Ausbildungsbetrieb 2017 geehrt

Stein Magazin

Immer weniger Schulabgänger entscheiden sich für eine Ausbildung. Betriebe müssen daher kreativ werden, um ihr Ausbildungsangebot für den Nachwuchs attraktiv zu machen. Der Beton- und Naturstein-Hersteller Rinn erhielt für sein Konzept die Auszeichnung „Ausbildungsbetrieb 2017“ von der IHK. STEIN sprach mit der Personal-Sachbearbeiterin von Rinn Kathrin Höres.

Heuchelheim-Rinn
Firma Rinn in Heuchelheim. Foto: Rinn Beton- und Naturstein
Ausbildungsmesse-Vocatium
Azubis auf der Ausbildungsmesse Vocatium. Foto: Rinn Beton- und Naturstein
Azubi-Aktivtag
Azubi-Aktivtag. Foto: Rinn Beton- und Naturstein
Auszeichnung-IHK-Ausbildung
Auszeichnung der IHK für die Ausbildung des Unternehmens. Foto: Rinn Beton- und Naturstein

STEIN: Wieso machen immer weniger junge Leute nach dem Schulabschluss eine Ausbildung?

Kathrin Höres: Die Möglichkeiten zu studieren werden immer leichter. Zusätzlich herrscht in den Köpfen der Jugendlichen, Eltern und Angehörige eine veraltete Vorstellung zum Thema Ausbildung im Handwerk: schwere und dreckige Arbeit mit geringer Entlohnung. Ein Studium dagegen klingt sauber und am Ende könnte eine sehr gute Verdienstmöglichkeit winken. Zudem sind die Aufstiegschancen größer.

Hinzu kommt, dass die Jugendlichen kaum eine Vorstellung von einer Ausbildung haben. Zum Beispiel: Wie läuft Sie ab, welche Vorteile ergeben sich für mich daraus? Das Problem ist, dass sie im Schulunterricht kaum bis keine Berührungspunkte mit dem Thema Ausbildung haben.

Welche Folgen hat das auf die Handwerks- und Natursteinbranche?

Der Altersdurchschnitt von Angestellten im Handwerk ist über 45 Jahre, das heißt in naher Zukunft werden viele Mitarbeiter in Rente gehen. Ohne Nachwuchskräfte können wir unseren Standard von heute nicht aufrecht erhalten. Ein Unternehmen lebt außerdem durch das Denken der nächsten Generationen weiter.

Außerdem haben viele Jugendliche kaum mehr einen Bezug zum Handwerk – er wird ja auch nicht mehr vom Elternhaus mitgegeben. Das heißt für uns: Wir bekommen einen neuen Bildungsauftrag. Wir müssen Grundlagen des Handwerks vermitteln.

Wie reagiert Ihr Unternehmen auf diese Situation?

Wir werden ganz unterschiedlich aktiv wie durch die Schaltung eines Kinospots oder den Besuch von Ausbildungsmessen. Außerdem verstärken wir den Kontakt zu Schulen, um aktiv den Unterricht mitzugestalten: Wir bieten Lehrerpraktika an, das heißt, Lehrer können in unsere Ausbildungsberufe schnuppern und somit die Inhalte ihren Schülern besser erklären.

Was zeichnet die Firma Rinn als „Ausbildungsbetrieb 2017“ aus?

Unsere Ausbildung ist kreativ und individuell. Unsere Azubis eignen sich nicht nur fachliches Wissen an, sondern sie entwickeln auch ihre Persönlichkeit weiter.

Deswegen sitzen wir gemeinsam mit unseren Azubis in einem Boot. Mit diesem Bewusstsein führen wir auch gemeinsam Schulungen und Workshops durch wie Lernen lernen, Etikette oder Selbstwirksamkeits-Training. Jedes Jahr veranstalten wir einen Azubi-Aktivtag, wo wir gemeinsam Sport machen.

Unsere Azubis eignen sich nicht nur Wissen in den Einsatzabteilungen an, sondern arbeiten auch an gemeinsamen Projekten. Vergangenes Jahr wurde im Kindergarten Heuchlheim ein Hochbeet aufgebaut. Dieses wurde dann gemeinsam mit den Kindern bepflanzt und später aus der Ernte ein Mittagessen gekocht. Schlussendlich gestalten unsere Azubis und Ausbildungsbeauftragten aktiv die Ausbildung bei Rinn mit. Durch ihre Ideen und Änderungswünsche kann sich unsere Ausbildung weiterentwickeln.

In der STEIN-Ausgabe 6/2018 wird es ein Ausbildungs-Spezial geben. Seien Sie gespannt. Das Heft erscheint Ende Mai. 

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Skulptur des Monats: UND

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Die Granitinstallation „UND“

Auf dem Weg zur Landesausstellung „Alles was Recht ist“ im historischen Schloss Pöggstall in Niederösterreich kommen Gäste an der Granitinstallation „UND“ von Gabriele Berger vorbei – unsere Skulptur des Monats Juni. Die Ausstellung kann noch bis 12. November 2017 besucht werden.

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie gibt Einblicke in Themen wie Entwicklungslinien in der Gesetzgebung, stellt Fragen nach Vergeltung und Strafe sowie beleuchtet neue Formen wie Diversion und Mediation. Im Vordergrund steht das Recht, das Miteinander von Menschen – früher und heute – sowie die gesellschaftlichen Spielregeln.

„Ich gehe gerne und die Gedanken beginnen zu fließen über die Zusammenhänge in unserem Dasein, ich erkenne, dass alles mit allem zusammenhängt, der Teil und das Ganze, definiert durch das Wort UND, drei Buchstaben, in positiver und negativer Form, die auch durch die Art ihrer Aufstellung diesen Gedanken formulieren.“ Mit diesen Worten erklärt die Bildhauerin Gabriele Berger ihre Granitinstallation „UND“. Das Kunstwerk symbolisiert das Zusammenleben – ein Zusammenspiel und eine Wechselwirkung von Architektur und Stein, Stein und Landschaft, Landschaft und Kultur, Kultur und Menschen.

Die Installation besteht aus drei Granitobjekten, die zwei bis drei Meter hoch sind. Die einzelnen Buchstaben sind nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Erst bei genauerem Hinsehen wird das Wort als Ganzes wahrgenommen. Die drei Buchstaben unterscheiden sich in ihrer Ausfertigung: Während das N als ein klar ausgeschnittener Buchstabe zu erkennen ist, wurde ein anderer Stein in U-Form mit verlängertem Arm ausgehöhlt. Das D wird in einer Rundung vermutet, die die Landschaft einnimmt. „Die Formen der Buchstaben wurden eng gebohrt, der Abstand zwischen den Bohrlöchern weggefräst. Die Naturkruste blieb zum großen Teil bestehen“, erklärt Berger.

Die Installation ist ein Zusammenspiel von Stein und Landschaft sowie von Form und Kontur, die sich abwechseln und zugleich ineinander übergehen. Die größte Herausforderung bestand darin, „die Grenzen des Granits auszuloten, die Tiefe an manchen Stellen und das Voneinander-Lösen von positivem und negativem Teil“ sowie die Frage: „Löst die entstandene Skulptur Empfindungen, Gedanken aus und schafft sie Atmosphäre?“, fragt die Künstlerin.

 

Hier sehen Sie die Skulpturen der letzten Monate:

Skulptur des Monats Mai - Zylon von Ursula Rutishauser
Mai 2017: Die Skulptur „Zylon“ aus Marmor von Ursula Rutishauser. (Foto: Scuola di Scultura)
Skulptur des Monats April - Tim Bennett
April 2017: Die Triologie von Tim Bennett „Rose“, „Bouquet“ und „Marble“(Foto: Constanza Meléndez, 2016 / Galerie Jo van de Loo, München)
Skulptur-des-monats-märz-Das-Haus-vom-Nikolaus-Schmidt
März 2017: Die Skulptur fertigte Robert Schmidt-Matt aus rotem Schweinstäler Sandstein. (Foto: Thomas Brenner)
Skulptur-des-monats-februar-dancing-column-tony-cragg
Februar 2017: Die „Dancing Column“ aus Seeberger Sandstein von Tony Cragg. (Foto: Charles Duprat)
skulptur-des-monats-januar-oloid-sabine-rassow
Januar 2017: Das Oloid aus kretischem Marmor von Sabine Rassow. (Foto: Piet Freitag)
skulptur-des-monats-dezember-mops-steve-seguin
Dezember 2016: „Der Mops“ von Steve Seguin aus Udelfanger Sandstein. (Foto: Bernd Decker)
skulptur_des-monats-november-homme-alberto-giacometti
November 2016: „Homme“ aus weißem Marmor von Alberto Giacometti. (Foto: Foto: Kunstmuseum Basel / Martin P. Bühler)
skulptur-des-monats-oktober_eisbaer_peter_hecht
Oktober 2016: Der liegende Eisbär aus Carrara Marmor von Peter Hecht. (Foto: Peter Hecht)
skulptur-des-monats-September-traumsaat-emanuel-wagner
September 2016: Die Skulptur „Traumsaat“ aus grünlichem Diabas von Emanuel Wagner. (Foto: Steinmetz Hans Wagner KG)
Skulptur-des-Monats-August - in motion
August 2016: Die Schwingungen der Skulptur „Steinskúfa“ von Karin Reichmuth versetzen sie in Bewegung. (Foto: Þröstur Eggertsson)
skulptur-des-monats-juli
Juli 2016: „Nautilus“ aus Marmor von Ulrike Glaubitz. (Foto: Künstlerin)
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Juni 2016: „Hände“ aus Carrara Marmor von Sabine Harborth . (Foto: Künstlerin)
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Mai 2016: „Die Träumende“ von Florian Widmann aus Untersberger. (Foto: Birgit Rilk)
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April 2016: „Der goldene Schlüssel“ von Ralf Ehmann in Hanau. (Foto: Künstler)
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Januar 2016: „Sternenhimmel“, eine hängende Skulptur aus Carrara Marmor und Blattgold, von Riccardo Atta. (Foto: Künstler)