GKZ bietet Fachexkursion “Steinkulturerbe Ostfrankreich” an


Stein Magazin
mit aktuellen Forschungsergebnissen zu Rotsandsteinen. Foto: Pixabay/Macyvi CC0

Fachexkursion mit Bruch- und Betriebsbesichtigungen

Das Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. veranstaltet vom 28. April bis 4. Mai 2019 eine Steinreise nach Frankreich. Es geht um Abbau, Verarbeitung und Baukultur regionaler Natursteine.

Die Fachexkursion des GKZ richtet sich an Interessierte aus den Branchen Natursteingewinnung, -verarbeitung, Handwerk, Denkmal, Restaurierung und Fachplanung. Vom 28. April bis 4. Mai 2019 geht es nach Ostfrankreich, zu den Natursteinvorkommen in den Regionen Straßburg, den Nord- und Südvogesen, Colmar, Beaune und Dijon. – Neben Sandstein in vielfältigen Farbvariationen auch Granit und Kalkstein.

Die Teilnehmer besichtigen Steinbrüche, Verarbeitungswerke und erhalten Einblicke in regionale Baukultur und Denkmalpflege. Neben Fachführungen gibt es auch immer wieder Möglichkeiten für Fachdiskussion und Austausch. Die Exkursion ist als Betriebsausgabe und Weiterbildungmaßnahme anerkannt.

Ein Auszug aus dem Programm:

1. Tag:
– Abfahrt von Straßburg nach Bust – Firma Schneider Sandsteinbruch/ Werk Carrièe Ld Hinterwald
(Besichtigung des Werkes und der Verarbeitung von rotem/weißem und rot-weiß geflecktem Stein)

– Weiterfahrt nach Rothbach – Carrieres Loegel Werk, Route de Lichtenberg
(
Besichtigung des Sandsteinbruchs und des Abbaus mit Wasserstrahltechnik)

2. Tag:
– Abfahrt von Straßburg nach Plaine zum Bruch Carrières de grès de Champenay
(
Besichtigung des Sandsteinwerks und des Bruchs, Abbau von polierfähigem Sandstein)
– Weiterfahrt nach Senones (Granit de Senones)
– Weiterfahrt nach La Bresse
(Besichtigung des Verarbeitungswerkes der Firma Petitjean, das als größtes und modernstes Werk in Ostfrankreich gilt)

3. Tag:
– Stadtführung und Besuch des Maison du Vin in Beaune
(gemeinsames Picknick in einem Weinberg mit Besichtigung der Steinkultur-Landschaft: Mauern, Gebäude, Wege)
– Fachführung Restaurierung/ Denkmalpflege sowie Verwendung von regionalem Naturstein im Stadtbild Dijon

Das vollständige Programm und die Anmeldung finden Interessierte hier. Die Anmeldung muss bis 26. März 2019 erfolgen. Die Reise kostet 975,00 Euro (bei Übernachtung im Doppelzimmer mit Frühstück).

In den vergangenen Jahren führten die Fachexkursionen des GKZ unter anderem nach Italien, Portugal, Schweden, Österreich, Italien, Tschechien und Polen. Organisatorin Hilke Domsch: “Frankreich war da inzwischen ein Muss! Unterstützend kam der Kontakt zu einem Frankreich-Stein-Kenner zustande: Herr Bischof vom Badischen-Naturstein-Kontor ist vor allem im Granit zu Hause, kennt darüber hinaus aber die Stein-Szene in Frankreich sehr gut.”

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Das fliegende Auge

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Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector

In unsere neuen STEIN-Serie „Chancen nutzen“ teilen wir unser Wissen über Vorgehensweisen, die Unternehmen nutzen können, um langfristig erfolgreich zu sein. In der ersten Folge dreht sich alles um den Blick von oben. Drohnen ermöglichen Inspektionen, Aufmaße und Dokumentationen von Steinbrüchen oder Fassaden.

Unbemannte Fluggeräte, englisch Unmanned Aircraft Systems oder Unmanned Area Vehicles (UAS, UAV), populär meist „Drohnen“ oder „Multicopterd“ genannt, werden inzwischen in zahlreichen Bereichen des Bauens, Sanierens und Erhaltens von Baubestand eingesetzt. Mit einer visuellen Digital- oder Wärmebildkamera oder einem 3-D-Laserscanner ausgestattet, können ferngesteuerte Drohnen Steinbrüche, Fassaden oder Dachflächen inspizieren oder geometrisch erfassen, Schäden lokalisieren und dokumentieren, Energieverluste aufdecken und vieles mehr.

Sollen Bau-, Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen erfolgreich sein, müssen sie sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Aktuelle und verlässliche Bestandsdaten sind die wichtigste Grundlage einer umsichtigen Planung. Terrestrische Aufmaßverfahren wie die Tachymetrie, das Laserscanning oder die Fotogrammetrie erfassen nur jene Bereiche, die vom Boden oder von der umgebenden Bebauung aus zugänglich und sichtbar sind. Dachflächen und andere unzugängliche Bereiche der Gebäudefassade lassen sich geometrisch und fotografisch nicht oder nur unzureichend erfassen.

Drohnen können über die luftbildgestützte Fotogrammetrie oder 3-D-Laserscanner Bauwerke und andere Objekte lückenlos geometrisch vermessen und werden deshalb manchmal auch parallel eingesetzt: Aus perspektivisch entzerrten Luftbildern lassen sich zentimetergenaue und maßstabsgerechte Dachaufsichten oder Fassadenansichten erstellen. Werden die Luftbilder fotogrammetrisch ausgewertet, lassen sich daraus 2-D-Pläne oder dreidimensionale Modelle der Gebäudehülle erstellen. Diese können als Grundlage für Planungen, Kostenberechnungen, Ausschreibungen oder Visualisierungen verwendet werden.

Mit speziellen 3-D-Laserscannern ausgestattete Drohnen, können das Umfeld rasterförmig in Sekundenschnelle abtasten und dabei Millionen von 3-D-Messpunkten, sogenannte „Punktwolken“ erzeugen. Dabei speichern sie die Geometriedaten aller umgebenden Objekte als räumliche Koordinatenwerte ab. Eine integrierte Digitalkamera erzeugt zusätzlich 360-Grad-Fotopanoramen und erfasst Gebäudehüllen nahezu lückenlos. Messdrohnen sind auch in der Lage, von Halden, Kies- und Schottergruben, Deponien oder Steinbrüchen zunächst Orthogonalfotos oder 3-D-Laserscans und daraus 2-D-Lagepläne, 3-D-Geländemodelle, Massen und Volumen zu generieren, ohne dabei den laufenden Betrieb zu stören oder Personen zu gefährden.

Lesen Sie mehr in der STEIN 8/2020.

Im Gespräch statt im Gerede

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Gestorben wird immer. Aber nicht mehr genug, schreibt Henning Sußebach am 3. November in der Wochenzeitung »Die Zeit«. Er kommt dann zu dem Schluss, dass viele Bürger ihre Asche lieber verstreuen, als ein Grab zu kaufen. Sußebach formuliert ein Problem, mit dem sich auch das Steinmetzhandwerk auseinandersetzen muss: Sogar Friedhöfe können sterben. Zum Leben brauchen sie Tote. Die werden aber auf den herkömmlichen Friedhöfen immer weniger. Sie haben Konkurrenz bekommen. Die Menschen in einer »Multioptionsgesellschaft« möchten sich nicht mehr dem schematischen Schachbrettmuster der Friedhöfe fügen. Friedhöfe sind heute nur eine Option unter ganz verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten.

Die Folgen sind klar: kein Friedhof, kein Grab, kein Stein. Das Steinmetzhandwerk ist gefordert. Grabzeichen können mit dazu beitragen, Friedhöfe am Leben zu halten. Allerdings: Diese Zeichen müssen einen Sinn, eine Botschaft, einen Wert für die Hinterbliebenen haben. »Blut indischer Kinder haftet an deutschen Grabsteinen« oder »Grabsteine aus Kinderarbeit stehen auf deutschen Friedhöfen«. Meldungen wie diese bringen die Zeichen am Grab ins Gerede. »Kinderarbeit bei Grabsteinen wieder erlaubt« stand am 16. Oktober in der Tageszeitung »Nürnberger Nachrichten«: In einem Urteil hatte das Bundesverwaltungsgericht die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Die Stadt wollte sicherstellen, dass auf den städtischen Friedhöfen keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Ein Steinmetz klagte. Er gewann! Nur was? Wer soll überprüfen, unter welchen Bedingungen die Steine entstehen, fragten die Richter. Eine Zertifizierung mit verbindlichen Maßstäben muss her. Juristisch ist es nicht zu beanstanden.

Allerdings: Viele der Zertifikate zu sozialen oder ökologischen Standards sind in Bereichen kaum den Kleber wert, mit dem sie auf ein Produkt gepappt werden. Es liegt jetzt an jedem Handwerker selbst, welche Grabzeichen er anbietet und mit welchen Steinen er arbeitet. Das Produkt Grabstein ist wieder einmal im Gerede, statt im Gespräch zu sein. Das ist ärgerlich.

Willy Hafner’s Betreff aus STEIN im Dezember 2013.

Bild: Aeternitas e.V.