Große Flächen – Der Stein im April 2024

Stein Magazin
Titelbild: Besco/Achim Birnbaum
Titelbild: Besco/Achim Birnbaum

In STEIN 4/24 stellen wir mit der Calwer Passage ein grünes Leuchtturmprojekt aus Stuttgart vor. Die denkmalgeschützte Passage mit ihren großzügigen Granitflächen ist der neue „place to be“ der Stadt. Außerdem zeigen wir ein Theater in London, das im Inneren mit Marmor-Glas-Laminat-Paneele zum Leuchten gebracht wird und werfen schon einmal einen Blick nach Wien, wo die Deutsche Botschaft mit Krastaler Marmor ihre ganz eigenen Akzente setzt.

Gehören Sie auch zu den Boomern? Das sind laut Definition jene Menschen, die zwischen den Jahren 1955 und 1969 geboren sind. Mutmaßlich sollen sie ja besonders entschlossen, willensstark, ehrgeizig und diszipliniert sein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts werden bis 2036 knapp 13 Millionen dieser fleißigen Arbeitnehmer in den Ruhestand gehen

Eine demografische Entwicklung, die die deutsche Wirtschaft vor große Herausforderungen stellt, nicht nur in Bezug auf die Fachkräftesicherung, sondern auch bei der Suche nach Betriebsnachfolger*innen für Handwerksbetriebe. Das Nachfolge-Monitoring Mittelstand der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) spricht von jährlich 125.000 Betriebsübergaben allein bis Ende 2027.

 

Aber haben die Jungen überhaupt das Zeug dazu, die Boomer zu ersetzen? Sagt man den nachfolgenden Generationen doch gerne nach, dass Sie mehr an Freizeit als an Leistung orientiert sind. Entscheidend für eine gelungene Übergabe ist, wie so oft im Leben, ein gehöriger Schuss an Vertrauen in die Zukunft und ein gutes Maß an Vorschusslorbeeren. Die alten Unternehmer sollten ihren jungen Nachfolgern etwas zutrauen und ihnen Zeit geben, in ihre Aufgaben hineinzuwachsen. Lesen Sie, wie gute Übergaben von Steinmetzunternehmen funktionieren ab Seite 44.

Dass gut Ding oft einfach nur Weile braucht, das zeigt die Entstehungsgeschichte des @sohoplace-Theaters in London. Über zwölf Jahre haben der britische Stararchitekt Simon Allford, mit dem britischen Baugiganten Derwent und der Londoner Theaterproduzentin Nica Burns an diesem Projekt gearbeitet. Herausgekommen ist ein Theater, in dem man sich fühlt wie unter einem Sternenhimmel. Lesen Sie mehr dazu ab Seite 12.

Noch viel länger, nämlich 20 Jahre, hat es gedauert, bis der Aufgang zum Schloss Heidecksburg im thüringischen Rudolstadt endlich wieder begehbar wurde. Mit 39 Tonnen Seeberger Sandstein ist die Treppenanlage jetzt wieder ein würdiger Aufstieg. Lesen Sie mehr ab Seite 24.

Viel Spaß bei der Lektüre von STEIN wünscht Ihnen

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In unserer März-Ausgabe beschäftigen wir uns mit anspruchsvollen Badgestaltungen, sei es aus Marmor oder Quarzit. Lesen Sie hier mehr dazu. 

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Negro Marquina

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der auf die enthaltenen organischen Kohlenstoffverbindungen zurückzuführen ist
der auf die

Petrologie, auch Steinkunde, ist die Lehre von der Entstehung, den Eigenschaften und der Nutzung der Gesteine. In unserer Online-Serie stellen wir Steinsorten und ihr Vorkommen vor: Diesmal Negro Marquina.

Der tiefschwarzer Grundfarbton des Negro Marquina, der auf die enthaltenen organischen Kohlenstoffverbindungen zurückzuführen ist, kommt am besten bei polierten Oberflächen zur Geltung. Foto: Abraxas Stone Experts/Giesen

Um es vorwegzusagen: Nero Marquina ist kein Marmor, sondern ein Kalkstein. Dennoch wird dieser Stein immer wieder in Prospektunterlagen als Marmor bezeichnet. Und das nicht nur bei Lieferanten, die aus Übersee stammen, sondern, auch bei Lieferanten deren nationale Normungsinstitute der CEN-Geschäftsordnung unterliegen.

In EN 12440 „Naturstein – Kriterien für die Bezeichnung“ lautet die Forderung für die Bezeichnung der jeweiligen petrografischen Familie gemäß Ziffer 3.2.: „Wissenschaftliche Bezeichnung des Gesteins, die aus der petrographischen Untersuchung nach EN 12407 und EN 12670 erhalten wird.“ Um ein Gestein als Marmor bezeichnen zu können, ist es notwendig, dass bei diesem Gestein eine metamorphe Umwandlung stattgefunden hat. Diese ist beim Negro Marquina nicht erfolgt.

Der Stein hat sich im Brackwasserbereich gebildet. Hier entstand durch den geringen Sauerstoffgehalt und abgestorbene Pflanzen und Tiere, die nicht sofort verwesten, Faulschlamm. Seine Herkunft kann man bei der Bearbeitung auch heute noch feststellen, denn derartige Gesteine werden nicht umsonst als Stinkkalke bezeichnet. Aber keine Angst: Im fertig eingebauten Zustand gehen von diesem Stein keinerlei Geruchsbelästigungen aus.

Lesen Sie mehr in der STEIN 2/2021.

Die Problemlöser aus Diamant

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Jeder Anwender hat eigene Kriterien und Ansprüche an ein Werkzeug. Vor allem keramische Werkstoffe sind für viele Steinverarbeiter eine große Herausforderung. Herkömmliche Diamantwerkzeuge für Naturstein sind für die spröden Materialien ungeeignet. Inzwischen bieten Werkzeughersteller “Diamant”-Lösungen, die die empfindlichen Platten sicher bearbeiten.

Mit Dekton von Cosentino ist ein besonders anspruchsvoller Werkstoff hinzugekommen. Er ist hart und unnachgiebig gegenüber Verarbeitungsfehlern, so das einhellige Urteil der Anwender. Der anfänglichen Ratlosigkeit ist die Erkenntnis gewichen: Das gesinterte Material lässt sich nicht nur profilieren, sondern auch sicher schneiden, wenn man die Vorgaben der Werkzeughersteller akribisch beachtet.

Welcher Hersteller hierbei die Nase vorne hat, wird in der Steinmetzbranche eifrig diskutiert. Das optimale Schneidergebnis hängt neben der geeigneten Abstimmung von Bindung und Körnung auch von der Disziplin der Anwender ab. Regelmäßig anschärfen ist Pflicht, viel Kühlwasser und eine hohe Drehzahl ebenso. Doch nicht nur die Werkstoffeigenschaften fordern die Werkzeughersteller; oft sind es auch die Anwender selbst, die die Möglichkeiten von Maschine und Werkzeug voll ausreizen. Kurvenschnitte zum Beispiel; Gebogene Schnitte mit dem Sägeblatt auszuführen stresst Blattkerne und Segmente. Trennscheiben für Firmen, die Blätter nicht jedesmal extra umspannen wollen, besitzen daher gelaserte Segmente und einen verstärkten Kern.

Bei König hat man auf den Ruf nach mehr Tempo mit den sogenannten UHS-Werkzeugen reagiert. Das Akronym steht für Ultra High Speed. Wie sich das in der Praxis auswirkt, erklärt König-Produktmanager Stefan Nichter: Waren bei drei Zentimeter starkem Granit früher 200 bis 300 Millimeter Vorschub in der Minute mit dem Fingerfräser üblich, erreichen die UHS-Fräser 400-500 Millimeter. Besonders deutlich werden laut Nichter die Fortschritte in der Werkzeugherstellung bei den Parametern für Kunststein. Erreichte ein Fingerfräser im zwei Zentimeter starken Engineered Stone früher 300 bis 350, leisten die UHS-Werkzeuge bis zu 600 Millimetern in der Minute. Wie fordernd dagegen Keramik ist, zeigen die derzeit empfohlenen Werte von 150 bis 250 Millimetern in der Minute.

Lesen Sie mehr zum Thema “Empfindliche Werkstoffe sägen”mit vielen Beispielen aus der Praxis in STEIN im März 2015.