Die Preisträger des Peter Parler-Preises 2020 stehen fest: Die Jury prämierte selbstständige Steinmetzmeister und Bildhauer aus Würzburg, Bamberg, Trier und Auggen.

Vergangenen Freitag sollte auf der „denkmal“ – der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung in Leipzig die diesjährige Verleihung des Peter Parler-Preises 2020 stattfinden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Preisträger vom Bundesverband der Deutschen Steinmetze (BIV) ohne öffentliche Beteiligung informiert.

Der Peter Parler-Preis wird alle zwei Jahre vom Bundesverband Deutscher Steinmetze und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgelobt. Ausgezeichnet werden selbstständige Steinmetzmeister und Bildhauer für qualitativ hochwertige Arbeiten an Denkmalpflegeobjekten aus Naturstein unter den Aspekten Konservierung, handwerkliche Restaurierung, Kreativität und Materialgefühl. Dotiert ist der Preis mit 15.000 Euro. Das Preisgeld soll Steinmetzmeister und Bildhauer in ihrem Engagement in der Denkmalpflege bestärken.

Die diesjährige Jury bildeten Professor Doktor Rolf Snethlage vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege a.D., Doktor Michael Auras vom Institut für Steinkonservierung e. V. in Mainz, der Restaurator Karsten Böhm vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, die Diplom- Restauratorin Carolin Pfeuffer, Leiterin des Europäischen Fortbildungszentrums – Kompetenzzentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk, der Freie Architekt Peter Reiner und der Peter Parler-Preisträger 2018 Frank Schuster.  Annette Liebeskind von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Schirmherrin des Peter Parler-Preises betonte: „Was wir heute als denkmalwert schützen, ist aus der qualitätvollen Arbeit des damaligen Handwerks erwachsen. Eine ebensolche handwerkliche Exzellenz benötigen wir heute bei der Erhaltung dieser Denkmale. Dass dabei historische Techniken und handwerkliche Fähigkeit der Steinmetze eine ebenso wichtige Rolle spielen wie der Einsatz modernster Technologien, zeigen die prämierten Arbeiten in eindrucksvoller Weise.”

Die Leistungen der teilnehmenden Betriebe wurden in den unterschiedlichen Disziplinen der Denkmalpflege mit differenzierten Zielsetzungen erbracht und zeigen in Ihrer Qualität nur geringe Unterschiede. Die Jury bewertete daher jeweils den Gesamteindruck, der sich aus Schwierigkeitsgrad, Qualität von Voruntersuchungen und Dokumentationen, den eingesetzten Maßnahmen, der Qualität angewendeter Handwerkstechniken sowie der Kooperation zwischen Denkmalpflege und externen Experten zusammensetzt.

In diesem Jahr vergab die Jury einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Preise. Den ersten Platz belegt die Firma Boris Rycek GmbH aus Würzburg für die Restaurierung des Vierröhrenbrunnens in Würzburg. Den zweite Preis erhielt die Monolith Bildhauerei u. Steinrestaurierung in Bamberg für ihre Restaurierungsarbeiten am Monument des Markgrafen Christian auf der Plassenburg in Kulmbach. Der Steinmetzbetrieb Henning Wirtz aus Trier und der Steinmetzbetrieb Johannes Abel aus Auggen teilen sich den dritten Platz. Prämiert wurde der Steinmetzbetrieb Henning Wirtz aus Trier für die Restaurierung des Hauptportals von Gut Müllenark in Inden, der Steinmetzbetrieb Johannes Abel aus Auggen für die Arbeit an der Querhausgiebelspitze im Obergaden des südlichen Langhauses Querschiff im Salemer Münster.

Darüber hinaus entscheid sich die Jury für ein Projekt eine besondere Belobigung auszusprechen. Das Projekt wurde nicht in Naturstein ausgeführt, beeindruckte die Jury jedoch nachhaltig, weil die Firma traditionelle Handwerkstechniken verschiedener Art rekonstruieren, wiederbeleben und bewahren konnte. Die besondere Belobigung geht an die Sauer GmbH in Budenheim für die Rekonstruktion eines gotischen Kreuzgratgewölbes in der Nikolaikirche in Alzey-Budenheim.

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Sie sind mit dem Gefühl groß geworden, etwas Besonderes zu sein. Aufmerksamkeit, Förderung und Lob der Eltern, Mitsprache und -entscheidung in der Familie spielten von klein auf eine Rolle, später waren Diskussionen mit Lehrern und Professoren ganz normal. Sie wurden zur Selbstständigkeit erzogen und sind es gewohnt, mit Autoritäten auf Augenhöhe zu sprechen. Sie haben hohe Ansprüche an sich und das Leben und an die Arbeit. Werte wie Familie, Freundschaft und Freizeit sind ihnen wichtiger als Führungspositionen, Managergehälter oder sonstige monetäre Anreize. Sie treten selbstbewusst auf und wissen um ihren Wert, auch, weil der demografische Wandel und der Fachkräftemangel es für die Unternehmen notwendig macht, stärker auf sie einzugehen. Von ihrer Arbeit erwarten sie interessante Projekte, schnelle Aufstiegsmöglichkeiten und eine ausgeglichene Work-Life-Balance: Die Rede ist von der „Generation Y“. Als „Generation Y“ werden meist alle Geburtsjahrgänge zwischen 1981 und heute bezeichnet. Die jungen Menschen dieser Generation werden ebenso häufig auch als „Digital Natives“, also „digitale Eingeborene“ bezeichnet, wegen ihrer Affinität zu den digitalen Medien wie Computern, Internet, Mobiltelefonen, MP3-Playern usw., mit denen sie groß geworden sind. Im Gegensatz dazu werden Menschen, die diese Dinge erst im Erwachsenenalter kennengelernt haben, als „Digital Immigrants“ (dt.: „digitale Einwanderer“) bezeichnet.
Die „Generation Y“ folgt auf die sogenannte „Generation X“, die zwischen 1965 und 1980 geborenen, und die Generation davor, die sogenannten „Babyboomer“, die zwischen 1946 und 1964 geboren sind.

Sie werden die Arbeitskultur radikal umkrempeln

Die „Ypsiloner“ erobern seit einiger Zeit die Unternehmen, wo sie eine Zeit lang Seite an Seite mit der bislang dominanten „Babyboomer“-Generation arbeiten, die sie dann bald ablösen werden. In einigen Jahren wird die „Generation Y“ weltweit jeden zweiten Arbeitnehmer stellen. „Dies ist die anspruchsvollste und selbstbewussteste Generation seit Langem“, sagt Anders Parment von der Stockholm University School of Business, der ein Buch über die Ypsiloner geschrieben hat. Sie wird die Arbeitskultur in den Unternehmen radikal umkrempeln und damit vor dem Hintergrund des demografischen Wandels als wichtigstem Gesellschaftstrend zu einem weiteren wichtigen Trend, dem Wertewandel in der Gesellschaft, beitragen. „In den Werten sowie Denk- und Handlungsmustern der ‚Generation Y‘ spiegeln sich die Entwicklungen und Trends in unserer Gesellschaft und Arbeitswelt wider“, schreibt Prof. Dr. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen.

Die Eltern waren für sie „Workaholics“

Um die „Generation Y“ zu verstehen, hilft ein Blick in deren Sozialisation: Aufgewachsen mit Eltern der „Babyboomer“-Generation bekamen und bekommen sie mit, wie hart diese für ihre Rente arbeiteten. Die Eltern gelten für sie nicht selten als „Workaholics“. Werte wie Freizeit und Familie standen in dieser Generation hinten an. Zeit hatten sie allenfalls für ihre Enkel, doch den Kindern der „Babyboomer“-Generation steckt der Mangel an Zuneigung und Zeit ihrer beruflich voll engagierten Eltern tief in den Knochen. Ein abschreckendes Bild: So möchte die „Generation Y“ es keinesfalls mit ihrer eigenen Familie machen und distanziert sich ganz bewusst von der Haltung ihrer Eltern „Leben, um zu arbeiten“. Viele der nach 1980 Geborenen sind in wohlhabenden Doppelverdienerhaushalten aufgewachsen, nicht selten als einziges Kind. Eine strenge Familienhierarchie haben sie meist nicht kennengelernt. Im Gegenteil: Die „Generation Y“ durfte von Kindesbeinen an mitentscheiden. Und so vertreten sie selbstbewusst ihre Bedürfnisse – auch in Unternehmen.
Für die „Generation Y“ gibt es Wichtigeres im Leben als Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit. Sie haben erfahren, dass Wachstum, Geschwindigkeit und immer neue Rekorde, was die Wirtschaft lange diktierte, zwar immer mehr Wohlstand gebracht haben, aber auch viele Probleme, gesundheitlich und zwischenmenschlich. Jetzt stürmt eine Generation die Arbeitsplätze, die wirtschaftlich satt ist, die im Konsumdiktat aufgewachsen ist und die mit angesehen hat, wie ihre Eltern, die heute 50- bis 60-Jährigen sich für die Arbeit aufopferten und ihr Privatleben hinter die Kar-riere zurückstellten.

Zeit für die Familie und anderes

So fordern die Ypsiloner beispielsweise nachdrücklich ein Privatleben, das diesen Namen verdient. Das Familienbild definiere sich neu, konservative Werte würden wiederentdeckt. „Familie genießt höchste Priorität“, schreibt Christian Schmidt, Chirurg und medizinischer Geschäftsführer der Kliniken der Stadt Köln in einem Artikel mit dem Titel „Generation Y“ im Fachmagazin „Der Anästhesist“. Der Mediziner weiß, wovon er spricht: Für seine Publikation zu Rekrutierung, Entwicklung und Bindung der Generation Y hat Schmidt Erkenntnisse dokumentiert, die weltweit über die nach 1980 Geborenen vorliegen. Gesammelt wurden sie von Unternehmensberatungen, Arbeitsgruppen an Ministerien und soziologischen Instituten.
Die Vertreter der „Generation Y“ sind nach Schmidts Literaturrecherche durch ein hohes Selbstbewusstsein gekennzeichnet, reagieren manchmal aber auch empfindlich auf Kritik: Er mutmaßt, weil sie von den „Babyboomern“ übermäßig gelobt wurden. Schmidt charakterisiert die „Generation Y“ so: „Sie hat ein hohes Anforderungsprofil an den Arbeitsplatz, lehnt sowohl Hierarchien als auch Absitzen von Arbeitszeit ab. Überstunden müssen sehr gut begründet werden.“ Und er warnt: „Die Generation Y wechselt eher den Job, als sich anzupassen.“

 

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