Zur Person: Sylke Lambert

Die Obermeisterin der Steinmetzinnung Ulm, Sylke Lambert, be­suchte auf Einladung der Women In Stone des amerikanischen Natural Stone Institute die wichtigste Messe für Stein in Las Vegas.

Nachdem im vergangenen Jahr zwei Vertreterinnen der US- amerikanischen Organisation Women In Stone die Stone+Tec 2018 in Nürnberg besucht hatten, durfte Obermeisterin Sylke Lambert zu einem Gegenbesuch nach Las Vegas reisen und unter anderem die jährlich stattfindende Messe für die Natursteinindustrie besuchen. Die TISE findet jedes Jahr im Rahmen der Ausstellung für Bodenbeläge statt.

Der einwöchige Aufenthalt in Las Vegas war geprägt von einer offenen und professionellen Zusammenarbeit mit den Vertretern des Natural Stone Institute und vor allem mit den Women In Stone. Seit rund fünf Jahren gibt es diese Organisation von Frauen in der Steinindustrie mit mittlerweile rund 700 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Stärkung von Frauen in der Branche durch die Bildung von Netzwerken, das sogenannte Mentorship-Programm und Ehrungen. Der Kreis finanziert sich über Werbeplattformen und wird vom Natural Stone Institute unterstützt.

Sylke Lambert sucht den Austausch mit den Amerikanerinnen, um die Erfahrungen jenseits des Ozeans in ihre Arbeit für Frauen im Handwerk einfließen lassen zu können. Gerade weil die Women in Stone in Sachen Gleichberechtigung den hiesigen noch recht verkrusteten Strukturen weit voraus sind. So sind in den Staaten in allen Bereichen des Natural Stone Institute Frauen vertreten. Auch das Thema Sponsoring hat eine andere Bedeutung. So kann das Natural Stone Institute als Non-Profit-Organisation Lobbyarbeit in Richtung Politik betreiben, aber auch mit festangestellten Mitarbeitern Testlabors und technische Hilfe in Sachen Arbeitssicherheit, Transport, Position der Steinindustrie oder Materialkunde bieten.

Neben der Gastfreundschaft und der Professionalität war Lambert vor allem von der Offenheit der Amerikanerinnen beeindruckt. Sie bekam auf ihre Fragen hinsichtlich des amerikanischen Mentorship-Programms ausführliche Antworten. „Es war kein Neid oder Konkurrenzdenken zu spüren, im Gegenteil: Die Women In Stone sind stolz, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben zu können“, sagt Lambert. „Diese Unterstützung macht es möglich, Inhalte für das Projekt Frauen im Handwerk zu verwenden. Das macht die Basisarbeit erheblich leichter. Mittlerweile hat Sylke Lambert mit der Handwerkskammer Ulm auf Initiative der baden-württembergischen Landesregierung auch ein Schulprogramm in Form einer Bildungspartnerschaft mit einem Ulmer Gymnasium gestartet.
„Ich freue mich über das überwältigende Interesse an meinen Initiativen sowohl durch die amerikanischen Woman in Stone als auch durch die Handwerkskammer Ulm. Auch die vielfältige Unterstützung durch die Politik, die Schulen und Sponsoren zeigt, welche Qualität in diesen Projekten steckt. Diese Initiativen als Chance für die Zukunft des Steinmetzhandwerks zu erkennen, hätte ich mir auch aus den Reihen unseres Verbandes gewünscht“, so Sylke Lambert.

Sylke Lambert war bis Mitte 2018 Sprecherin der Meisterfrauen, die aus Frauen im Steinmetzhandwerk, insbesondere mitarbeitenden Ehefrauen und Partnerinnen, besteht. In dieser Funktion hat sie sich unter anderem für die Unterstützung und Stärkung von Frauen im Steinmetzhandwerk eingesetzt.
Seit diesem Jahr verfolgt sie dieses Ziel in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Ulm.

Weiter Informationen unter www.lambert-steinmetzwerkstatt.de

Relevante und Inspirierende Personen der Steinbranche sowie aktuelle Branchennews gibt es auch in der aktuellen Ausgabe des Stein-Magazins: www.stein-magazin.de

Könnte dich auch interessieren

Das Bochumer Architekturbüro soan architekten hat die sandsteinfarbene „Alte Kirche“ in Bochum-Wattenscheid saniert und durch einen Anbau erweitert. Während in dem historischen Gebäude der Boden mit Platten aus regionalem Ruhrsandstein neu verlegt wurde, schmückt dunkler armenischer Basalt die Grundstücksmauer sowie die Fassade und den Boden des Neubaus.

Wie auf einer kleinen Insel, leicht erhöht und von einer langen Grundstücksmauer umgeben, steht die schlichte denkmalgeschützte Alte Evangelische Kirche im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Seit letztem Jahr ergänzt ein moderner anthrazitfarbener Anbau, entworfen vom Bochumer Architekturbüro soan architekten, das historische Gebäude. Das kleine, kontrastreiche Ensemble dient den Gläubigen als Gemeindezentrum.

alte-kirche-bochum-aussen
Die „Alte Kirche“ mit ihrer sandsteinfarbenen Natursteinfassade ist umgeben von einem neuen Anbau und einer Mauer aus armenischem Basalt. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
alte-kirche-bochum-mit-anthrazitfarbenem-neubau
Ein schöner Kontrast: Die helle hammergerechte Ruhrsandsteinfassade und die antrazithfarbene lineare Fassade des Neubaus. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
alte-kirche-bochum-innen-armenischer-basalt
Auch im Inneren des Anbaus findet sich der armenische Basalt in Form von Bodenplatten wieder. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
alte-kirche-bochum-zugang-alte-kapelle
Ein rechteckiger Durchbruch im ehemals zugemauerten Rundbogen dient als neuer Zugang zur alten Kapelle. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
altar-alte-kirche-bochum
Neuer Ruhrsandstein schmückt den Boden der „Alten Kirche“. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)

Der eingeschossige Anbau mit seiner dunklen Fassade aus massiven Basaltsteinen steht in schönem Kontrast zu der kleinen „Alten Kirche“ mit ihrer hellen Außenhülle aus hammergerechten Ruhrsandsteinen. L-förmig konzipiert, scheint der Neubau sich wie ein Arm um das historische Bauwerk zu legen. Der schlichte, lichtdurchflutete Saal der „Alten Kirche“ hat im Zuge der Baumaßnahmen neue Bodenplatten aus regionalem Ruhrsandstein bekommen. Einige noch recht gut erhaltene Steinelemente wurden aussortiert und mit großer Sorgfalt wie ein Puzzle um den Altarbereich wieder neu verlegt. Die restliche Bodenfläche wurde mit neuen Platten ausgestattet. Den hierfür verwendeten Ruhrsandstein haben die Steinbruchbetriebe Grandi aus Herdecke geliefert, während alle Natursteinarbeiten des Projekts von Hanser + Pfafferott aus Kaarst vorgenommen wurden.

Wie die großen anthrazitfarbenen Namenstafeln auf dem „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum kommt auch der Basalt für das neue Gemeindezentrum aus Armenien. Aber nicht nur die Verkleidung der Fassade ist aus armenischem Basalt, sondern auch die verwendeten Bodenplatten – sowohl im Inneren des Anbaus als auch im Außenbereich. Die ursprüngliche Grundstücksmauer aus dem 19. Jahrhundert war statisch instabil geworden und musste abgetragen werden. Das bestehende Bild der idyllischen Kirche, die wie auf einem kleinen Podest thront, sollte beibehalten werden.

Die vereinzelten Ausblühungen, die man momentan vor allem an der Grundstücksmauer sieht und die den idyllischen Anblick etwas trüben, werden durch wasserlösliche Salze aus dem Mörtel verursacht. Sie werden aber durch den Regen im Laufe der Zeit abgewaschen, ansonsten können sie auch einfach abgebürstet werden. Ein kleiner Wermutstropfen sind die in drei verschiedenen Farbtönen verlegten Betonwerksteine links neben dem Eingang. Insgesamt ergibt sich aber, trotz einiger Kleinigkeiten, ein stimmiges, schönes Ensembles, das durch die kontrastreiche, aber dennoch zurückhaltende Gestaltung lebt.

Erfahren Sie mehr über die Sanierung der “Alten Kirche” in Bochum in STEIN im November 2016.

Steinmetz-Symposium in Braunfels im September 2019

Stein Magazin
Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte



Die Steinmetzinnung Hessen-Mitte richtet zum 16. Mal ein Symposium aus und lädt Auszubildende, Gesellen sowie angestellte Meister ein.


Steinmetz-Symposium
Beim Steinmetz-Symposium auf Burg Schwarzenfels 2017, Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte

Die Innung will mit ihrem alljährlichen Steinmetz-Symposium das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Zunft stärken und das Steinmetz-Handwerk einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Vom 6. bis 8. September 2019 findet es auf dem Marktplatz in Braunfels statt. Am 8. September 2019 ereignet sich gleichzeitig bundesweit der nächste Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Die Stadt Braunfels kombiniert die Angebote und bietet im Rahmen einer zweistündigen “Großen Stadtführung” besondere Einblicke.

Beim Steinmetz-Symposium arbeiten die Teilnehmer an Wappensteinen für Partnerstädte der Stadt Braunfels. Oder sie entscheiden sich für Schrifttafeln und Wappen für Spender und Gönner, etwa einem Sockelstein für das Schloss und Familienmuseum des Grafen Obersdorf. Man arbeitet von Hand. Die Teilnehmer bringen entsprechendes Werkzeug zur Sandsteinbearbeitung sowie Sicherheitsschuhe und Schutzbrille mit. Fehlende Werkzeuge werden ausgetauscht.

Die Innung trägt die Übernachtungskosten, Verpflegung sowie die Werkstücke für Teilnehmer aus Mitgliedsbetrieben. Teilnehmer aus anderen Innungen zahlen einen Pauschalbetrag von 50 Euro. Teilnehmer von Nicht-Innungsbetrieben zahlen eine Pauschale von 90 Euro. Die Anmeldung ist noch bis zum 31. Juli 2019 möglich.