Tipps für den Messebesuch – Stone+tec 2015

Stein Magazin

Auch dieses Jahr entwerfen und gestalten junge Steinmetze beim Nachwuchswettbewerb Skulpturen.

Allen Zweifeln zum Trotz wird man in Nürnberg Einiges finden an Steinen und Technik. Und wahrlich, es gibt auch dieses Mal viele Gründe, im Mai nach Nürnberg zu fahren. Hier ein paar Anregungen zum Messebesuch, garantiert subjektiv ausgewählt und süffisant zusammengestellt von einem praktizierenden Metzen, der sich auf die Messe freut.

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Auch dieses Jahr entwerfen und gestalten junge Steinmetze beim Nachwuchswettbewerb Skulpturen.

Einige Kollegen werden nach Nürnberg reisen und genau wissen, was sie dort kaufen möchten. Die meisten jedoch dürften zur Stone+tec, sagen wir mal, ergebnisoffen fahren. Dazu kommt, dass einem Großteil der Besucher aller Voraussicht nach ein Tag auf der Messe ausreichen wird. Die Termine sind wie immer über mehrere Tage verteilt und behandeln unterschiedliche Themen im breiten Aufgabenfeld des Steinmetzdaseins. Folglich bietet es sich an, zur Messebesuchsplanung Schwerpunkte zu setzen anhand der jeweiligen Tagesthemen.

Der Architekturtag

Aus welchen Gründen auch immer liegt er dieses Mal am Dienstag, den 12. Mai, also einen Tag vor dem offiziellen Messebeginn. Der Dienstag wird so ein Seminartag rund um Naturstein in der Architektur, inklusive Vorträgen über Natursteine aus Deutschland, Fassadenbau, Bodenbelagsplanung und -verlegung. Christoph Sattler, Architekt aus München, spricht über Baukultur und Nachhaltigkeit von Naturstein in der Architektur. Anschließend wird der deutsche Natursteinpreis 2015 verliehen. Für den architekturinteressierten Zeitgenossen lohnt ein Besuch schon allein, um zu sehen, ob dieses Jahr wieder eine Glasfassade mit dem deutschen Natursteinpreis ausgezeichnet wird. Wer das volle Programm wünscht, sollte sich um 10:30 Uhr im MesseCenter Nürnberg einfinden, wem die Verleihung ausreicht um 16:30 Uhr. Und wer alles zum Programm wissen möchte: www.natursteinverband.de.

Der Denkmalpflegetag

Am Donnerstag, den 14. Mai, wird ab 11 Uhr auf dem BIV-Stand der Peter-Parler-Preis verliehen. Auch wenn man nicht zu den Prämierten gehört, lauscht man doch gerne der Laudatio und betrachtet die Arbeiten der denkmalpflegenden Kollegen. Und wenn man schon mal da ist, kann man beispielsweise am Stand der Firma BL System AG aus Basel (Halle 3, Stand 3-323) vorbeischauen und ein erheiterndes Gespräch mit den Ruhlmanns führen, die neben allerlei Produkten zur Restaurierung und Konservierung von Naturstein, Reparaturmörteln und vielem mehr auch immer die ein oder andere Geschichte auf Lager haben, die schmunzeln lässt. Den Rest des Messetags kann man sich wunderbar durch die Hallen treiben lassen, um sich zum Beispiel an den Ständen von Akemi (Halle 3A, Stand 3A-139), Lithofin (Halle 4, Stand 4-405) und Möller (Halle 3, Stand 3-410) davon zu überzeugen, dass neben anderen auch diese Firmen chemische Produkte anbieten. Oder dass Restaurierungsmörtel beispielsweise auch bei der Firma Bridevaux (Halle 3, Stand 3-301) zu haben ist. Und dass viele namhafte Unternehmen Werkzeuge anbieten nicht nur für Innenausbau-, Grabmal- und Baumetzen, sondern auch für Denkmalpflegemetzen.

Der Friedhofstag

Freitag, der 15. Mai, steht ganz im Zeichen der Diskussion auf dem Podium. Wobei viele Zuhörer vergleichbarer Veranstaltungen in der Vergangenheit berechtigterweise kritisierten, dass das mit der Diskussion immer zu kurz kam. Vielleicht klappt es ja diesmal. Erste Gelegenheit an diesem Freitag, sich selbst davon ein Bild zu machen, ist die Podiumsdiskussion beim BIV (Halle 3, Stand 3/138) um 11 Uhr zum Thema “Zeitgemäße Friedhofskonzepte”. Bekannte Gesichter werden zugegen sein, vielleicht auch das ein oder andere neue. Wer dadurch konzeptionell auf dem Friedhof angekommen ist, kann sich im Anschluss die Sonderschau “Aus dem toten Winkel treten – Vom Todesacker zum Lebensraum” am gleichen Stand anschauen. Und sich dann gleich noch eine Halle weiter am Gemeinschaftsbereich des Verbands deutscher Natursteinverarbeiter e.V., kurz vdnv, ein Bild davon machen, was die 14 ausstellenden Mitgliedsbetriebe zu diesem Thema zu sagen beziehungsweise zu zeigen haben (Halle 4, Stand 4-119, 4-125, 4-127, 4-131). Ganz zu schweigen von allen anderen Firmen, wie zum Beispiel die 90 Aussteller, die sich in die Liste der NürnbergMesse für Natursteine für den Grab-, Sakral- und Denkmalbereich eingetragen haben oder den 40 Ausstellern, die laut Liste Grabkunst und Grabschmuck zeigen werden.

Der Bautag

Auch das könnte der Freitag werden, da um 14 Uhr ebenfalls am Stand des BIV (Halle 3, Stand 3/138) eine Podiumsdiskussion zum Thema “Schöne neue Bauwelt” stattfindet. Architekten, Natursteinfachleute, Steinmetz-/Steinbildhauermeister und Anwendungstechniker erörtern die Chancen des Handwerks, zeitgemäße Produktionstechniken, zielgruppenorientierte Präsentation und vieles mehr. Da nach dem Ende der Diskussion nicht mehr viel Zeit bleiben dürfte, empfiehlt es sich, seinen Messerundgang davor zu machen und all die Unternehmen zu besuchen, die Steine, Werkzeuge und sonstige Produkte präsentieren werden.

Beim Material ist zudem damit zu rechnen, dass nicht nur Natursteinanbieter Steine anbieten, sondern auch diverse Keramikprodukte zu sehen sein werden. Auch hier spricht man von einem Trend, der in Nürnberg live und in Farbe begutachtet werden kann. Bei der Sonderschau “Made in Germany”, eine in Kooperation des BIV mit dem DNV entstandene Sonderfläche werden besondere, vor allem aus heimischen Materialien gefertigte Werkstücke gezeigt, die die gestalterische Besonderheit und Vielfalt des Materials Naturstein zum Ausdruck bringen. Auch der Staub ist Thema auf der Sonderschau “Staubfreie Zone”. Beide Sonderschauen sind zu finden in Halle 3.

Neben diesen tagbezogenen Themenschwerpunkten gibt es natürlich wie jedes Mal liebgewonnene Eigenheiten auf der Messe, die zu einem Messebesuch dazugehören. Werkzeug ausprobieren bei den Werkzeugfirmen, neue Steine entdecken und anfassen, bekannte Steine wiederentdecken und auch anfassen, sich ein Stück Erdbeerkuchen beim Stand von König genehmigen, die wehatypischen Prämien beim Aussteller aus Königsbrunn begutachten. Schauen, was die Steinmetzlehrlinge aus Österreich, Südtirol, der Schweiz und Deutschland zwei Tage lang im Nachwuchswettbewerb geklopft haben. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden prämiert auf der Steinmetzparty am Stand des BIV, die am Freitag um 18 Uhr startet. Und wenn man schon mal auf der Party ist, kann man entspannt das tun, was auf der Messe immer noch am meisten Spaß macht: Leute treffen und quatschen.

Besuchen Sie auch unseren Stand: NCC Ost / 4AF-108. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Mehr zur Stone+tec 2015 erfahren Sie in STEIN im Mai 2015.

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Handwerkskonjunktur hat deutlich an Dynamik verloren

Stein Magazin
Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Die regionale Handwerkskonjunktur hat in den letzten drei Monaten deutlich an Dynamik verloren. Die Stimmung der Unternehmer, so eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart, wird als gedämpft beschrieben. Allerdings stellten 53 Prozent der Befragten ihrer Geschäftslage im vierten Quartal noch ein gutes Zeugnis aus. Im Vergleichsquartal 2019 verzeichneten 74 Prozent der Betriebe einen guten Geschäftsverlauf.

Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK
Laut Umfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart betrachten die regionalen Handwerksunternehmen ihre weitere Geschäftsentwicklung mit Sorge. Foto: HWK

Hauptgeschäftsführer Thomas Hoefling betonte, dass die Entwicklung der einzelnen Gewerken höchst unterschiedlich verlief. „Die Bauhaupt- und Ausbaugewerke schnitten am besten ab. Nicht überraschend war die katastrophale wirtschaftliche Situation in den von den Schließungen unmittelbar und mittelbar betroffenen Bereichen wie beispielsweise Friseure oder Kosmetiker.“

Obwohl die mittel- bis langfristigen Aussichten durchaus positiv seien, habe die Infektionslage die Betriebe fest im Griff und trübe daher auch die Stimmung. „Die Lage ist im Moment für viele Betriebe wirklich schwierig. Doch aus der Vergangenheit, zum Beispiel aus der Finanzkrise 2009, wissen wir, dass das Handwerk auch schnell wieder zupacken kann. Deshalb schauen wir mit Hoffnung insbesondere auf die zweite Jahreshälfte“, kommentiert Hoefling die Situation. Viele Betriebe hätten allerdings zwischenzeitlich ihre Rücklagen aufgebraucht. Um die harten staatlichen Beschränkungen abzufedern und damit Betriebe, ihre Beschäftigten und Auszubildenden zu schützen, müsse die Auszahlung der finanziellen Hilfen nun zügig und mit deutlich geringeren bürokratischen Hürden kommen. „Denn unsere Betriebe sind es, die jene Steuern und Abgaben erwirtschaften, mit denen der Staat aktuell die Krise bekämpft und später die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns finanzieren wird“, mahnt der Kammerchef.

Ihre weitere Geschäftsentwicklung betrachten die regionalen Handwerksunternehmen mit Sorge, so die Umfrage. Eine Fortsetzung der aktuellen Geschäftsentwicklung erwarten 55 Prozent der Befragten. Dagegen befürchten 35 Prozent der Betriebe eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Der Konjunkturindikator Handwerk verlor 31,6 Zähler im Vergleich zum Vorjahr und fiel im vierten Quartal 2020 mit -0,3 Punkten ins Negative (Vorjahr: +31,3 Punkte).

Die Auftragskurve der Handwerksbetriebe in der Region Stuttgart zeigte in den vergangenen drei Monaten coronabedingt ebenso nach unten wie die Umsatzkurve. Folglich war die Betriebsauslastung in den letzten Wochen nicht so hoch wie im Vergleichsquartal 2019. Weniger Betriebe als vor einem Jahr hatten eine hohe oder sehr hohe Auslastung. Dagegen meldeten mehr Firmen eine geringere Auslastung – ihr Anteil liegt bei 27 Prozent (Vorjahresquartal: 10 Prozent). In ihren Erwartungen wegen kommender Aufträge und Umsätze sind die Betriebe im Kammerbezirk für die kommenden Wochen entsprechend verhalten.

Die Beschäftigung hat in den letzten Wochen in den Handwerksbetrieben in der Region Stuttgart etwas abgenommen. Beim Blick auf die kommenden Wochen wollen sich die befragten Handwerksunternehmer auch in ihren Personalplanungen zurückhalten.

Baudichtstoffe: Die Gefahr von Oximsilikonen

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Oximsilikone als krebsverdächtig eingestuft

Elastische Baudichtstoffe werden in jedem Naturstein-verarbeitenden Betrieb eingesetzt. Um der Forderung nach geringer Dehnspannung und damit geringer Zugbelastung des abzudichtenden Materials gerecht zu werden, sollen sie möglichst weich eingestellt werden, ohne dass die Kohäsion und mechanische Festigkeit darunter leiden. Möglich wurde dies mit raumtemperaturvernetzenden, einkomponentigen Silikonen, die ihren Siegeszug rund um die Welt antraten. „Vernetzend“ bedeutet in dem Zusammenhang, dass diese Dichtstoffe nach der Verarbeitung abbinden. Leider aber werden während des Aushärtevorgangs, der durch den Zutritt von Luftfeuchtigkeit gestartet wird, oft sehr charakteristisch riechende Moleküle abgespalten. Bei Acetatsystemen, die beispielsweise für Sanitärabdichtungen verwendet werden, ist dies zum Beispiel Essigsäure. Diese kann allerdings verschiedene Natursteine, insbesondere Marmor, angreifen. Bei Aminsystemen hingegen – eingesetzt bei hoch belasteten industriellen Anwendungen – entsteht während des Aushärtens ein unangenehm empfundener fischähnlicher Amingeruch.

Dies führte zur Entwicklung von Neutralsystemen, von denen das sogenannte Oximsystem das bekannteste ist. Natursteinsilikone enthalten Oxime, weil diese auch auf empfindlichen Untergründen eingesetzt werden können. Wegen der Abspaltung von 2-Butanonoxim (Methyl-Ethyl-Keton-Oxim, MEKO) und deren vermuteter Reproduktionstoxizität (Gefährdung der Fortpflanzungsfunktionen und -fähigkeit) sind die Oximsilikone bereits in den letzten Jahren in die Diskussion geraten. Enthalten Produkte mehr als ein Prozent freies 2-Butanonoxim, müssen sie deshalb bereits heute mit dem Xn-Gefahrensymbol für „gesundheitsschädlich“ gekennzeichnet werden; und die eingesetzten Oximvernetzer müssen im Sicherheitsdatenblatt angegeben werden. Sogenannte „low-MEKO“-Produkte mit niedrigeren Konzentrationen sind allerdings nach wie vor kennzeichnungsfrei.

Einem Artikel von Diplom-Chemiker Rainer Dörr, bei der BG BAU in Wuppertal zuständig für Prävention im Bereich Gefahrstoffe, in der Fachzeitschrift „sicher ist sicher“ zufolge sind Oximsilikone auf europäischer Ebene allerdings auch als krebsverdächtig eingestuft worden und würden daher sicherlich in Kürze von den Herstellern freiwillig vom Markt genommen. Bei BG BAU-Messungen unter realistischen Verwendungsbedingungen waren Überschreitungen des seit September 2013 geltenden Arbeitsplatz-Grenzwertes für 2-Butanonoxim von 1 mg/m³ um das drei- bis fünffache sowie darüber hinaus festgestellt worden. Auch sechs Stunden nach der Verarbeitung war der Arbeitsplatz-Grenzwert – trotz ständiger Lüftung – noch nicht wieder unterschritten.

Den Anwendern von Dichtstoffen empfiehlt Dörr daher, die Sicherheitsdatenblätter – insbesondere die Abschnitte 3, 8 und 11 – sorgfältig zu lesen und gegebenenfalls beim Hersteller nachzufragen. Nur wenn andere Dichtstoffe aus technischen Gründen keine Alternative darstellen, könne noch der Einsatz von 2-Butanonoxim abspaltenden Oximsilikonen in Frage kommen. Dann allerdings seien Atemschutz (Gasfilter A, Kennfarbe Braun) und Chemikalien-Schutzhandschuhe aus Nitril bei der Verarbeitung zu tragen. Da 2-Butanonoxim über die Haut aufgenommen werden kann und überdies als hautsensibilisierend eingestuft wird, sollte das Glätten von Fugen mit Hilfe eines Glättwerkzeuges oder eines Holzspatels erfolgen.

Da die Freisetzung von 2-Butanonoxim etwa zwei bis vier Stunden nach Beginn der Arbeiten ihren Höhepunkt erreicht und über mehrere Tage andauern kann, müsse der betroffene Bereich über mehrere Tage gesperrt und währenddessen gut gelüftet werden. Eine Problemlösung bieten übrigens alkoholvernetztende sogenannte Alkoxysysteme, die sich in ihrer Verwendbarkeit kaum von den Oximsilikonen unterscheiden, bei deren Vernetzung aber chemisch praktisch inertes – also für den menschlichen Körper unschädliches – Methanol oder Ethanol entsteht.

Position der Hersteller von Dichtstoffen

Die innerhalb der deutschen Bauchemie im „Fachausschuss 7“ und die im Industrieverband Dichtstoffe (IVD) organisierten Hersteller von Baudichtstoffen haben über ihre Verbände der BG BAU mitgeteilt, auf Grund der skizzierten Situation 2-Butanonoxim-abspaltende Silikon-Dichtstoffe zu substituieren. Aus technischen Gründen ist für diese Umstellung mit einem Zeitbedarf von etwa zwei Jahren zu rechnen.

Nach dieser Frist sollten in Deutschland kaum noch 2-Butanonoxim-abspaltende Silikon-Dichtstoffe für die Anwendung im Innenraum zu finden sein. Um zu gewährleisten, dass in der Phase der Rezepturumstellung eine sichere Verwendung der 2-Butanonoxim-abspaltenden Silikon-Dichtstoffe gewährleistet ist, werden die Hersteller ihre Kunden über die in diesem Artikel beschriebenen Arbeitsschutzmaßnahmen informieren. Parallel werden die Hersteller aktiv mitverfolgen, wie sich die Diskussion um die gesundheitliche Bewertung alternativer Oxim-Silikone entwickelt.