Von Mode zu Marmor: Karl Lagerfelds Skulpturen-Ausstellung



Karl Lagerfeld, bisher bekannt für Mode und die ein oder andere Attitüde, zeigt aktuell in Paris in der Ausstellung “Architectures” funktionale Skulpturen aus Marmor.




In der Modebranche hat er sich Guru-Status erarbeitet, nun zeigt Karl Lagerfeld seine ersten Versuche skulpturaler Arbeiten. Dafür hat der Designer sich Naturstein ausgesucht – und natürlich nicht irgendwelchen: Die beiden Marmor-Sorten „Arabescato Fantastico“ und „Nero Marquina“ sind in Lagerfelds Augen geeignet für seine „moderne Interpretation antiker Proportionslehre“. Arabescato Fantastico, ein seltener weißer Marmor mit dunkelgrauen Adern, ist laut Mitteilung der Galerie seit mehr als dreißig Jahren nicht mehr abgebaut worden.

Lagerfeld hat unter anderem Springbrunnen, Konsolen, Lampen und Spiegel entworfen. Und hält sich dabei an das Farbspektrum, das er auch bei Mode bevorzugt: schwarz und weiß. Allerdings mit eher sanften Kontrasten – die Bänderung des Marmors nimmt die Schärfe. Insgesamt handelt es sich um funktionale Skulpturen. Von jeder gibt es acht Exemplare in jeder Marmorfarbe und vier Künstlerentwürfe.

 Seine Inspiration für die Skulpturen war laut Designer die Antike, denn es gebe nichts Moderneres. Oder, anders ausgedrückt: Die Proportionen der Antike sind schon so perfekt, warum das Rad neu erfinden? Generell habe er improvisiert, wenig geplant, sich vom Material leiten lassen. Für die Ausstellung hat er mit der Architektin Aline Asmar d’Amman zusammengearbeitet. Sie hat auch die Arbeit der italienischen Handwerker überwacht – die die Skulpturen laut Galerie-Mitteilung „bearbeitet und poliert“ haben. Wie viel Handarbeit in den Skulpturen steckt, ist schwer zu sagen – im Imagefilm der Ausstellung surrt jedenfalls das CNC-Sägeblatt.

Die Carpenters Workshop Gallery in Paris zeigt die Arbeiten in der Ausstellung „Architectures“ bis 23. Dezember 2018 – und hier ein Video, in dem Lagerfeld über die Skulpturen spricht.