Kampagne zur Ausbildung im Handwerk

Stein Magazin

Die Imagekampagne des Handwerks geht mit neuen Motiven an den Start. In der Kampagne werden die Vorteile einer handwerklichen Ausbildung anhand konkreter Beispiele aus dem Leben junger Handwerker veranschaulicht. In diesem Jahr hat es ein 23-jähriger Steinmetz auf über 60.000 Plakatwände geschafft.

Steinmetz Handwerkskammer Lübeck Integration
Früher Einstieg in die Berufswelt mit einem Handwerksberuf. (Foto: Handwerkskammer Lübeck)
Steinmetz Kampagne Overall Handwerk Werkstatt
Eigenverantwortung im Handwerksberuf. (Foto: Handwerkskammer Lübeck)
Handwerker Iran Deutschland Flüchtling Arbeit Handarbeit
Die Arbeit als Steinmetz ist fordernd und kreativ. (Foto: Handwerkskammer Lübeck)

Ziel der Imagekampagne des deutschen Handwerks ist es, die Aufmerksamkeit von beruflich unentschlossenen Jugendlichen zu gewinnen und sie zu ermutigen, eine Lehre im Handwerk anzustreben. Unter dem Motto „Ich hab was Besseres vor“ zeigen die neuen Motive, dass Jugendliche in handwerklichen Berufen viel erreichen können. Sie sind deutschlandweit auf Plakaten, Bussen und Online-Bannern zu sehen. Nach über sieben Jahren ist nun auch das Steinmetzhandwerk vertreten: Einer der abgebildeten Protagonisten ist der 23-jährige Benyamin Ahmadi, ein nach Deutschland immigrierter Iraner, der im Sinne der Familientradition eine Ausbildung zum Steinmetz absolvierte.

Auf mehr als 60.000 Plakatwänden wirbt der engagierte Lehrling für das Steinmetzhandwerk. Handwerkliche Berufe, so betont Stefan Wolf, Geschäftsführer des Natursteinwerks Rechtglaub-Wolf, seien ein idealer Weg, arbeitstüchtige Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine berufliche Perspektive zu geben. Für ihn sei Benyamin Ahmadi ein Paradebeispiel gelungener Integration: „Bei uns zählt nicht wo man herkommt. Sondern wo du hinwillst‘ hieß es einmal in einer Kampagne des deutschen Handwerks. Und das stimmt – für verschiedene Schulabgänger genauso wie für andere Länder. Handwerk ist interkulturell und konfessionslos. Hier zählen nur der Wille und das Können. Und beides hat Herr Ahmadi mitgebracht – und den Steinmetz im Herzen! Er ist das beste Beispiel für funktionierende Integration und es freut uns sehr, dass er das deutsche Handwerk repräsentieren darf!“

Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, weist darauf hin, wie wichtig es ist, junge Menschen dafür zu sensibilisieren, sich mit dem Handwerksberuf und den vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Die Lebensläufe der abgebildeten Handwerker sowie Hintergrundinformationen und Videos zur Kampagne finden Sie auf der Webseite der Lübecker Handwerkskammer oder auf der Webseite von „Das Handwerk“.

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Das fliegende Auge

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Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector

In unsere neuen STEIN-Serie „Chancen nutzen“ teilen wir unser Wissen über Vorgehensweisen, die Unternehmen nutzen können, um langfristig erfolgreich zu sein. In der ersten Folge dreht sich alles um den Blick von oben. Drohnen ermöglichen Inspektionen, Aufmaße und Dokumentationen von Steinbrüchen oder Fassaden.

Unbemannte Fluggeräte, englisch Unmanned Aircraft Systems oder Unmanned Area Vehicles (UAS, UAV), populär meist „Drohnen“ oder „Multicopterd“ genannt, werden inzwischen in zahlreichen Bereichen des Bauens, Sanierens und Erhaltens von Baubestand eingesetzt. Mit einer visuellen Digital- oder Wärmebildkamera oder einem 3-D-Laserscanner ausgestattet, können ferngesteuerte Drohnen Steinbrüche, Fassaden oder Dachflächen inspizieren oder geometrisch erfassen, Schäden lokalisieren und dokumentieren, Energieverluste aufdecken und vieles mehr.

Sollen Bau-, Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen erfolgreich sein, müssen sie sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Aktuelle und verlässliche Bestandsdaten sind die wichtigste Grundlage einer umsichtigen Planung. Terrestrische Aufmaßverfahren wie die Tachymetrie, das Laserscanning oder die Fotogrammetrie erfassen nur jene Bereiche, die vom Boden oder von der umgebenden Bebauung aus zugänglich und sichtbar sind. Dachflächen und andere unzugängliche Bereiche der Gebäudefassade lassen sich geometrisch und fotografisch nicht oder nur unzureichend erfassen.

Drohnen können über die luftbildgestützte Fotogrammetrie oder 3-D-Laserscanner Bauwerke und andere Objekte lückenlos geometrisch vermessen und werden deshalb manchmal auch parallel eingesetzt: Aus perspektivisch entzerrten Luftbildern lassen sich zentimetergenaue und maßstabsgerechte Dachaufsichten oder Fassadenansichten erstellen. Werden die Luftbilder fotogrammetrisch ausgewertet, lassen sich daraus 2-D-Pläne oder dreidimensionale Modelle der Gebäudehülle erstellen. Diese können als Grundlage für Planungen, Kostenberechnungen, Ausschreibungen oder Visualisierungen verwendet werden.

Mit speziellen 3-D-Laserscannern ausgestattete Drohnen, können das Umfeld rasterförmig in Sekundenschnelle abtasten und dabei Millionen von 3-D-Messpunkten, sogenannte „Punktwolken“ erzeugen. Dabei speichern sie die Geometriedaten aller umgebenden Objekte als räumliche Koordinatenwerte ab. Eine integrierte Digitalkamera erzeugt zusätzlich 360-Grad-Fotopanoramen und erfasst Gebäudehüllen nahezu lückenlos. Messdrohnen sind auch in der Lage, von Halden, Kies- und Schottergruben, Deponien oder Steinbrüchen zunächst Orthogonalfotos oder 3-D-Laserscans und daraus 2-D-Lagepläne, 3-D-Geländemodelle, Massen und Volumen zu generieren, ohne dabei den laufenden Betrieb zu stören oder Personen zu gefährden.

Lesen Sie mehr in der STEIN 8/2020.

Im Gespräch statt im Gerede

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Gestorben wird immer. Aber nicht mehr genug, schreibt Henning Sußebach am 3. November in der Wochenzeitung »Die Zeit«. Er kommt dann zu dem Schluss, dass viele Bürger ihre Asche lieber verstreuen, als ein Grab zu kaufen. Sußebach formuliert ein Problem, mit dem sich auch das Steinmetzhandwerk auseinandersetzen muss: Sogar Friedhöfe können sterben. Zum Leben brauchen sie Tote. Die werden aber auf den herkömmlichen Friedhöfen immer weniger. Sie haben Konkurrenz bekommen. Die Menschen in einer »Multioptionsgesellschaft« möchten sich nicht mehr dem schematischen Schachbrettmuster der Friedhöfe fügen. Friedhöfe sind heute nur eine Option unter ganz verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten.

Die Folgen sind klar: kein Friedhof, kein Grab, kein Stein. Das Steinmetzhandwerk ist gefordert. Grabzeichen können mit dazu beitragen, Friedhöfe am Leben zu halten. Allerdings: Diese Zeichen müssen einen Sinn, eine Botschaft, einen Wert für die Hinterbliebenen haben. »Blut indischer Kinder haftet an deutschen Grabsteinen« oder »Grabsteine aus Kinderarbeit stehen auf deutschen Friedhöfen«. Meldungen wie diese bringen die Zeichen am Grab ins Gerede. »Kinderarbeit bei Grabsteinen wieder erlaubt« stand am 16. Oktober in der Tageszeitung »Nürnberger Nachrichten«: In einem Urteil hatte das Bundesverwaltungsgericht die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Die Stadt wollte sicherstellen, dass auf den städtischen Friedhöfen keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Ein Steinmetz klagte. Er gewann! Nur was? Wer soll überprüfen, unter welchen Bedingungen die Steine entstehen, fragten die Richter. Eine Zertifizierung mit verbindlichen Maßstäben muss her. Juristisch ist es nicht zu beanstanden.

Allerdings: Viele der Zertifikate zu sozialen oder ökologischen Standards sind in Bereichen kaum den Kleber wert, mit dem sie auf ein Produkt gepappt werden. Es liegt jetzt an jedem Handwerker selbst, welche Grabzeichen er anbietet und mit welchen Steinen er arbeitet. Das Produkt Grabstein ist wieder einmal im Gerede, statt im Gespräch zu sein. Das ist ärgerlich.

Willy Hafner’s Betreff aus STEIN im Dezember 2013.

Bild: Aeternitas e.V.