“Was mit Bau”? – Baustudiengänge sollen vergleichbarer werden

Stein Magazin
Studiengänge vergleichbar zu machen – und so aufzubauen


Studiengangsmatrix gibt Auskunft über Umfang und Inhalte der Module


Die ASBau schlüsselt in einem Referenzrahmen Bachelor-Bauingenieurstudiengänge auf. Unis, Studierende und Personalverantwortliche sollen so besser vergleichen können.

 

Der Akkreditierungsverbund für Studiengänge des Bauwesens hat auf der BAU in München seinen Referenzrahmen für die Bachelorstudiengänge im Bauwesen vorgestellt. Die Mitglieder – Verbände und Kammern aus Bauplanung und -wirtschaft sowie Hochschulen und Universitäten – erarbeiteten dafür die Mindestanforderungen an die Studiengänge.

Der Referenzrahmen richtet sich an mehrere Zielgruppen: Studierenden bietet er Orientierung. Denn in Deutschland gibt es inzwischen 272 Bauingenieurstudiengänge. Personalverantwortlichen hilft er, die Qualifikation von Absolventen zu bewerten. Für Hochschulen und Universitäten, die Bauingenieurstudiengänge anbieten, neu- oder weiterentwickeln, ist er Wegweiser.

Herzstück des Referenzrahmens, der auf den ASBau-Studienstandards von 2010 aufbaut, ist die Studiengangsmatrix. Sie gibt Auskunft über Inhalt und Umfang der in einem Studiengang angebotenen Module. Das schafft Transparenz hinsichtlich der erworbenen Kompetenzen und bessere Vergleichbarkeit der Bachelorstudiengänge. Die Studiengangsmatrix ist auch online abrufbar.

Die ASBau empfiehlt, 40 Prozent des gesamten Studiums den Grundlagenkompetenzen zu widmen. Dazu sollten jeweils 20 Prozent aus den Kompetenzbereichen Planung, Bemessung und Baumanagement kommen. Studiengänge, deren Inhalt dem Referenzrahmen entsprechen, haben so einen MINT-Anteil von mindestens 75 Prozent. Laut Verbund gilt dies als Fundament einer zukunftsfähigen Ingenieurausbildung.

Weitere relevante Neuigkeiten der Branche, direkt von der BAU, finden Sie auch auf unserem Facebook-Newsfeed sowie in der kommenden STEIN-Printausgabe 03/2019 (Erscheinungstermin 19.02.2019).

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Das Bochumer Architekturbüro soan architekten hat die sandsteinfarbene „Alte Kirche“ in Bochum-Wattenscheid saniert und durch einen Anbau erweitert. Während in dem historischen Gebäude der Boden mit Platten aus regionalem Ruhrsandstein neu verlegt wurde, schmückt dunkler armenischer Basalt die Grundstücksmauer sowie die Fassade und den Boden des Neubaus.

Wie auf einer kleinen Insel, leicht erhöht und von einer langen Grundstücksmauer umgeben, steht die schlichte denkmalgeschützte Alte Evangelische Kirche im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Seit letztem Jahr ergänzt ein moderner anthrazitfarbener Anbau, entworfen vom Bochumer Architekturbüro soan architekten, das historische Gebäude. Das kleine, kontrastreiche Ensemble dient den Gläubigen als Gemeindezentrum.

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Die „Alte Kirche“ mit ihrer sandsteinfarbenen Natursteinfassade ist umgeben von einem neuen Anbau und einer Mauer aus armenischem Basalt. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
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Ein schöner Kontrast: Die helle hammergerechte Ruhrsandsteinfassade und die antrazithfarbene lineare Fassade des Neubaus. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
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Auch im Inneren des Anbaus findet sich der armenische Basalt in Form von Bodenplatten wieder. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
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Ein rechteckiger Durchbruch im ehemals zugemauerten Rundbogen dient als neuer Zugang zur alten Kapelle. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
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Neuer Ruhrsandstein schmückt den Boden der „Alten Kirche“. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)

Der eingeschossige Anbau mit seiner dunklen Fassade aus massiven Basaltsteinen steht in schönem Kontrast zu der kleinen „Alten Kirche“ mit ihrer hellen Außenhülle aus hammergerechten Ruhrsandsteinen. L-förmig konzipiert, scheint der Neubau sich wie ein Arm um das historische Bauwerk zu legen. Der schlichte, lichtdurchflutete Saal der „Alten Kirche“ hat im Zuge der Baumaßnahmen neue Bodenplatten aus regionalem Ruhrsandstein bekommen. Einige noch recht gut erhaltene Steinelemente wurden aussortiert und mit großer Sorgfalt wie ein Puzzle um den Altarbereich wieder neu verlegt. Die restliche Bodenfläche wurde mit neuen Platten ausgestattet. Den hierfür verwendeten Ruhrsandstein haben die Steinbruchbetriebe Grandi aus Herdecke geliefert, während alle Natursteinarbeiten des Projekts von Hanser + Pfafferott aus Kaarst vorgenommen wurden.

Wie die großen anthrazitfarbenen Namenstafeln auf dem „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum kommt auch der Basalt für das neue Gemeindezentrum aus Armenien. Aber nicht nur die Verkleidung der Fassade ist aus armenischem Basalt, sondern auch die verwendeten Bodenplatten – sowohl im Inneren des Anbaus als auch im Außenbereich. Die ursprüngliche Grundstücksmauer aus dem 19. Jahrhundert war statisch instabil geworden und musste abgetragen werden. Das bestehende Bild der idyllischen Kirche, die wie auf einem kleinen Podest thront, sollte beibehalten werden.

Die vereinzelten Ausblühungen, die man momentan vor allem an der Grundstücksmauer sieht und die den idyllischen Anblick etwas trüben, werden durch wasserlösliche Salze aus dem Mörtel verursacht. Sie werden aber durch den Regen im Laufe der Zeit abgewaschen, ansonsten können sie auch einfach abgebürstet werden. Ein kleiner Wermutstropfen sind die in drei verschiedenen Farbtönen verlegten Betonwerksteine links neben dem Eingang. Insgesamt ergibt sich aber, trotz einiger Kleinigkeiten, ein stimmiges, schönes Ensembles, das durch die kontrastreiche, aber dennoch zurückhaltende Gestaltung lebt.

Erfahren Sie mehr über die Sanierung der “Alten Kirche” in Bochum in STEIN im November 2016.

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