Wenn der Chef plötzlich ausfällt

Stein Magazin

Betriebe müssen auf den Ernstfall vorbereitet sein. Foto: lassedesignen / Fotolia

Manchmal kommt es anders als man denkt: Wenn durch Unfall, Krankheit oder gar Tod der Chef eines Betriebes plötzlich ausfällt, kann dieser leicht in Schieflage geraten. Für den Fall der Fälle sollte rechtzeitig vorgesorgt werden.

Nach einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) stehen jährlich etwa 24.000 kleine und mittelständische Unternehmen auf Grund von Unfall, Krankheit oder Tod plötzlich ohne ihren Chef da. Nicht für den Notfall zu planen ist menschlich, denn niemand denkt gerne freiwillig an den Fall der Fälle. Betriebswirtschaftlich gesehen ist es jedoch unverantwortlich. Wenn ein Steinmetzbetrieb im Unglücksfall überleben soll, muss klar geregelt sein, wie es ohne den Chef weitergeht. Nur so wird die Handlungsfähigkeit der Firma sichergestellt. In fast allen Handwerkskammern stehen daher Betriebsberater zur Verfügung, die ausführlich zum Thema beraten. Zusätzlich bieten die Kammern regelmäßig Informationsveranstaltungen zur Nachfolgeregelung an.

»So früh wie möglich« solle man einen Stellvertreter aufbauen, rät Rechtsanwalt und Dipl. Betriebswirt (FH) Klaus Angerer, spezialisiert auf Unternehmens- und Vermögensnachfolge. Doch wie geht man beim Aufbau eines Nachfolgers vor? »Ein potentieller Nachfolger oder Stellvertreter sollte sich wenigstens in einem Teilbereich schon als Führungskraft bewährt haben und auch bei der Hausbank und Lieferanten bekannt sein“, erklärt Klaus Angerer. In kleineren Betrieben kommt hier häufig dem mitarbeitenden Ehegatten eine wichtige Rolle zu, unterstützt durch einen bewährten Mitarbeiter. Wichtig sind Bankvollmachten und eine Vermögenssorgevollmacht, die über den Tod jeweils hinausreichen. Die Erteilung einer Handlungsvollmacht oder Prokura ist weniger umfassend als die Vermögenssorgevollmacht, aber besser als nichts.

Sinnvoller Zeitrahmen zur Betriebsübergabe

Soll eine Betriebsübergabe vorgezogen werden, weil das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) seit Dezember 2014 die bestehenden Schenkung- und Erbschaftsteuerprivilegien für Unternehmen als mit der Verfassung  nicht vereinbar ansieht und dem Gesetzgeber eine Frist zur Neuregelung bis Mitte 2016 auferlegt hat?

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Klaus Angerer ist Diplom-Betriebswirt und Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt Unternehmens- und Vermögensnachfolge. Foto: Klaus Angerer

Rechtsanwalt und Dipl. Betriebswirt (FH) Klaus Angerer rät:
Die bisherigen Verschonungsregeln befreien zwischen 85 und 100 Prozent des Betriebsvermögens vom Zugriff des Finanzamts. Besonders privilegiert sind kleinere Betriebe mit nicht mehr als 20 Mitarbeitern. Hier verzichtet das Gesetz auf eine Nachprüfung der Lohnsummenentwicklung  für eine bestimmte Anzahl von Jahren nach Betriebsübergabe im Vergleich zur Lohnsumme im gleichen Zeitraum vor der Übergabe (wobei hiervon die spätere Entwicklung nicht oder nicht wesentlich nach unten abweichen darf). Insbesondere die Freistellung kleinerer Betriebe von dieser Hürde wurde von den Verfassungsrichtern kritisch bewertet, weil damit die Lohnsummenklausel in 90 Prozent aller Fälle nicht griff.

Daher ist gerade für kleinere Handwerksbetriebe zu überlegen, eine (Teil-) Nachfolge vorzuziehen, etwa zum 31.12.2015; der Gesetzgeber muss zwar bis spätestens 30. 06.2016 handeln, kann das Gesetz aber auch zu einem früheren Zeitpunkt reformieren. Das hat Bundesfinanzminister Schäuble offenbar auch vor. Sein Terminplan: Nach nunmehr vorgelegtem Referentenentwurf letzte Beratung im Bundesrat am 18.12.2015, Anwendung ab 01.01.2016.

Da die Materie höchst komplex ist, kann sie von Beratern nicht in quasi letzter Minute als rein operative Maßnahme abgehandelt werden. Es dürfen laut BVerfG auch künftig kleinere Betriebe bis zu 100 Prozent privilegiert werden, jedoch wird der Gesetzgeber die Definition des Kleinbetriebs enger fassen müssen, indem er zum Beispiel die bisherige Grenze von 20 Mitarbeitern stark absenkt oder eine Obergrenze beim Wert des Betriebsvermögens zieht. Konkret plant Finanzminister Schäuble nunmehr eine Herabsetzung auf drei Beschäftigte. Sind es mehr, würde laut Plan eine steuerliche Verschonung nur noch dann eintreten, wenn der Unternehmenswert nicht mehr als eine Million Euro beträgt. Enger zu ziehen sind auch die Grenzen für sogenanntes Verwaltungsvermögen, welches im Unternehmen bilanziert, aber nicht betriebsnotwendig ist und trotzdem mit einem Anteil von bis zu 50 Prozent von den bisherigen Verschonungsregeln mitumfasst werden kann.  Finanzminister Schäuble plant hier eine Freistellung von nur noch zehn Prozent.

Lesen Sie mehr zur Vorsorge für den Fall, dass der Chef ausfällt, in STEIN im Juli 2015.

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Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland

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Skandinavien ist bekannt für seine Hartgesteine. Darum führt die Stein-Reise des Geokompetenzzentrum Freiberg in diesem Jahr nach Süd-Schweden – und auch in der STEIN wird es im Sommer eine Strecke zum Thema Skandinavien geben.

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Bei der Exkursion werden unter anderem Steinbrüche besucht. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Abbau von Braennhult-Granit. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Arbeit im Steinbruch Sjöström. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.

Schwedisch Schwarz

Die sechstägige Exkursion hat sich als feste Größe im jährlichen Exkursionskalender für die Steinmetzbranche etabliert. Wie in jedem Jahr bekommen Fachinteressierte einen Überblick über Natursteinvorkommen, -abbau und -referenzen des Landes. Besucht werden Firmen, Steinbrüche, Orte und Objekte in Kristianstad, Vanga, Borgholm (Öland), Gotland und Malmö.

Hilke Domsch vom Geokompetenzzentrum Freiberg erklärt: „In Südschweden gibt es Granite wie Bjärlöv, Bohus oder Flivik, Gneise wie Halmstad oder Vanga und natürlich die als ‚schwedisch Schwarz‘ bekannten Basalte. Etwas unbekannter und dabei traditionell sehr verankert sind die Kalksteine von den Ostseeinseln Öland und Gotland und auch Marmor wie der grüne Brännlykan.“

Auf Öland wird die Firma Naturstenkompaniet besucht – sie gewinnt und verarbeitet den Ölandkalkstein. Unter den Orten sticht die Ostseeinsel Gotland hervor, so Hilke Domsch: „Der Gotland-Kalkstein ist ein wunderschöner heller und harter Kalkstein mit einer einzigartigen Textur. In Verbindung mit der Geschichte der Hanse wird dies ein Highlight der Reise.“

Reiseinformationen

Die Exkursion findet vom 30. April bis 6. Mai 2018 statt – auf Wunsch kann der Reisezeitraum verkürzt werden. Anmeldeschluss ist der 28. März 2018.

Hier finden Sie den interaktiven Informations- und Anmeldeflyer zum Ausfüllen und Versenden.

Europäische Steinestapler starten eine Ausstellung

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram

Im schottischen Dunbar stapelten Künstler im April Steine bei einem Festival zu kunstvollen Skulpturen. Im Mai geben sie ihr Können an Interessierte weiter.

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram
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James Craig Page (Mitte links), Veranstalter des Festivals, mit der Jury. Foto: Laurence Winram
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Ein Teil der Gewinner-Skulptur von Pedro Duran. Foto: Laurence Winram
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Die Steinestapler überlegen gemeinsam, wie sie ihre Kunstform bekannter machen können. Foto: Laurence Winram
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Teil der Ausstellung in Summer Hall. Foto: Laurence Winram

Steinestapler stellen gemeinsam mit Land-Art-Künstlern aus

Steine sind ein tolles Baumaterial – nicht nur für Treppen, Säulen und Co., sondern auch für gestapelte Kunstwerke am Strand. Das zeigen die Ergebnisse des 2. Europäischen Wettbewerbs der Steinestapler, der Ende April für zwei Tage in Dunbar in Schottland stattgefunden hat. 30 Künstler haben angespülte Kiesel und größere Steine aus der Natur mit ruhiger Hand kunstvoll auf Felsen und Sand gestapelt und sich in den Kategorien “Die meisten Steine ausbalanciert”, “Juniormeisterschaft”, “künstlerischer Gewinner” und “Stapeln gegen die Zeit” gemessen. Der Gesamtgewinner ist – wie bereits im letzten Jahr – Pedro Duran aus Spanien. Er bekommt einen finanziellen Zuschuss für seinen Flug nach Texas, wo 2019 der weltweite Wettbewerb in Llano stattfindet.

Die Kunst besteht beim Steinestapeln darin, die Schwerkraft für sich zu nutzen, denn sie ist das einzige, was die Skulpturen zusammenhält. Versierte Künstler bauen zum Beispiel komplette Torbögen ohne eine einzige Kelle Mörtel. Seriöse Stapler verändern die natürliche Umgebung oder gar historisch bedeutende Stätten dabei nicht – beides sind Kritikpunkte von Naturschützern. Sie stapeln besonders gern an Stränden, Flüssen und Seen, weil sie dort häufig besonders schöne Steine finden. 
Noch ist die Steinestapler-Szene eher klein und familiär – und sie könnte ein bisschen mehr öffentliche Aufmerksamkeit gebrauchen. Um die mediative Kunst in Europa noch bekannter machen, stellen deshalb bis 28. Mai bekannte Steine-Stapler, Land-Art-Künstler und Maler gemeinsam in der Summerhall Gallery in Edinburgh aus und geben an allen Mai-Wochenenden Workshops.