Auswirkungen der Trump-Regierung

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Auswirkung auf die Märkte

Seit September 2018 gelten die neuen Importzölle der Trump-Regierung gegen Importe aus China: 10 % Zoll auf alle Naturstein-Einfuhren; ab 1. Januar 2019 sogar 25%. Noch ist ungewiss, wie chinesische Exporteure reagieren und welche Länder davon profitieren werden

 

Der größte Schlag im Handelsstreit erfolgte am 24. September 2018: Die US-Regierung von Donald Trump belegt seitdem die Hälfte aller Warenimporte aus China mit Sonderzöllen. Zu den bisher verhängten Sonderzöllen auf Waren im Wert von 50 Milliarden kommen weitere Zölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar hinzu (170,2 Milliarden Euro). Naturstein ist auch darunter. Die Zölle betragen seit September zehn Prozent und steigen ab 1. Januar auf 25 Prozent an. Die Produktliste, die der United States Trade Representative (USTR) veröffentlicht hat, nennt das gesamte Spektrum von Blöcken bis Endprodukte, in allen Steinsorten. In der Liste finden sich auch Maschinen oder Werkzeuge für die Bearbeitung von Naturstein.

Fraglich ist, ob die chinesischen Exporteure die Preissteigerungen durch Senkung der Produktionskosten auffangen können, sich anderen Märkten zuwenden werden und eventuell eine Konzentration auf die heimische Wirtschaft erfolgt. Es könnte auch sein, dass die Block-Importe nach China zurückgehen, was besonders für die Türkei und Brasilien Folgen hätte.

Von den erhöhten Import-Zöllen könnten Länder wie Brasilien, die Türkei, Indien oder gar Ägypten profitieren, in dem sie den freigewordenen Marktanteil in den USA besetzen. Vielleicht könnten auch Spanien oder Portugal ihre Anteile am US-Markt ausweiten. Denn die US-amerikanischen Steinproduzenten sind „nicht mal ansatzweise weder von der Menge noch von den Preisen her in der Lage …., die chinesischen Lieferungen zu ersetzen“, so heißt es auf www.stone-ideas.com

Blick auf die Statistik

Die Zeitschrift Stone World hat nun eine Liste der Natursteinimporte und -exporte der USA nach Lieferländern für Juni 2018 erstellt: PDF DOWNLOAD

Die Statistik zeigt, dass für rund 24 Millionen U.S. Dollar Marmor (rund 16.700 Tonnen), für rund 18 Millionen U.S. Dollar Granit (rund 23.000 Tonnen) und für rund 2,8 Mio. Dollar Schiefer in die USA importiert wurde. Damit ist China mit insg. 45,6 Mio. US-Dollar für 43.000 Tonnen Material, nach Brasilien der Hauptimporteur von Naturstein in die USA.

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Das fliegende Auge

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Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector

In unsere neuen STEIN-Serie „Chancen nutzen“ teilen wir unser Wissen über Vorgehensweisen, die Unternehmen nutzen können, um langfristig erfolgreich zu sein. In der ersten Folge dreht sich alles um den Blick von oben. Drohnen ermöglichen Inspektionen, Aufmaße und Dokumentationen von Steinbrüchen oder Fassaden.

Unbemannte Fluggeräte, englisch Unmanned Aircraft Systems oder Unmanned Area Vehicles (UAS, UAV), populär meist „Drohnen“ oder „Multicopterd“ genannt, werden inzwischen in zahlreichen Bereichen des Bauens, Sanierens und Erhaltens von Baubestand eingesetzt. Mit einer visuellen Digital- oder Wärmebildkamera oder einem 3-D-Laserscanner ausgestattet, können ferngesteuerte Drohnen Steinbrüche, Fassaden oder Dachflächen inspizieren oder geometrisch erfassen, Schäden lokalisieren und dokumentieren, Energieverluste aufdecken und vieles mehr.

Sollen Bau-, Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen erfolgreich sein, müssen sie sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Aktuelle und verlässliche Bestandsdaten sind die wichtigste Grundlage einer umsichtigen Planung. Terrestrische Aufmaßverfahren wie die Tachymetrie, das Laserscanning oder die Fotogrammetrie erfassen nur jene Bereiche, die vom Boden oder von der umgebenden Bebauung aus zugänglich und sichtbar sind. Dachflächen und andere unzugängliche Bereiche der Gebäudefassade lassen sich geometrisch und fotografisch nicht oder nur unzureichend erfassen.

Drohnen können über die luftbildgestützte Fotogrammetrie oder 3-D-Laserscanner Bauwerke und andere Objekte lückenlos geometrisch vermessen und werden deshalb manchmal auch parallel eingesetzt: Aus perspektivisch entzerrten Luftbildern lassen sich zentimetergenaue und maßstabsgerechte Dachaufsichten oder Fassadenansichten erstellen. Werden die Luftbilder fotogrammetrisch ausgewertet, lassen sich daraus 2-D-Pläne oder dreidimensionale Modelle der Gebäudehülle erstellen. Diese können als Grundlage für Planungen, Kostenberechnungen, Ausschreibungen oder Visualisierungen verwendet werden.

Mit speziellen 3-D-Laserscannern ausgestattete Drohnen, können das Umfeld rasterförmig in Sekundenschnelle abtasten und dabei Millionen von 3-D-Messpunkten, sogenannte „Punktwolken“ erzeugen. Dabei speichern sie die Geometriedaten aller umgebenden Objekte als räumliche Koordinatenwerte ab. Eine integrierte Digitalkamera erzeugt zusätzlich 360-Grad-Fotopanoramen und erfasst Gebäudehüllen nahezu lückenlos. Messdrohnen sind auch in der Lage, von Halden, Kies- und Schottergruben, Deponien oder Steinbrüchen zunächst Orthogonalfotos oder 3-D-Laserscans und daraus 2-D-Lagepläne, 3-D-Geländemodelle, Massen und Volumen zu generieren, ohne dabei den laufenden Betrieb zu stören oder Personen zu gefährden.

Lesen Sie mehr in der STEIN 8/2020.

Im Gespräch statt im Gerede

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Gestorben wird immer. Aber nicht mehr genug, schreibt Henning Sußebach am 3. November in der Wochenzeitung »Die Zeit«. Er kommt dann zu dem Schluss, dass viele Bürger ihre Asche lieber verstreuen, als ein Grab zu kaufen. Sußebach formuliert ein Problem, mit dem sich auch das Steinmetzhandwerk auseinandersetzen muss: Sogar Friedhöfe können sterben. Zum Leben brauchen sie Tote. Die werden aber auf den herkömmlichen Friedhöfen immer weniger. Sie haben Konkurrenz bekommen. Die Menschen in einer »Multioptionsgesellschaft« möchten sich nicht mehr dem schematischen Schachbrettmuster der Friedhöfe fügen. Friedhöfe sind heute nur eine Option unter ganz verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten.

Die Folgen sind klar: kein Friedhof, kein Grab, kein Stein. Das Steinmetzhandwerk ist gefordert. Grabzeichen können mit dazu beitragen, Friedhöfe am Leben zu halten. Allerdings: Diese Zeichen müssen einen Sinn, eine Botschaft, einen Wert für die Hinterbliebenen haben. »Blut indischer Kinder haftet an deutschen Grabsteinen« oder »Grabsteine aus Kinderarbeit stehen auf deutschen Friedhöfen«. Meldungen wie diese bringen die Zeichen am Grab ins Gerede. »Kinderarbeit bei Grabsteinen wieder erlaubt« stand am 16. Oktober in der Tageszeitung »Nürnberger Nachrichten«: In einem Urteil hatte das Bundesverwaltungsgericht die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Die Stadt wollte sicherstellen, dass auf den städtischen Friedhöfen keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Ein Steinmetz klagte. Er gewann! Nur was? Wer soll überprüfen, unter welchen Bedingungen die Steine entstehen, fragten die Richter. Eine Zertifizierung mit verbindlichen Maßstäben muss her. Juristisch ist es nicht zu beanstanden.

Allerdings: Viele der Zertifikate zu sozialen oder ökologischen Standards sind in Bereichen kaum den Kleber wert, mit dem sie auf ein Produkt gepappt werden. Es liegt jetzt an jedem Handwerker selbst, welche Grabzeichen er anbietet und mit welchen Steinen er arbeitet. Das Produkt Grabstein ist wieder einmal im Gerede, statt im Gespräch zu sein. Das ist ärgerlich.

Willy Hafner’s Betreff aus STEIN im Dezember 2013.

Bild: Aeternitas e.V.