Küchenutensilien aus exklusivem Larvikit

Stein Magazin

Der norwegische Natursteinhersteller Lundhs präsentiert seine erste Accessoires-Kollektion. Unter dem Titel „Essence“ hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem britisch-norwegischen Designerduo Jenkins & Uhnger eine limitierte Serie von Küchenaccessoires entwickelt.

Lundhs ist ein traditionsreiches Familienunternehmen und mittlerweile Norwegens führender Natursteinexporteur, der sich auf Larvikit spezialisiert hat. Hinter dem Handelsnamen Larvikit verbirgt sich ein Anorthoklas-Syenit mit kleinen mineralischen Anteilen wie Glimmer, Augit und Hornblende, die ein bewegtes Farbspiel in die Steinoberfläche bringen. Larvikit erscheint meistens in Blautönen, kann aber auch andere Farbstellungen von Lila bis hin zu Braun aufweisen. Der Stein kommt ausschließlich in Südnorwegen vor und wird exklusiv von Lundhs in der Nähe der namensgebenden Stadt Larvik abgebaut. Neben den hochwertigen Küchenarbeitsplatten und Bodenbelägen aus Larvikit fertigt das Unternehmen nun auch exklusive Accessoires. „Für uns bei Lundhs ist es sehr wichtig, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Naturstein zu zeigen.“ so Hege Lundh, Leiterin der Marketingabteilung.

Essence by Jenkins and Uhnger
Die Kollektion „Essence “ verbindet Naturstein und Holz zu einer stimmigen Kollektion
Bild: Lundhs
Essence by Jenkins and Uhnger
Das schlichte Design macht die Objekte zu universellen Helfern – nicht nur in der Küche.
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Larvikit kommt hauptsächlich in Blauschattierungen vor…
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… aber auch lilafarbene Einsprengsel im Larvikit sind möglich

Die Kollektion besteht aus drei Schneidebrettern, zwei Vasen, drei Tabletts, drei Schalen sowie einem Mörser mit Stößel. Lundhs kombiniert dabei seinen Larvikit in den Farbgebungen Emerald, Royal, Blue und Antique mit Eichenholz und Messing. Schlichte, geschwungene Formen betonen das natürliche Farbspiel des Steins und gewährleisten dennoch die Funktionalität der Küchenhelfer. Die Objekte werden in Skandinavien von Hand gefertigt. „Uns gefällt die Art und Weise, wie die Materialien sich gegenseitig ergänzen und miteinander interagieren.“ Erläutern die beiden Möbeldesigner Thomas Jenkins und Sverre Uhnger. „Unser Ziel ist es stets, Formen und Funktionen zu schaffen, die die Ästhetik eines Materials unterstreichen.“

Die Accessoires sind über den Onlineshop der Firma Lundhs zu beziehen: shop.lundhsrealstone.de

Was auf der Reise vom Steinbruch in Süd-Norwegen bis zum Verarbeiter in Deutschland mit dem Naturstein passiert, schildert die Reportage in der Juni-Ausgabe des STEIN Magazins: STEIN Magazin 06/2019

 

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Steinbrüche im Fokus

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Es sind die wichtigsten Motive seiner Karriere: Altmühltaler Natursteinbrüche. Über viele Jahre hat der Eichstätter Fotograf Hubert Klotzeck sie mit der Kamera eingefangen. Jetzt zeigt er seine Arbeiten von den Solnhofener Platten sowie dem Jura-Marmor in einer Sonderschau in Pappenheim. „In ausgewählten Fotografien nehme ich den Betrachter bei dieser Ausstellung mit in die raue und bizarre Welt der Steinbrüche meiner zweiten Heimat, dem mittleren Altmühltal“, sagt Klotzeck.

Die Fotografien hängen unter dem Titel „Brüche und Unorte“ noch bis zum 29. April 2018 im Kunst- und Kulturverein, An der Stadtmühle 1, in Pappenheim. STEIN begleitete den Fotograf Hubert Klotzeck bereits im vergangenen Jahr in die Steinbrüche des Altmühtals. Die Reportage dazu lesen Sie in STEIN 10/2017.

STEIN-Filmtipp: Bildhauerinnen – Schöpferinnen von Kunst und Stein

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Pandemiebedingt ist es die Zeit der Homeoffices, sozialen Distanzierung und wirtschaftlicher Zukunftssorgen. Weil es aber auch – vielleicht sogar besonders in diesen Tagen – geistiger Erbauung Bedarf, bietet Ihnen die STEIN-Redaktion nun in loser Folge einige interessante Filmtipps, die einen Bezug zu unseren Themen aus der Welt der Gesteine und mineralischen Werkstoffe haben. Den Anfang macht unsere Autorin Carolin Werthmann mit einer Rezension zur Dokumentation „Bildhauerinnen – Schöpferinnen von Kunst und Stein“, welche der Kultursender Arte vor Kurzem ausstrahlte. In der Mediathek dort zwar nicht mehr vorhanden, finden Sie den Film aber weiterhin auf Youtube unter: https://youtu.be/VI86Er53Jhc

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Bildhauerin Properzia de’ Rossi gestaltete 1525 für die Fassade der Basilika San Petronio in Bologna das marmorne Basrelief „Josef und die Frau des Potiphar“. Credit: Wikipedia Commons
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Camille Claudel, geboren 1864, war Schülerin, Muse und Geliebte des Bildhauers Auguste Rodin – und blieb für die Öffentlichkeit obgleich ihres Genies immer in dessen Schatten. Credit: Wikipedia Commons

Entgegen der historischen Ignoranz

Schwere Steine müssen von starken Händen geformt werden. Glaubte man(n) lange. Bildhauerei, die bis ins 15. Jahrhundert vor allem als Handwerk denn als Kunst galt, konnte doch keine Arbeit für fragile Frauenhände sein. So die damalige gesellschaftliche Konvention, die erst nach Jahrhunderten ganz langsam begann, sich aufzulockern.

Dass Frauen genau wie Männer einen Beruf wie den des Bildhauers und der Bildhauerinnen ergreifen können, ist heute eine Selbstverständlichkeit, doch war es das lange Zeit nicht. Bis 1919 durften Frauen nicht an Kunstakademien studieren. Das Problem war nicht, dass es keine Künstlerinnen gab, sondern dass ihnen die Möglichkeiten, Werke zu verkaufen oder Teil von Ausstellungen zu sein, verwehrt blieben und Wissenschaft und Museen sie weitgehend ignorierten. Sie blieben im Verborgenen, wurden vergessen, nicht entsprechend gewürdigt wie ihre männlichen Kollegen, obwohl sie ebenbürtiges, in vielen Fällen größeres Talent besaßen.

Museen wie das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen entgegneten 2019 mit Ausstellungen wie „Bildhauerinnen in Deutschland – Klischees und Hürden“ der Ignoranz der Geschichtsschreibung und arbeiteten Namen und Werke weiblicher Künstlerinnen auf, die jahrelang unbekannt waren. Auch der Kultursender Arte holt die Bildhauerinnen der Vergangenheit in die Gegenwart. In ihrer Dokumentation „Bildhauerinnen – Schöpferinnen von Kunst und Stein“ widmet sich die französische Regisseurin Emilie Valentin einer Zeitreise von der Renaissance bis ins 21. Jahrhundert und kreiert ein kurzweiliges 50-Minuten-Katapult durch die großen Epochen der Kunstgeschichte. Zwar gleicht ihr Film eher einem Referat denn Bewegtbild, so reich ist er an statischem Fotomaterial und Talking Heads, also Interviewpartnern, die vor allem reden statt zu zeigen. Doch die handwerkliche Fleißarbeit und filmische Schlichtheit ist wirkungsvoll genug und wird zur Hommage derjenigen, die ungesehen blieben. Wie eine Collage drapiert Valentin ihren Film, lässt Kunsthistoriker und -historikerinnen und Kuratorinnen zu Wort kommen, schneidet Archivfotos von ihren Protagonistinnen und Aufnahmen ausgestellter Skulpturen gegen und rückt so beeindruckende Bildhauerinnen ins Zentrum des kollektiven Bewusstseins.

Da ist zum Beispiel Properzia de‘ Rossi, die während der italienischen Renaissance die Fassade der Basilika San Petronio in Bologna gestaltete. Ihr marmornes Basrelief „Josef und die Frau des Potiphar“ (1525–26) zeigt eine Szene weiblicher Begierde, die Frau schmachtet nach dem Sklaven ihres Ehemanns – ein Beispiel dafür, wie wichtig und wie bereichernd doch dieser „weibliche Blick“ ist, der gegenwärtig so häufig gefordert wird. Nicht der Mann ist es, der sich eine andere Frau erträumt, sondern die Frau liebäugelt mit der Versuchung.

Die Vergessenen, die Kämpferinnen und die Freien

Properzia de‘ Rossi zählt Valentin in ihrer Dokumentation zum Kapitel der „Vergessenen“. Den „Vergessenen“ folgen die „Kämpferinnen“ und die „Freien“, darunter Künstlerinnen wie Marcello, die sich ein männliches Pseudonym anlegte, um wahrgenommen zu werden, Hélène Bertaux, die wagte, das erste männliche Akt in Stein zu meißeln, und Camille Claudel. Claudel mag die bekannteste aller Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts sein, und das doch wiederum nur, weil sie Muse, Schülerin und Geliebte des großen Auguste Rodins war. Ihr Genie stand immer im Verhältnis zum männlichen Meister und ließ sie nie vollkommen in der Unabhängigkeit aufgehen.

Und so geht es immer weiter, Porträt folgt Porträt, Schicksal reiht sich an Schicksal, bis Valentin schließlich bei Jane Poupelet, Käthe Kollwitz, Germaine Richier und Niki de Saint Phalle ankommt, die alle vorwiegend mit Bronzeskulpturen, weniger mit Stein arbeiteten. Ihre Werke sind nunmehr Stellungnahmen zum Verhältnis von Körperlichkeiten, sei es das Körperverhältnis zwischen Frau und Mann oder das Verhältnis zum eigenen Körper. Ob spindeldürre Gestalten, die an Alberto Giacomettis Oeuvre erinnern, oder überdimensionale „Nana“-Figuren mit großem Hintern und breiten Hüften und üppigem Bauch – die Kunst dieser Frauen ist ein Manifest ihres weiten Weges der Emanzipation. Und Emilie Valentin zieht die Zuneigung des Zuschauers mit ihrer Aufarbeitung auf ihre Seite. Es ist ein Genuss, zu sehen, was lange ungesehen blieb. Hier nochmals der Link zum Film: https://youtu.be/VI86Er53Jhc