Schulinterne Wettbewerbe 2020 im Zeichen der Maske

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Das dachten sich die Verantwortlichen am städtischen Berufsschulzentrum für das Bau- und Kunsthandwerk an der Münchner Luisenstraße offensichtlich auch und kürten trotz der Pandemie ihre Sieger und Belobigten in den schulinternen Wettbewerben der Kunsthandwerker.

So fand bereits am 9. Dezember 2020, dem letzten Tag vor dem Wechsel in den Distanzunterricht, die Preisverleihung der schulinternen Wettbewerbe „Holzsteingold“ der städtischen Berufsfachschule für das Holzbildhauerhandwerk und der städtischen Meisterschulen für das Holzbildhauerhandwerk, für das Gold- und Silberschmiedehandwerk und für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Folglich blieb der Steinsaal als der etablierte Ort der Feierlichkeiten leer, es gab keine Ausstellung, und die dazugehörige Feier musste abgesagt werden. Schulleiter Robert Predasch freute sich dennoch, dass immerhin die Wettbewerbe regulär durchgeführt werden konnten und dass die Feier nachgeholt werden wird. Die vorgezogene Preisverleihung sah er als ein „ordentliches Ende“ des Wettbewerbs und verwies auf dieselbe Unterstützung wie in den vorigen Jahren.

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So konnte sich trotz allem jeweils ein Preisträger aus den Klassen der Goldschmiede, Holzbildhauer und Steinmetz- / Steinbildhauer über ein Preisgeld von 1.200 Euro freuen. Von den insgesamt 8.400 Euro Preisgeldern kamen 8.000 Euro von der Danner’schen Kunstgewerbestiftung, weitere 400 Euro wurden von den Fördervereinen der Goldschmiede, Holzbildhauer und Steinmetze beigesteuert.

Die Preisträger

In der Meisterklasse im ersten Jahr der Münchner Meisterschule für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk lautete das Thema „Geknickt – Gefaltet – Gestaltet“, was das Gestalten eines einfachen Objekts mit einer Funktion bedeutete. Für ihre Arbeiten nominiert wurden Philip Schießl, Vasileios Siaravas und Paul Neumeier, welcher auch den Preis erhielt. Seine Arbeit, die an einen leicht ramponierten Versandkarton erinnert und in dem eine Flamme lodert, ist laut Jury „eine ökologische Hommage und zugleich laute Kritik.“ Sie lenkt den Blick auf die Wiederverwertung von Altpapier und regt zum Nachdenken an. Paul Neumeier ergänzte: „Die Flamme symbolisiert den nicht verwerteten Anteil.”

In der Meisterklasse des zweiten Jahrs wurden Johannes Reichenberger, Lukas Kapprell sowie Felix Seefried für ihre Beiträge zum Thema „Kultautos in Naturstein“ nominiert. Johannes Seidl wurde der Preis für seine Interpretation eines 1970er Dodge Charger R/T, bekannt aus der Filmreihe „Fast & Furious“, verliehen. Die Laudatio betonte die Präzision in der Bearbeitung des Objekts und lobte die hervorragende Gestaltung der Oberfläche und der Details. „Wahnsinn“, freute sich Seidl und fuhr fort: „Ich kenne die Filme in- und auswendig.“ Irgendwann möchte er solch ein Musclecar ebenfalls besitzen, wenn möglich in Originalgröße. Seidl erwähnte abschließend, dass er den Wettbewerb für eine sehr gute Vorbereitung auf das Meisterstück hält.