Von Crêpes bis Napoleons Hut

Stein Magazin
Regen und dem Salz des Meeres geformt

Wandern ist in der Bretagne sehr beliebt. Durch eine der schönsten bretonischen Landschaften geht der Wanderweg GR 34 entlang der Côte de Granit Rose. Auf einem alten Zöllnerpfad können die Wanderer an der Küste entlang bizarre Felsformationen aus rosa Granit erleben.

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Der Grande Randonnée GR 34 ist der längste Wanderweg der Bretagne und führt an abwechslungsreichen Landschaften, wie dieser Heidelandschaft vorbei
(Foto: Martina Noltemeier)
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Nicht nur Steine gibt es auf dem Wanderweg zu bewundern, auch Buchten, Heideflächen und kleine Fischerdörfer sowie berühmte Seebäder finden sich entlang der GR 34 (Foto: Martina Noltemeier)

Riesige Felsblöcke schimmern prachtvoll

Der Grande Randonnée GR 34 gilt als der längste Weitwanderweg der Bretagne. Er beginnt im Norden am normannischen Mont Saint-Michel und endet nach 1.600 km am Golfe du Morbihan im Süden. Als Paraderoute gilt der ca. 12 Kilometer lange Abschnitt an der rosa Granitküste. Besonders schön ist die Route von Perros-Guirec nach Trégastel. Der 1907 entstandene Zöllnerpfad „Sentier des Douarniers“ startet oberhalb der Badebucht des „Plage de Trestraou“ in Perros-Guirec. Man geht auf die beeindruckende Kulisse aus Rosa Granit zu und erreicht schnell den Leuchtturm Mean Ruz (Phare de Ploumanac’h) mit weitem Blick auf die Inselgruppe der Sept Îles. Weiter geht es zur Bucht von Saint-Guirec, zum Hafen von Ploumanac’h und in den Stadtstrand von Trégastel.

Die Wanderer umrunden auf ihrem Weg stürmische Kaps und weite Buchten, Hinkelsteine und Heideflächen, Fischerdörfer, Fachwerkstädtchen, Malerkolonien und berühmte Seebäder. Zu den eindrucksvollsten Abschnitten gehört die wilde Kulisse mit riesigen, aufgetürmten rosa Granitfelsen an der Nordküste – die Côte Granit Rose. Das Wahrzeichen ist ein Haus, eingeklemmt zwischen zwei imposanten Felsen.

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Rosa Granit gibt es auf dem Wanderweg Grande Randonnée GR 34 entlang der rosa Granitküste reichlich zu bewundern (Foto: Martina Noltemeier)
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Die Felsformationen wurden vom Wind, Regen und dem Salz des Meeres geformt, seine Farbe verdankt der Granit Hämatit und Alkalifeldspat (Foto: Martina Noltemeier)

Die bizarren Felsformationen aus rotem Granit, der vor rund 300 Millionen Jahren entstanden ist, gelten als Touristenattraktion. Die rote Färbung verdankt der Stein seinem Gehalt an Hämatit und Alkalifeldspat. Die Steine an der rosa Granitküste schimmern je nach Tageszeit mal Rosa, mal rötlich, mal leuchtend orange in den Abendstunden und schützen vor der anbrandenden See. Meer, Wind, Salz und pflanzliche Säuren formen seitdem in natürlicher Erosion die unzähligen Skulpturen aus Stein.

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Je nach Tageszeit erscheinen die Granitformationen Rosa, rötlich oder sogar leuchtend Orange (Bild: Martina Noltemeier)
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Die individuell geformten Felsen haben passende Namen erhalten – man wandert zwischen Napoleons Hut, Schildkröten und vielem Mehr
(Foto: Martina Noltemeier)

Aufgrund ihrer besonderen Formen haben die Felsen von den Bretonen Namen erhalten. So erheben sich: Napoleons Hut, Pilz, Liebeslaube, Pfannkuchen-Stapel (Tas de Crêpes), Schildkröten (Tortues) und eine Hexe (Sorcière) im Felsenmeer von Trégastel.

Da die schönen Steine längst kein Geheimnis mehr sind, umgeht am besten die französischen Schulferien und reist zwischen April und Juni oder im September an die Côte de Granit Rose.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Seite des Tourismusverbands unter www.bretagne-reisen.de, unter https://meinfrankreich.com/gr-34/ und eine GPS-Datei zur Wanderroute inkl. Markierungen für Unterkünfte finden Sie hier.

 

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Scuola di Scultura öffnet wieder

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etwa Bildhauen für Fortgeschrittene und Gipsmodelle. Foto: Scuola di Scultura

Am Fuße des Marmorbergs im Tessiner Peccia geht’s wieder los. In Sommer-Kursen wie figürliches Modellieren und Bildhauen für Fortgeschrittene sind Plätze frei.

Im Mai startete die Scuola di Scultura ein Crowdfunding. Denn wegen Corona konnte sie monatelang lang weder Kurse anbieten noch Gäste empfangen. Das angestrebte Fundingziel von 50.000 CHF wurde weit übertroffen. Insgesamt kamen 93.724 CHF zusammen. Seit Anfang Juni gibt die Schule nun wieder Kurse.

In verschiedenen Kursen sind Plätze frei:

Figürliches Modellieren und Gipsabguss

vom 28. Juni bis 3. Juni 2020
Unter der Leitung von  Thomas Hunziker modellieren die Teilnehmenden einen weiblichen Akt in Ton. Sie arbeiten an drei Tagen an dem Modell gearbeitet. Die Figur wird dann mit Gips abgeformt und kann in Gips oder Zement gegossen werden.



Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Resculpting
vom 19. bis 31. Juli
Alle Teilnehmenden bringen eine Fotografie, Zeichnung oder ein Video eines plastischen Werks mit. Unter Anleitung von Kursleiter Roland Hotz meißeln sie die persönliche, soweit wie möglich von Hand, als „Taille-Direct“ in ein Stück Peccia-Marmor.

Gips direkt
vom 2. bis 7. August 2020
In dieser Kurswoche leitet Hansulrich Beer  die Teilnehmenden an, direkt mit Gips Modelle zu gestalten, die später in Stein oder Holz umgesetzt werden können.

Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Drehung

vom 16. bis 28. August 2020
In diesen beiden Kurswochen steht das Thema “Drehung” im Fokus. Kursleiter Hans-Peter Profunser leitet die Teilnehmenden an, ihre individuelle Formensprache zu entwickeln und herauszuarbeiten.



Alle Kurse sowie die Anmeldungsformulare finden sich auf der Seite der Schule.

Kraftprotz mit Geschichte

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bis auf kleine Bereiche

In der Oktoberausgabe 2017 berichtet die STEIN über die Fassadenrestaurierung des historischen Wasserkraftwerks Raffelberg in Mülheim an der Ruhr. Das fast 100 Jahre alte Querbauwerk ist mit Ettringer und Weiberner Tuffsteinen verkleidet und hatte im Laufe der Zeit schwarze Patina angesetzt. Die erforderlichen Maßnahmen waren vielfältig: Reinigen, Rückverankern, Fugenmaterial erneuern, Vierungen setzen. Wie auch bei der ehemaligen Bahndirektion in Köln (siehe STEIN 04/2017) hat die Firma Denkmalpflege Schorn die fachmännischen Arbeiten durchgeführt.

01-schwarze Patina
Vor der Reinigung: Blick von der Raffelbergerbrücke auf die fast 100 Jahre alte Tuffsteinfassade, die von einer schwarzen Patina überzogen ist. Foto: Denkmalpflege Schorn
02-Fassadenschäden
Nach der Reinigung: Detailfoto von Steinkonsole und Bogenstein sowie fehlendem Fugenmaterial. Foto: Denkmalpflege Schorn
03-neue Bogensteine
Stark beschädigte Steine mussten ersetzt werden. Die neuen Steine, hier ein Bogenstein, wurden in der Werkstatt aus dem gleichen Tuff gefertigt. Foto: Denkmalpflege Schorn
04-alte Balkonbrüstung
Die Balkonbrüstung: Durch Frost-Tau-Wechsel rosteten die Eisenteile und sprengten die Betonabdeckung. Foto: Denkmalpflege Schorn
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Zuerst hat man die brüchige Betonabdeckung und die rostigen Eisenteile mit dem Stemmeisen entfernt … Foto: Denkmalpflege Schorn
06-neuer-Edelstahl
… und neue Edelstahlteile stattdessen eingebaut. Foto: Denkmalpflege Schorn
07-neue Brüstung
Den Abschluss bilden jetzt neue anthrazitfarbene Steine aus Mendiger Basaltlava mit feingeschliffener Oberfläche. Foto: Denkmalpflege Schorn
08-nach Restaurierung
Die Natursteinfassade ist mittlerweile, bis auf kleine Bereiche, gereinigt und restauriert. Foto: Tanja Slasten
09-Innenraum
In der großen Halle, deren Innenwände mit Travertin verkleidet sind, stehen noch die Originalgeneratoren aus den 1920er-Jahren. Foto: Tanja Slasten

Interessierte können bei einer Hafenrundfahrt auf der Ruhr unter anderem auch hinter die Kulissen des denkmalgeschützten Wasserkraftwerks schauen und dabei die Originalgeneratoren aus den 1920er-Jahren bewundern.

Standort:                   Raffelbergbrücke 8 in 45478 Mülheim an der Ruhr

Anmeldung unter:     0208 960 960 oder 0208 960 999 6