Freisprechungsfeier 2016 in Wunsiedel

Nach 3 Jahren intensiver Lehrzeit ist die Steinmetz-Ausbildung am Steinzentrum in Wunsiedel für 40 Auszubildende beendet. Im Zuge einer traditionellen Freisprechungsfeier werden die Lehrlinge von Vertretern des Europäischen Fortbildungszentrums (EFBZ) in die Gesellenpraxis entlassen. 

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Abschlussjahrgang 2016 der Steinmetz-Ausbildung am Steinzentrum Wunsiedel (Foto: EFBZ)

Bei der Freisprechungsfeier 2016 wurden 40 Auszubildende des Steinmetzhandwerks am Steinzentrum in Wunsiedel nach erfolgreicher Beendigung ihrer Abschlussprüfungen geehrt. Im Rahmen einer jahrtausende alten Tradition beorderte der Zeremonienmeister und Leiter des EFBZ Erwin Hornauer die angehenden Steinmetze und Steinbildhauer feierlich in den Gesellenstand. Bei der zunftgerechten Freisprechungsfeier erfahren die Lehrlinge symbolisch durch einen Schlag mit dem Richtscheit eine letzte Züchtigung ihres Meisters. Vor der endgültigen Entlassung muss jeder Geselle zwei schnelle und einen festen Probeschlag an einem Steinblock vorführen – diese spiegeln Eifer und Bedächtigkeit bei der Handwerksarbeit wider. Der Abschied der Lehrzeit endet mit der Übergabe der Gesellenbriefe und Zeugnisse. Dieser Ablauf ist das Ergebnis einer traditionsreichen Zunftgeschichte. Schon seit Jahrhunderten werden Steinmetz-Lehrlinge mit einem Eintrag in das Gesellenbuch der Zunft und der Übergabe des Gesellenbriefs vom Familienverband des Meisters freigesprochen.

Erwin Hornauer betonte während der Feierlichkeiten, wie wichtig eine kontinuierliche Weiterbildung für die jungen Gesellen sei. Zu diesem Zweck werde das Fortbildungszentrum auch zu einem Kompetenzzentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk ausgebaut. Nach der geplanten Fertigstellung des Neubaus Ende diesen Jahres können sich Steinmetze und Steinbildhauer an einer Erweiterung des Bildungsangebotes und Spezialkursen, wie beispielsweise der Steinbearbeitung mit modernster CNC-Technik, erfreuen.