Im florierenden Markt mitmischen

Stein Magazin
Immenstaad / Bodensee
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Mobiliar für Garten und Terrasse ist für Steinmetze mit Zugriff auf CNC-Bearbeitungszentren ein Markt, auf dem sie mit ausgefallenen Kreationen neue Kunden erobern können.

Erstmals auf der internationalen Möbelmesse in Köln 2018 vorgestelltes Naturstein-Außenmöbel der besonderen Art: Für die Draenert Art Edition hat sich Möbelhersteller Draenert zum 50. Firmenjubiläum von Hadi Teherani diese Marmor-Chaiselongue entwerfen lassen. Foto: Draenert GmbH, Immenstaad / Bodensee

Investitionen in moderne CNC-Technik rechnen sich. Selbst aufwendig designte Möbel und weitere Werkstücke lassen sich so wirtschaftlich und präzise fertigen. Steuerungstechnik, Antriebe und Software der neuesten Generation sorgen für nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Derartig ausgestattete CNC-Bearbeitungszentren bieten Steinverarbeitern höchste Flexibilität beim Fräsen etwa von 3-D-Konturen. Der Möbelbau generell bietet sich hier als Absatzmarkt an, besonders boomt aber derzeit der Garten- und Landschaftsbau, an dem Steinmetze nicht nur mit Bodenfliesen, sondern auch mit maschinell und handwerklich gefertigten Außenmöbeln lukrativ partizipieren können.

Schon in der Vor-Corona-Zeit lagen der eigene Garten und seine dekorative Gestaltung im Trend. Die mit dem Virus einhergehenden Reise- und Kontaktbeschränkungen haben die Sehnsucht nach dem eigenen Garten noch gesteigert. Poolbauer verzeichneten im vergangenen Jahr ebenso volle Auftragsbücher wie Garten- und Landschaftsbauer. Und es ist nicht absehbar, dass sich dies in 2021 ändern wird. Davon profitieren auch Anbieter von Outdoor-Küchen, Gartenmöbeln und Feuertischen sowie weiteren, meist gasbetriebenen Flammenspielen für das Außengelände. Schließlich vermittelt Feuer Wärme, Sicherheit sowie Geborgenheit und passt daher bestens zur „Corcooning“-Zeit (Modewort zum Cocooning in Zeiten von Corona). Sowohl für Steinmetzbetriebe, die sich auf die Verarbeitung dünner Stein- und Keramikplatten spezialisiert haben, als auch für jene, die ihre Maschinen im Hinblick auf die Produktion von Massivarbeiten ausgewählt haben, kann dies ein interessantes neues Geschäftsfeld bedeuten.

Lesen Sie in der STEIN 3/2021, wie ausgewählte Betriebe diese Herausforderung anpacken und mit welchen Maschinen.

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Ein umfangreiches Fortbildungsangebot bietet die Firma Sopro Bauchemie aus Wiesbaden auch in der zweiten Hälfte des Jahres. Neben Präsenzterminen gibt es ein vielfältiges Online-Angebot.

Die Sopro Profiakademie bietet auch in der zweiten Jahreshälfte verschiedene Seminare und Workshops für die Bereiche Handel und Handwerk. Aufgrund der derzeitigen Situation ist es nun möglich, an fast allen Aus- und Weiterbildungskursen online teilzunehmen. Die weiterhin stattfindenden Präsenzveranstaltungen sind mit angepassten Teilnehmerzahlen geplant. Auf aktuell geltende Abstands- und Hygieneregeln wird geachtet.

Ein Präsenztermin ist das Naturstein-Expertenseminar in Hinterbichl in Österreich vom 26. bis 28. August 2020. In diesem Seminar werden die Natursteine Dorfergrün und Tauerngrün aus dem Steinbruch in Hinterbichl präsentiert sowie Tipps zur Be- und Verarbeitung besprochen. Ein weiteres Naturstein-Expertenseminar führt alle Teilnehmer Mitte Oktober ins Altmühltal nach Oberbayern. Hier werden Eigenschaften, Verwendung und Verarbeitung des Natursteins Jurakalk vermittelt sowie der führenden Steinbruch- und Verarbeitungsbetrieb Franken-Schotter vorgestellt. Weitere Präsenzveranstaltungen bietet die Profiakademie für den Fliesenfachhandel an unterschiedlichen Standorten.

Die Veranstaltungen zum Sopro Smart-System, zur Fugentechnik und zum barrierefreien Badezimmer sind als Präsenztermin sowie als Online-Termin buchbar. Der Profi-Tag wird in diesem Jahr ausschließlich online stattfinden. In einer dreistündigen Sopro O-Live Show präsentieren Experten und Systempartner im Wechsel von Vorträgen und Live-Vorführungen drei Themen. Fragen und Anregungen können dank einer Chatfunktion live besprochen werden. Weiterhin bietet Sopro die interaktiven Web-Seminare mit Informationen zum „Das 4×4 der Bauchemie“ an.

Das vollständige Programm sowie alle Informationen zur Teilnahme finden Sie auf www.sopro.com und www.sopro-profiakademie.com

Im Gespräch statt im Gerede

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Gestorben wird immer. Aber nicht mehr genug, schreibt Henning Sußebach am 3. November in der Wochenzeitung »Die Zeit«. Er kommt dann zu dem Schluss, dass viele Bürger ihre Asche lieber verstreuen, als ein Grab zu kaufen. Sußebach formuliert ein Problem, mit dem sich auch das Steinmetzhandwerk auseinandersetzen muss: Sogar Friedhöfe können sterben. Zum Leben brauchen sie Tote. Die werden aber auf den herkömmlichen Friedhöfen immer weniger. Sie haben Konkurrenz bekommen. Die Menschen in einer »Multioptionsgesellschaft« möchten sich nicht mehr dem schematischen Schachbrettmuster der Friedhöfe fügen. Friedhöfe sind heute nur eine Option unter ganz verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten.

Die Folgen sind klar: kein Friedhof, kein Grab, kein Stein. Das Steinmetzhandwerk ist gefordert. Grabzeichen können mit dazu beitragen, Friedhöfe am Leben zu halten. Allerdings: Diese Zeichen müssen einen Sinn, eine Botschaft, einen Wert für die Hinterbliebenen haben. »Blut indischer Kinder haftet an deutschen Grabsteinen« oder »Grabsteine aus Kinderarbeit stehen auf deutschen Friedhöfen«. Meldungen wie diese bringen die Zeichen am Grab ins Gerede. »Kinderarbeit bei Grabsteinen wieder erlaubt« stand am 16. Oktober in der Tageszeitung »Nürnberger Nachrichten«: In einem Urteil hatte das Bundesverwaltungsgericht die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Die Stadt wollte sicherstellen, dass auf den städtischen Friedhöfen keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Ein Steinmetz klagte. Er gewann! Nur was? Wer soll überprüfen, unter welchen Bedingungen die Steine entstehen, fragten die Richter. Eine Zertifizierung mit verbindlichen Maßstäben muss her. Juristisch ist es nicht zu beanstanden.

Allerdings: Viele der Zertifikate zu sozialen oder ökologischen Standards sind in Bereichen kaum den Kleber wert, mit dem sie auf ein Produkt gepappt werden. Es liegt jetzt an jedem Handwerker selbst, welche Grabzeichen er anbietet und mit welchen Steinen er arbeitet. Das Produkt Grabstein ist wieder einmal im Gerede, statt im Gespräch zu sein. Das ist ärgerlich.

Willy Hafner’s Betreff aus STEIN im Dezember 2013.

Bild: Aeternitas e.V.