen Gemeinde und Kanton daher mit weiteren positiven Auswirkungen des Bildhauer-Zentrums auf Leben und Betrieb vor Ort.
Die Gesamtkosten des Bauprojekts werden auf sechs Millionen Franken geschätzt. Für die Betriebskosten der ersten drei Jahre sind von der FIS Rücklagen von einer Million Franken geplant.
Unter dem Motto „verbinden / trennen“ entsteht ein Skulpturenweg am Main-Donau-Kanal. Für die Gestaltung des Regnitz-Radweg hat die Kuratorin und Bamberger Bildhauerin Rosa Brunner Künstler zum gemeinsamen Gestalten eingeladen.
Das Projekt entsteht im Auftrag des Flussparadies Franken. Im September 2017 kamen Bildhauer aus vier europäischen Ländern zusammen, um Ideen für den entstehenden Skulpturenweg zu entwickeln. Es soll durch Spenden verwirklicht werden.
„Wasserblume“ für den Markt Hirschaid von Petra Lange. Kalkstein bläulich 1 x 2 x 2 Meter, 5 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange„Altes Tor“ für den Markt Hirschaid von Petra Lange. Sandstein 3,5 x 3 x 1,5 Meter. Foto: Thomas Ochs, Petra LangePetra Lange bei der Arbeit am Modell. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange„Between“ für den Markt Eggolsheim von Emanuela Camacci. Muschelkalk 1,8 x 0,3 x 2,5 Meter, 1,9 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Emanuela Camacci„Take Root“ für die Gemeinde Altendorf von Cissy van der Wel. Muschelkalk 1,5 x 1,4 x 2,5 Meter, 7 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Cissy van der WelCissy van der Wel bei der Arbeit am Modell. Foto: Thomas Ochs, Cissy van der Wel
25 Jahre europäische Wasserstraße
Der Main-Donau-Kanal verbindet seit über 25 Jahren als europäische Wasserstraße das Schwarze Meer mit der Nordsee. Er wurde am 25. September 1992 nach 30-jähriger Bauzeit eröffnet. Gleichzeitig stellt er einen massiven Eingriff in die Landschaft dar, welche vom Kanal durchtrennt wird.
Daher sollten die Entwürfe das Thema „verbinden / trennen“ umsetzen: So wie der Main-Donau-Kanal Mensch und Natur verbindet, die entlang des Kanals leben – aber auch diejenigen voneinander trennt, die auf der jeweils anderen Seite des Kanals leben. Ziel ist es, die Kunstwerke an acht Standorten auf beiden Seiten vom Schiff aus betrachten zu können.
Skulpturen in Naturstein
Vier der Entwürfe sind aus Naturstein. Die „Wasserblume“ stammt von der Bildhauerin Petra Lange. Sie möchte die Blume als Sitzbank für den Markt Hirschaid in blauem Kalkstein verwirklichen. Die Idee hinter der Skulptur: Der sonst tief in der Erde verborgene Stein wird an die Oberfläche geholt. Ihr zweiter Entwurf lautet „Altes Tor“: eine Sandstein-Skulptur, die an ein altes Stadttor erinnern soll.
„Between“ für den Markt Eggolsheim von Emanuela Camacci ist eine symbolische Übersetzung des Themas Verbinden und Trennen. Zwei Monolithe aus Muschelkalk greifen ineinander – nach oben hin wird der Spalt zwischen beiden Elementen breiter. Mit den Wurzeln des Menschen beschäftigt sich „Take Root“. Der Entwurf für die Muschelkalk-Skulptur in Altendorf stammt von Cissy van der Wel.
Alle Entwürfe werden in der Ausstellung „Kunstgenuss am Regnitz-Radweg“ gezeigt. Um die Entwürfe zu verwirklichen, sucht das Flussparadies Franken Partner, die das Projekt mit einer Spende unterstützen. Die Ausstellung mit den kleineren Prototypen findet bis 30. Mai 2018 statt. Mehr Infos unter www.regnitzradweg.de und unter www.flussparadies-franken.de.
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